Einladung von Fenerbahce

Ab nach Istanbul: Darum reist Fürth für ein Testspiel in die Türkei

29.7.2021, 06:00 Uhr
Improvisieren ist alles: In Österreich trainierte das Kleeblatt unter anderem auf einem Parkplatz, bald testet es in Istanbul.
 

Improvisieren ist alles: In Österreich trainierte das Kleeblatt unter anderem auf einem Parkplatz, bald testet es in Istanbul.   © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Wenn Branimir Hrgota am Freitagmittag über das Rollfeld schreitet, wird der Kapitän des Kleeblatts mit seiner Mannschaft zu einer ganz besonderen Reise aufbrechen. Zu einem Ausflug, an den vor ein paar Monaten noch niemand zu denken vermochte. Vom Nürnberger Flughafen geht es für Hrgota und seine Kollegen mit einer Chartermaschine nach Istanbul - nicht zum Urlaub, sondern für ein Fußballspiel.

Dabei war der Plan eigentlich ein anderer - aber mit Planänderungen kennen sie sich beim Kleeblatt inzwischen ja aus. Im Trainingslager in Österreich konnten sie eineinhalb Tage nicht auf den Rasenplatz, weil das Wasser gar so unaufhörlich vom Himmel regnete. Als sie sich, zurück in Fürth, am Mittwochmorgen in aller Früh trafen, um für ein Testspiel nach Augsburg zu fahren, kam wieder alles anders.

Ein paar Stunden vor dem Anpfiff verkündete der FC Augsburg, dass Daniel Caligiuri positiv auf das Coronavirus getestet wurde und sich in Quarantäne befindet. Also mussten die Fürther wieder improvisieren, weil sie kein Risiko eingehen wollten und das Spiel von sich aus absagten. Damit bleibt Trainer Stefan Leitl vor dem Pokalspiel beim SV Babelsberg am 7. August nur noch eine Partie, um seine erste Elf zu finden.

Eingeladen vom Spitzenklub

Die Generalprobe vor dem Pflichtspielstart sollte ursprünglich am kommenden Samstag in Ismaning gegen den spanischen Erstliga-Absteiger SD Eibar stattfinden - doch auch daraus wird nichts. Die Spanier reisen aufgrund einiger Coronafälle und der Quarantäne-Bestimmungen nicht nach Österreich - weshalb beim Kleeblatt zuletzt wieder viel telefoniert wurde, um kurzfristig einen anderen Gegner aufzutreiben.

Das ist nicht einfach, weil die zweite und dritte Liga in Deutschland bereits spielen, auch in Österreich läuft der Ligabetrieb. Außerdem müssen sie beim Kleeblatt auch aufs Geld achten, „es war wichtig, dass uns keine Riesenkosten entstehen“, sagt Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi. „Wir können uns keinen Gegner einladen und dem die Anreise und das Hotel bezahlen.“ Das müssen sie nicht, stattdessen werden die Fürther zu einem Spiel eingeladen – von einem Verein, der auch dringend einen Testspielgegner gesucht hat.

Live im türkischen Fernsehen

Fenerbahce Istanbul wurde im vergangenen Jahr Dritter in der türkischen Süper Lig, nur zwei Punkte hinter Meister Besiktas. Im August spielt die Mannschaft von Mesut Özil und dem Ex-Fürther Serdar Dursun in den Playoffs zur Europa League, die Vorbereitung darauf ist aber auch für den türkischen Spitzenverein schwierig. Das Trainingslager in Slowenien wurde kurzfristig abgesagt, stattdessen bereitet sich der Klub daheim vor - und hat sich dafür unter anderem das Kleeblatt eingeladen.

Am Freitag hebt die knapp 50-köpfige Fürther Delegation von Nürnberg aus ab, allein der Hin- und Rückflug mit der Chartermaschine kostet nach Informationen dieser Redaktion 60.000 Euro. In Istanbul geht es direkt ins Hotel, am Samstagabend ertönt um 19 Uhr Ortszeit (18 Uhr in Deutschland) der Anpfiff im Atatürk-Olympiastadion. Das türkische Fernsehen überträgt das Spiel live, ob es einen Livestream geben wird, ist noch offen. „Das wird ein überragendes Erlebnis und sicher ein sehr guter Test“, sagt Azzouzi, der nicht mit in die Türkei reisen wird.

Nach dem Abpfiff geht es direkt wieder zum Flughafen und heim nach Franken. Die Nacht danach wird kurz. Am Sonntag stellt sich die Mannschaft ab 10 Uhr den Fans auf der Fürther Freiheit vor.

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