Fein? Christiansen? Seufert?

Seguin fehlt gesperrt: Wer ersetzt den Fürther Mittelfeldchef in Leipzig?

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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20.10.2021, 06:00 Uhr
Bislang nur 22 Minuten in der Liga auf dem Platz: Leihspieler Adrian Fein (rechts).

Bislang nur 22 Minuten in der Liga auf dem Platz: Leihspieler Adrian Fein (rechts). © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Am Dienstagnachmittag durfte Paul Seguin noch mitspielen. Als sich die Regenwolken endlich verzogen hatten, stand der Mittelfeldspieler mit seinen Kollegen auf dem Trainingsplatz, schoss aufs Tor, gab in kleinen Spielformen alles – auch wenn er sich in dieser Woche nicht beim Trainer für das kommende Wochenende empfehlen muss. Denn wenn das Kleeblatt am Samstag bei RB Leipzig antritt, wird Paul Seguin nach seiner fünften gelben Karte gesperrt fehlen.

Der Mittelfeldchef des Kleeblatts tut sich bislang noch schwer in der neuen Umgebung, was man nicht nur an den vielen Verwarnungen sieht. Dennoch galt bislang: Seguin spielt immer. Zu wichtig ist der 26-Jährige, der einer der laufstärksten Spieler der Bundesliga ist, für das Fürther Spiel. Trotzdem wird Stefan Leitl in Leipzig jemand anderen im Mittelfeld aufstellen müssen.

Nur: Wen? „Man kann Paul wegen seines Aktionsradius‘ sowohl im Ballbesitzspiel als auch nach hinten nicht Eins-zu-Eins ersetzen“, sagt Leitl. „Es gibt Spieler, die jetzt im Training den Anspruch zeigen müssen, dass sie den Platz in der Startformation haben können.“ Zum Beispiel die Sommer-Neuzugänge Max Christiansen und Nils Seufert, die beiden „defensiveren Varianten“, die bislang aber noch keine größere Rolle gespielt haben. „Adrian Fein wäre die offensivere Variante“, so Leitl, die noch offensivere heißt Julian Green, der auch nicht als der größte Zweikämpfer der Liga bekannt ist.

Wieviel Risiko?

Bei der Suche nach dem Vertreter für den Mittelfeldchef muss Leitl eine ganz zentrale Frage beantworten. Die, welches Risiko er in Leipzig eingehen will, wie offensiv er gegen eine so offensivstarke Mannschaft spielen will. Beim Heimspiel gegen den FC Bayern liefen seine Fürther sehr hoch an, um die Gefahr möglichst weit vom eigenen Tor wegzuhalten. Auch in Leipzig könnte das eine Option sein. „Wenn Du ihnen wehtun kannst, dann, wenn Du sie früh attackierst“, sagt der Trainer. „Ich finde schon, dass wir mutig auftreten sollten.“

Im Testspiel gegen Heidenheim zuletzt machte keiner der drei Reservisten allerdings Werbung für sich, Adrian Fein deutete allerdings zumindest seine Ballsicherheit an, die dem bisweilen lahmenden Fürther Offensivspiel gut täte. Doch die Leihgabe des FC Bayern stand auch beim Heimspiel gegen den VfL Bochum nicht im Aufgebot – nachdem ihn sein Trainer schon zweimal öffentlich angezählt hatte.

Die kritischen Worte des Trainers sind auch beim Spieler angekommen, sie haben ihn, wie man hört, sehr getroffen. Womöglich ist die Sperre von Seguin eine Möglichkeit für den 22-Jährigen, endlich einmal auf dem Feld zeigen zu dürfen, weshalb ihn die Fürther Verantwortlichen im Sommer unbedingt wollten.

Nötige Anpassungen

Stefan Leitl möchte jedenfalls, dass seine Mannschaft künftig wieder mehr Fußball spielt, nachdem er in Folge des 1:5 in Stuttgart erst einmal die Defensive stabilisiert hatte. „Es war wichtig, Sicherheit in die Viererkette zu bekommen“, so der Trainer, „wir lassen nur noch ganz wenig aus dem Spiel zu. Das war die Anpassung, die auch nötig war.“

Natürlich sei ein langer Ball mal erlaubt, vor allem unter Druck, aber bitte nicht als spielerische Idee. Der Fürther Flachpass hat sie ja so erfolgreich gemacht, „wir wollen es versuchen und auch in Leipzig über ein gutes Positionsspiel durchkommen“, so Leitl. Mit wenig Selbstvertrauen sei das natürlich schwierig, er müsse „die Jungs bestärken in ihrem Tun“ und an sie „appellieren, mutig nach vorne zu spielen, was uns zweieinhalb Jahre lang ausgezeichnet hat.“

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