Michalski und Asta treffen

Wieder kein Auswärtssieg: Schwaches Fürth holt einen Punkt in Regensburg

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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7.10.2022, 20:25 Uhr
Abwehrspieler Damian Michalski (links) traf zum dritten Mal in dieser Saison. Sein Tor zum 0:1 reichte dem Kleeblatt allerdings nicht, um die drei Punkte mit nach Fürth zu nehmen.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Abwehrspieler Damian Michalski (links) traf zum dritten Mal in dieser Saison. Sein Tor zum 0:1 reichte dem Kleeblatt allerdings nicht, um die drei Punkte mit nach Fürth zu nehmen.

Am 31. Januar 2020 geschah etwas Sonderbares, von dem man damals noch nicht wusste, dass es sonderbar sein würde. An einem kalten Freitagabend gewann die Spielvereinigung Greuther Fürth 2:0 bei Jahn Regensburg - und im Gästeblock feierten knapp 1000 mitgereiste Fans ihre Mannschaft. Kurz darauf kam die Pandemie und sorgte für viele sonderbare Momente. Fußballspiele wurden zu Geisterspielen - und als wieder Menschen in die Stadien durften, da gewann das Kleeblatt auswärts nicht mehr.

Bis heute. Knapp 1000 Tage nach dem letzten erfolgreichen Auswärtsspiel vor Fans gastierten die Fürther am Freitagabend wieder in Regensburg. Wieder wehten weiß-grüne Fahnen im Gästeblock - doch jubeln durften sie nicht. Die Fürther gingen zwar in Führung, holten beim 2:2 (1:1) aber nur einen Punkt.

Seine Startelf veränderte Trainer Marc Schneider nur auf einer Position. Jeremy Dudziak spielte, wie schon zuletzt in der zweiten Hälfte gegen Sandhausen, statt Dickson Abiama im 4-2-3-1 auf der rechten Seite der offensiven Dreierreihe. Doch weder Dudziak noch einer seiner Kollegen war zu Beginn offensiv zu sehen - stattdessen standen die Fürther erneut sehr tief und versuchten so, die vom Trainer zuletzt in fast jedem Satz erwähnte "Stabilität" zu gewährleisten.

So wirklich stabil stand das Kleeblatt dennoch nicht. Nach sechs Minuten versuchte es Haralambos Makridis, einer von vier neuen Spielern beim Jahn, zum ersten Mal, schoss aber deutlich über die Latte. Kurz darauf dribbelte Fürths Julian Green einmal quer durchs Mittelfeld, schickte Ragnar Ache, der immerhin die erste Ecke herausholte. Es sollte in der ersten halben Stunde die einzig nennenswerte Offensivaktion der Spielvereinigung bleiben.

Die Gäste wirkten erneut wie ein verunsicherter Tabellenvorletzter, bekamen in den Zweikämpfen keinen rechten Zugriff und hatten mehrmals einfach nur Glück. Ein anderer Gegner hätte die Fürther womöglich schon bestraft - doch in einigen vielversprechenden Aktionen sah man deutlich, warum die Regensburger mit nur sieben Treffern in zehn Partien die offensivschwächste Mannschaft der Liga sind.

Im Spielaufbau schlug das Kleeblatt, wie häufig in den vergangenen Wochen, viele lange Bälle, die Spieler weiter vorne wussten mit diesen aber meist nicht viel anzufangen. Nach 34 Minuten jubelten die mitgereisten Fürther trotzdem, weil ihre Mannschaft die derzeit größte Stärke ausnutzte: Ragnar Ache köpfte einen Freistoß von Marco John aufs Tor, Regensburgs Dejan Stojanovic konnte den Ball nur nach vorne abprallen lassen - und Damian Michalski drückte ihn zum 0:1 über die Linie.

Die Fürther Führung hielt allerdings nur acht Minuten. Fürths Verteidiger Oussama Haddadi verlängerte eine Ecke von Makridis an den zweiten Pfosten, wo Regensburgs Kaan Caliskaner vollkommen frei stand und den Ball ins Netz beförderte (42.). Die Null halten, wie es der Trainer vor der Partie gefordert hatten? Es war dem Kleeblatt im zwölften Pflichtspiel wieder nicht gelungen. Auch wenn die Gäste Pech hatten, weil vor der Ecke zuletzt ein Regensburger am Ball gewesen war.

Bis zur Pause passierte in einem schwachen Spiel nichts mehr. Nach Wiederanpfiff wurden die Fürther aktiver und störten den Regensburger Aufbau auch mal etwas früher und energischer, gefährlich wurden sie deshalb aber noch lange nicht. Der einzige "Höhepunkt" war ein Freistoß aus 20 Metern, den Julian Green in die Mauer schoss (60.). Wie man es besser macht, zeigte der Jahn zwei Minuten später.

Die Fürther verhielten sich erstaunlich passiv, ließen die Regensburger kombinieren, die Caliskaner freispielten, der frei vor Linde zum zweiten Mal traf (62.). Marc Schneider reagierte wenig später und brachte mit Timothy Tillman, Armindo Sieb und Dickson Abiama (für Christiansen, Dudziak und Ache) drei frische Spieler. Für den Ausgleich, der aus dem Nichts fiel, sorgten aber zwei andere: In der 74. Minute drückte Simon Asta eine Flanke von Green mithilfe der Latte ins Tor.

In der letzten Viertelstunde waren die Regensburger dem Sieg sehr viel näher als die Fürther, die zufrieden wirkten mit diesem einen Punkt beim Jahn, den sie mit einem Sieg in der Tabelle hätten überholen können. Um 20:22 Uhr war Schluss - und das Kleeblatt hatte wieder kein Auswärtsspiel gewonnen.

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