Kolumne zum Kleeblatt

Laubenweg 60: Endlich wieder Schlafmangel!

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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17.8.2022, 17:00 Uhr
In Düsseldorf gab es Licht und Schatten. Auf und neben dem Platz.

© Sportfoto Zink / Melanie Zink, Sportfoto Zink / Melanie Zink In Düsseldorf gab es Licht und Schatten. Auf und neben dem Platz.

Man könne, sagte Marc Schneider vor einigen Tagen, "die Dinge so und so sehen". Der Trainer des Kleeblatts meinte damit den Saisonstart, der dem Kleeblatt mit nur zwei Punkten aus drei Spielen durchaus ein bisschen missglückt war. Zumindest nach Meinung vieler Fans und Beobachter des sportlichen Geschehens im Ronhof.
Schneider aber sieht die Dinge lieber positiver – immerhin habe seine Mannschaft ja bislang auch nur einmal verloren in der zweiten Bundesliga.

Am Sonntagnachmittag kam in Düsseldorf ein weiterer Punkt dazu – und somit auch ein weiteres Spiel ohne Niederlage. An einem Tag, der auch dem Kleeblatt-Reporter zeigte, dass man die Dinge so und so sehen kann.

In der Bundesliga war das Arbeiten oft ein sehr angenehmes. Selbst bei manchen Auswärtsspielen konnte man ganz entspannt aufstehen, noch einen Kaffee trinken, Zeitung lesen und dann entspannt aufbrechen. Bei Heimspielen konnte man vor dem Anpfiff sogar noch den Hausputz und den Wochenendeinkauf erledigen, ehe es "nieber" in den Ronhof ging.

Dafür endeten die Arbeitstage oft sehr spät, weil nach dem Schlusspfiff um 17.15 Uhr erst mal noch eine Stunde lang gefühlt zehn verschiedene Fernsehteams ihre Interviews führten und die Trainer zur Pressekonferenz erschienen, als die Sonne über dem Ronhof schon untergegangen war.

Man kann die Dinge so oder so sehen.

Der Beginn dieser Zweitliga-Saison hatte dann zumindest in Sachen Arbeitszeit noch ein bisschen was von der Bundesliga. Eine halbe Stunde, zumindest an normalen Tagen, nach Nürnberg und um 18 Anpfiff Uhr in Stuttgart – zumindest der Schlaf und die Morgenroutine kamen da nicht zu kurz.

Abfahrt: 6.30 Uhr

Dann aber schlug die zweite Bundesliga mit aller Härte zurück. Ein Termin wie eine Blutgrätsche im Regen auf dem Lauterer Betzenberg. Sonntag, 13.30 Uhr, Anpfiff in Düsseldorf. Bei knapp 450 Kilometern. Über die Baustellen-Autobahn A3. In den Sommerferien. Die Familie Zink, die das Kleeblatt seit vielen Jahren mit der Kamera begleitet, hatte glücklicherweise noch einen Platz auf der Rückbank frei. Abfahrt: 6.30 Uhr.

Ach, Bundesliga, es war so schön mit dir – trotz der vielen Niederlagen, trotz der fast ständigen Negativität in und um Fürth. Dieser Text entsteht am Montagmittag mit einigen dunklen Ringen unter den Augen. Man kann, sagt auch der Kleeblatt-Reporter, die Dinge so und so sehen. Nicht nur die Mannschaft der Spielvereinigung muss erst einmal in der zweiten Liga ankommen.

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