Freitag beim Jahn

"Spielen auf Sieg": Das Kleeblatt will in Regensburg stabil stehen - und gewinnen

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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5.10.2022, 16:33 Uhr
"Punktemäßig ist es völlig okay, wenn wir weiter punkten": Fürths Trainer Marc Schneider denkt weiterhin positiv. 

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink "Punktemäßig ist es völlig okay, wenn wir weiter punkten": Fürths Trainer Marc Schneider denkt weiterhin positiv. 

Das Wort, das in Fürth derzeit am häufigsten fällt, ist natürlich "Kärwa". In der bunten Budenstadt ließ es sich zuletzt auch Marc Schneider mit seiner Familie gut gehen. Der Trainer des Kleeblatts war nicht der einzige Mitarbeiter der Spielvereinigung, der in den vergangenen Tage eintauchte in diese ganz besondere Welt, in der es nach Bratwürsten und gebrannten Mandeln riecht - und in der natürlich auch die Lage beim besten Fußballverein der Stadt in vielen Gesprächen ein Thema ist.

Wenn Marc Schneider über diese Lage spricht, benutzt er dieser Tage vor allem ein Wort gerne: Stabilität. Auf der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Jahn Regensburg am Freitagabend (18.30 Uhr) war die Stabilität in fast jeder Antwort zu finden. "In dieser Phase, in der wir gerade sind, geht es vor allem um Stabilität", sagte Schneider also - in mehrfacher Ausführung.

Diese Stabilität hat dem Kleeblatt in den vergangenen beiden Spielen vier Punkte eingebracht - und damit genauso viele wie in den acht Partien zuvor. Deshalb sieht sich der Trainer bestätigt in seiner Herangehensweise, auch wenn darunter die fußballerische Qualität leidet, wenn vom vielzitierten "Fürther Flachpass" und dem schönen und kreativen Offensivfußball, den man in Fürth im Sommer propagierte, nicht mehr so viel zu sehen ist.

Die von Schneider geforderte Stabilität "hatten wir zu Saisonbeginn nicht", so der Trainer. "Da hatten wir viele Chancen, haben die Tore aber nicht gemacht und sie hinten gekriegt. Dann stehst du mit leeren Händen da." Der Blick in diese leeren Hände führte natürlich unweigerlich auch zu einer Diskussion über die Zukunft des Übungsleiters, der sich deshalb schon relativ früh dazu entschied, keinen Hurra-Fußball mehr zu spielen, sondern auf andere Tugenden zu setzen.

"Wir wollen defensiv stabil stehen und wissen, wie wir das angehen wollen, dass wir offensiv Möglichkeiten haben ohne unsere defensive Stabilität außer Acht zu lassen", sagte Schneider. "Es geht darum, dass du möglichst keine Tore kriegst. Das haben wir so noch nicht geschafft." Für das Spiel am Freitag sei genau das "ein weiteres Ziel", denn "am Schluss geht es einfach drum, die Null zu halten, weil wir immer in der Lage sind, ein Tor zu erzielen". Die Vorgabe für das fünfte Auswärtsspiel ist klar: "Wir spielen auf Sieg, wir wollen die drei Punkte holen."

In der kurzen Trainingswoche hätten sie deshalb "oft daran gearbeitet, wie wir vors Tor kommen und wie wir die Tore erzielen wollen" - allerdings immer mit dem Hintergedanken, "die Stabilität nicht zu verlieren". Nachdem auch die Regensburger eher nicht für gepflegten Offensivfußball stehen, könnte es am Freitagabend erneut eine relativ zähe Angelegenheit werden. Es werde "sehr schwierig", betonte Schneider, man treffe auf "eine sehr kompakte Mannschaft", weshalb in der Arena neben der A3 neben Stabilität vor allem eines gefragt sein wird: Geduld.

"Wir wollen gut stehen, nichts zulassen und trotzdem versuchen, nach vorne die Möglichkeiten, die wir uns herausspielen, besser auszuspielen als zuletzt." Denn genau daran haperte es ja beim 1:1 gegen Sandhausen, weshalb die Mannschaft auch den zweiten Sieg in Folge verpasste und deshalb Vorletzter bleibt. Auf die Tabelle schaut man beim Kleeblatt allerdings nicht nur deshalb ungern. Der Elfte sei ja nur drei Zähler entfernt, betonte Schneider, "punktemäßig ist es völlig okay, wenn wir weiter punkten".

Der Ernst der Lage sei trotzdem allen bewusst - auch wenn einzig Oussama Haddadi diesen auch mal öffentlich ansprach [NN+]. "Die Jungs sind sehr selbstkritisch, da muss sich nicht jeder so exponieren und das in den Medien kundtun", findet der Trainer. "Wir wissen haargenau , wie die Situation ist, und jeder kann die sehr, sehr gut einschätzen."

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