Sieg zum Klauß-Debüt: FCN schlägt Regensburg mit 1:0

11.8.2020, 18:50 Uhr
Felix Lohkemper schießt den FCN auf Vorlage von Fabian Schleusener zum ersten Sieg der Saison - wenn auch in einem Testspiel.

Felix Lohkemper schießt den FCN auf Vorlage von Fabian Schleusener zum ersten Sieg der Saison - wenn auch in einem Testspiel. © Sportfoto Zink / Daniel Marr

Die Corona-Pandemie hat auch den Fußball weiter fest im Griff. Deshalb sieht auch die Sommer-Vorbereitung des 1. FC Nürnberg heuer etwas anders aus als gewohnt. Trainingseinheiten und Testspiele finden nach wie vor und bis auf Weiteres unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, zudem kommen nur Mannschaften als Gegner infrage, die ebenfalls in der Testung sind. Hierzulande also vorwiegend Erst-, Zweit- und Drittligisten.

Das lockere Einspielen früherer Jahre gegen unterklassige Vereine entfällt deshalb 2020 aus Gründen; für den frühen Dienstagabend hatte sich der Club gleich mit dem SSV Jahn Regensburg verabredet, um die Form und seit dem Auftakt am Donnerstag einstudierte Inhalte einer ersten Prüfung zu unterziehen. "Das Testspiel war so, wie wir uns das vorgestellt haben. Die Dinge, die wir im Training gemacht haben, die haben wir umgesetzt", zog der neue Club-Coach Robert Klauß nach der Partie Bilanz.

Nach 90 noch überwiegend holprigen Minuten setzten sich die Gäste mit 1:0 (1:0) durch; Felix Lohkemper erzielte bereits in der ersten Halbzeit den einzigen Treffer im Vergleich der beiden Zweitligisten, die sich bereits am 18. September zum Rundenstart wiedersehen. Dann allerdings ein paar Kilometer weiter im Jahn-Stadion. "Es läuft noch nicht alles so, wie wir uns das vorstellen, aber das ist ganz normal nach sechs Tagen Training", gab Klauß zu, fügte aber an: "Wichtig war, dass wir gewonnen haben, jeder Sieg ist wichtig, damit die Jungs an unseren Weg glauben."

Drastischer Umbruch - oder auch nicht?

25 Fußballer hatte Robert Klauß am frühen Nachmittag in den Bus gepackt und mitgenommen ins Trainingszentrum des SSV Jahn am Kaulbachweg; dabei gewesen in Regensburg wäre bestimmt auch Törles Knöll, wenn er sich zuvor nicht für einen Wechsel entschieden hätte. Der junge Angreifer, in der vergangenen Saison an den SV Wehen Wiesbaden ausgeliehen und vor zwei Jahren ablösefrei aus der HSV-Reserve nach Nürnberg gelotst, stürmt künftig für den kroatischen Erstligisten Slaven Belupo.

Das Signal dahinter: Nicht jeder, der aktuell zum Aufgebot zählt, hat auch eine Perspektive beim Club. Der Umbruch, das hat Klauß seit seiner Inthronisierung Anfang des Monats bereits mehrfach betont, könnte drastischer ausfallen als viele derzeit glauben oder auch nicht. Nicht jeder, der aktuell zum Aufgebot zählt, ist offenbar in der Lage, seine vor allem auf Geschwindigkeit und taktischer Flexibilität basierende Philosophie wie gewünscht umzusetzen.

"Eigentlich sind wir gut aufgestellt auf allen Positionen. Wir gucken schon noch nach Spielern, die wir verpflichten können, aber die müssten uns wirklich qualitativ eine Stufe nach oben heben", zeigt sich Klauß dennoch zufrieden, "Die Jungs, die da sind, sind gut, mit denen können wir richtig gut arbeiten. Wenn wir noch was machen, müssen es Spieler sein, die ganz klar Potential haben, auch Stammspieler zu sein."

Dreierkette und früher Wechsel

Im ersten Test ließ Klauß hinten gleich mal die Dreierkette praktizieren, zunächst mit Neuzugang Tom Krauß im Zentrum, der eine ordentliche Premiere im Nürnberger Trikot gab. Vor der Pause debütierten zudem Sarpreet Singh im offensiven Mittelfeld und Noel Knothe aus der eigenen U21 in der Abwehrreihe, nach der Pause Christian Früchtl zwischen den Pfosten.

Viel zu tun hatte keiner der eingesetzten Torhüter, auch die beiden Regensburger konnten sich kaum auszeichnen. Beim 0:1 hatte Kevin Kunz jedenfalls keine Chance; Lohkemper, glänzend eingesetzt von Schleusener, ließ noch einen Verteidiger aussteigen und schlenzte die Kugel anschließend mit links überlegt ins lange Eck. Da lag der Kapitän bereits dick bandagiert neben der Seitenlinie; bei einem Zweikampf kurz zuvor hatte Hanno Behrens offenbar einen Tritt in die Leistengegend kassiert und musste früh vom Feld.

Zahlreiche Wechsel und Kontergelegenheiten

Etwas Glück benötigte der Club bei einem Freistoß von Wähling an den rechten Pfosten, viel mehr ließen die Gäste aber nicht zu. Caliskaner zielte knapp vorbei (5.), auf der anderen Seite segelte Ekin Celebis verunglückte Flanke nur knapp über den Querbalken (11.). Ansonsten bekämpften sich beide Teams überwiegend zwischen den Strafräumen, daran änderte sich auch in der zweiten Halbzeit und nach zahlreichen Wechseln wenig.

Die sich nun vermehrt bietenden Kontergelegenheiten, teilweise inklusive Überzahl, verschmähten die Nürnberger mit erstaunlicher Beharrlichkeit, so dass der Jahn dran blieb. Palionis köpfte knapp vorbei (62.), auf der anderen Seite scheiterte Dovedan relativ unbedrängt aus elf Metern an Weidinger (65.), auch Handwerker brachte die Kugel in aussichtsreicher Position nicht am Schlussmann vorbei (82.), das galt auch für den Regensburger Stolze (85.).

Der beste Pfiff des Tages war somit der Schlusspfiff, wie so oft in einer Vorbereitung. Zumindest daran hat sich 2020 nicht viel geändert.

Regensburg: Kunz (46. Weidinger); Herzig (46. Hein), Nachreiner (46. Palionis), Gimber (46. Elvedi), Heister (46. Wekesser) – Hoffmann (46. Besuschkow) – George (29. Zempelin), Wähling (46. Baack), Vrezeni (46. Stolze) – Makridis (46. Stowasser), Caliskaner (46. Becker).

Nürnberg: Mathenia (46. Früchtl); Sörensen (46. Valentini), Krauß (46. Margreitter), Knothe (46. Mühl) – Sorg (46. Schleimer/83. Goden), Geis (46. Rhein), Behrens (19. Gnezda Cerin/46. Nürnberger), Celebi (46. Handwerker) – Singh (46. Dovedan) – Schleusener (46. Hack), Lohkemper (46. Zrelak).

Schiedsichter: Speckner (Cham). – Tor: 0:1 Lohkemper (20.).

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