0:3 nach 30 Minuten

2:3 in Istanbul: Kleeblatt verliert Generalprobe gegen Fenerbahce

31.7.2021, 20:12 Uhr
„Steh‘ auf, das Spiel geht weiter“: So ähnlich dürfte Dickson Abiama (Mitte) gedacht haben, nachdem Abdourahmane Barry (rechts) am Istanbuler Torhüter gescheitert war.
 

„Steh‘ auf, das Spiel geht weiter“: So ähnlich dürfte Dickson Abiama (Mitte) gedacht haben, nachdem Abdourahmane Barry (rechts) am Istanbuler Torhüter gescheitert war.   © Seskimphoto via www.imago-images.de, imago images/Seskim Photo

Der Samstag begann mit einer schlechten Nachricht. Während seine ehemaligen Kollegen das Atatürk-Olympiastadion in Istanbul inspizierten und fleißig Fotos machten, stand Anton Stach im Mainzer Bruchwegstadion. Der Fürther U21-Europameister lächelte in der ehemaligen Heimat des FSV Mainz 05 in die Kameras - in der Hand hielt er dabei ein rotes Trikot mit der Nummer sechs. Der Wechsel des 22-Jährigen ist ein herber Verlust für die Spielvereinigung - einzig die Ablösesumme dürfte den Abgang verkraftbar machen.

Ein paar Stunden später standen Anton Stachs ehemalige Mitspieler in ihren schwarz-grünen Auswärtstrikots auf dem Platz. Dabei fehlten mit Havard Nielsen und Marco Meyerhöfer zwei weitere Stammspieler. Beide hatten schon im Trainingslager mit kleineren Verletzungen zu kämpfen, Meyerhöfer schaute seinen Kollegen auch am Donnerstag noch beim Üben zu.

Die Aufstellung, die Stefan Leitl wählte, dürfte deshalb auch nicht viel mit der ersten Elf für das Pokalspiel am kommenden Sonntag zu tun gehabt haben. Vor Sascha Burchert verteidigte einer Dreierkette aus Hans Nunoo Sarpei, Maximilian Bauer und Gideon Jung, Abdourahmane Barry gab abermals den rechten Verteidiger, Luca Itter den linken. Im Angriff spielte Dickson Abiama neben Kapitän Branimir Hrgota.

Der Abend begann für das Kleeblatt denkbar ungünstig. Bereits in der vierten Minute ließ sich Barry von seinem Gegenspieler tunneln, auch Jung ging nicht in den Zweikampf, sodass Miha Zajc den Ball zum 1:0 für Fenerbahce ins Tor schlenzen konnte. Nur drei Minuten später sprang der Ball im Strafraum zwischen Burchert und Sarpei auf, beide dachten sich, der andere würde zum Ball gehen - am Ende bedankte sich der ehemalige Fürther Serdar Dursun, der per Kopf zum 2:0 traf. Das Kleeblatt wirkte defensiv überfordert, auf der andere Seite schoss Julian Green einen Freistoß über alle hinweg ins Aus.

Es drohte ein sehr ernüchternder Abend zu werden. Ein paar Minuten später aber schickte Hrgota den mitgelaufenen Barry in den Strafraum, der Verteidiger scheiterte jedoch am Torhüter von Fenerbahce. Seguin zielte kurz darauf ein bisschen zu ungenau, dann jubelte wieder Fenerbahce. Und wieder sah Burchert nicht gut aus. Weltmeister Mesut Özil passte aus abseitsverdächtiger Position zu Dursun, der kurz verzögerte und zentral abschloss - der Ball rutschte dem Fürther Keeper über die Hand: 3:0. Nach 30 Minuten.

Viele Wechsel in der Pause

Mit dem ersten gelungenen Angriff des Spiels meldeten sich die Fürther zurück. Itter fand Hrgota, der in den Rückraum der Abwer zu Barry spielte. Dort behielt der 21-Jährige die Ruhe und schloss zum 1:3 ab. Im türkischen Fernsehen war danach das Gesicht von Stefan Leitl zu sehen, freuen wollte sich der Trainer aber nicht - dafür war das Spiel seiner Mannschaft bis dahin zu fahrig und fehlerbehaftet. In der Pause wechselte Leitl durch, es kamen Nils Seufert für Adrian Fein, Jamie Leweling für Abiama, Justin Hoogma für Sarpei und Leon Schaffran für Burchert.

Vor allem Seufert machte danach Werbung für sich. Nach einem etwas zu hoch angesetzten Schuss klaute er dem ehemaligen Bayernspieler Luis Gustavo den Ball und legte mit der Hacke auf Julian Green, der aber frei vor dem gegnerischen Tor zu ungenau zielte. Das Kleeblatt wirkte wacher und kam immer besser ins Spiel, ein weiterer Treffer sollte aber zunächst nicht fallen - auch weil manche Pässe unsauber gespielt wurden. Geburtstagskind Schaffran hielt auf der anderen Seite einen Schuss von Samatta, es war einer der wenigen Versuche Fenerbahces.

Branimir Hrgota forderte wenig später erst einen Elfmeter und scheiterte dann nach Zuspiel von Leweling am Torhüter. Das Eigengewächs machte es nur Sekunden später besser. Nach einem Pass von Seufert ließ er zwei Abwehrspieler stehen und schob den Ball zum verdienten 2:3 ins Tor. Das Kleeblatt drückte nun auf den Ausgleich, der den Fürthern aber nicht mehr gelingen sollte. Der türkische Schiedsrichter pfiff pünktlich ab - und besiegelte die Niederlage des Kleeblatts.


Fürth: Burchert (46. Schaffran); Barry (61. Asta), Jung, Bauer, Sarpei (46. Hoogma), Itter - Fein (46. Seufert), Seguin, Green (74. Tillman) - Abiama (46. Leweling), Hrgota.

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