Nielsen fällt weiter aus

Mit Bauer, Mut und Disziplin: Kleeblatt will bei Vizemeister Leipzig endlich punkten

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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21.10.2021, 14:15 Uhr
Alles machbar? Das Auswärtsspiel in Leipzig ist für Stefan Leitl eine sehr schwere, aber

Alles machbar? Das Auswärtsspiel in Leipzig ist für Stefan Leitl eine sehr schwere, aber "keine unlösbare" Aufgabe. © Sportfoto Zink / Melanie Zink, Sportfoto Zink / Melanie Zink

Natürlich hat Stefan Leitl am Dienstagabend Fußball geschaut. Ein Spiel zwischen Paris Saint-Germain und RB Leipzig in der Champions League verfolgt man ja nicht nur als Trainer, sondern auch als neutraler Fan gerne. Für Leitl und seinen Assistenten Andre Mijatović, mit dem er in einer Trainer-WG lebt, war es trotzdem kein entspannter Fußballabend auf dem Sofa, sondern: Arbeit.

Am Samstagnachmittag gastieren die beiden ja mit ihrer Mannschaft, der Spielvereinigung Greuther Fürth, in Leipzig – das Leitl trotz der knappen Niederlagen in Paris wieder einmal begeistert hat. „Sie sind eine der besten Mannschaften, die es in Deutschland gibt, was sie auch am Dienstag eindrucksvoll gezeigt haben“, sagt der Cheftrainer des Kleeblatts. Es sei dennoch „keine unlösbare Aufgabe“, so Leitl, „wir rechnen uns schon etwas aus mit einem mutigem und disziplinierten Auftritt.“

Dieser Mut ist seiner Mannschaft nach sieben Niederlagen in acht Bundesligaspielen natürlich etwas abhanden gekommen. Vor allem das jüngste 0:1 gegen den Abstiegskonkurrenten VfL Bochum hat die Brust noch einmal etwas weniger breit werden lassen. Stefan Leitl und seine Assistenten haben deshalb viele Einzelgespräche mit den Spielern geführt, überstrapazieren wollte er die ernüchternden 94 Minuten vom vergangenen Samstag aber auch nicht in der Vorbereitung auf Leipzig.


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„Es war sehr wichtig, dieses Spiel schnell abzuhaken“, sagt Leitl. Am Sonntag haben sie noch einmal im Kreise der Mannschaft darüber gesprochen, dann aber sollte es „raus aus den Köpfen, um sich für kommende Aufgaben vorzubereiten“, erklärt der Trainer. Sie alle seien natürlich „sehr enttäuscht und niedergeschlagen“ gewesen, „aber das ist vorbei. Was im Gestern passiert ist, können wir im Heute nicht mehr ändern. Wir können nur arbeiten und es besser machen.“

Im besten Fall natürlich bereits am Samstagnachmittag beim Vizemeister der vergangenen Saison. Der agiert bekanntlich auch unter dem neuen Trainer Jesse Marsch sehr offensiv und wird den Fürthern kaum das Spiel überlassen. „Es geht darum, selbst in Umschaltmomente zu kommen“, so Leitl. „Wenn wir die Ballgewinne haben und zielstrebig nach vorne spielen, wird es Räume geben, die wir nutzen können, um gefährlich zu werden.“

Dennoch gelte es „erstmal zu verteidigen“, was ganz hinten unter anderem Maximilian Bauer tun könnte, der nach seiner Gehirnerschütterung in der Länderspielpause wieder einsatzfähig ist. Havard Nielsen hingegen fällt weiter aus und hat kommende Woche noch einmal einen Kontrollbesuch beim Arzt. Wem der Trainer sonst vertraut, ist offen. „Wir werden nicht alles über den Haufen werfen“, so Leitl. „Die ein oder andere Veränderung kann es aber sicher am Samstag geben.“

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