Kapitän lässt Zukunft offen

Wiederaufstieg? Hrgota schwärmt, vermeidet aber klares Bekenntnis zum Kleeblatt

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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25.4.2022, 06:00 Uhr
"Es tut sehr, sehr weh": Als Kapitän durfte Branimir Hrgota am Samstagabend nicht nur trauern, sondern musste den Abstieg auch mannigfaltig erklären.

© Sportfoto Zink / Melanie Zink, Sportfoto Zink / Melanie Zink "Es tut sehr, sehr weh": Als Kapitän durfte Branimir Hrgota am Samstagabend nicht nur trauern, sondern musste den Abstieg auch mannigfaltig erklären.

Vor ein paar Monaten hat Branimir Hrgota davon geschwärmt, wie schön es ist, das Kleeblatt als Kapitän anführen zu dürfen. Wie sehr er sich darauf freut, mit seinen Kollegen in die großen Stadien des Landes einzulaufen und bei der Seitenwahl Spielern wie Manuel Neuer gegenüber zu stehen. Wovon damals, in den Bergen Österreichs, noch niemand sprach: Zu den Aufgaben eines Kapitäns gehört es auch, nach einem Abstieg vor die Mikrofone und Kameras zu treten.

Also lief Branimir Hrgota nach dem 1:4 gegen Leverkusen von TV-Sender zu TV-Sender und nahm danach auch noch im Pressekonferenzraum Platz. "Es tut sehr, sehr weh", sagte er in unterschiedlichen Variationen, "wir haben die ganze Saison gekämpft und alles versucht", gerade in den vergangenen Wochen habe man "gesehen, dass die Mannschaft alles gegeben hat, vor allem gegen Mannschaften, die nächstes Jahr Champions League spielen".

Alles zu geben reichte aber schlussendlich nicht, um auch in der kommenden Saison in die großen Stadien einlaufen zu dürfen. Die verbleibenden drei Partien in Berlin, gegen Dortmund und in Augsburg wollen sie gemeinsam noch so gut es geht bestreiten, "dann werden wir im Urlaub Kräfte sammeln und dann hoffentlich wieder hier sein", sagte Hrgota. Das klang nach Optimismus, nach Wiederaufstieg. Sein Ziel? "Auf jeden Fall. Jeder will hier oben spielen."

Doch je länger Branimir Hrgota über sich und seine Zukunft redete, desto mehr konnte man auch in seine Worte hineininterpretieren. "Die Mannschaft, der Verein und die Fans liegen mir sehr am Herzen", betonte er. "Ich bin stolz, in dieser Mannschaft, auf diesem Platz Kapitän zu sein." Die Zeit in Fürth sei bislang "sehr schön" gewesen, "wir werden sehen, was im Sommer passiert. Es kann weitergehen, es kann etwas anderes passieren, aber ich habe hier noch zwei Jahre Vertrag und dann werden wir sehen, was passiert."

Das klang dann eher nicht nach einem klaren Bekenntnis zur Spielvereinigung, bei der er nach dem Aufstieg um drei Jahre verlängert hatte. Bereits im Winter hatte es großes Interesse aus der US-amerikanischen MLS am Angreifer gegeben, doch das offenbar gut dotierte Angebot schlug Hrgota aus. "Als Kapitän muss man sowas machen", sagte er auf Nachfrage. Vor allem "nach dieser Hinrunde, in der wir nicht so gut gespielt haben und wegen der wir auch abgestiegen sind. Ich würde nie meine Mannschaft und die Fans im Stich lassen."

Also: Geht er? Bleibt er? So ganz eindeutig waren die Aussagen vor den Fernsehkameras ja nicht gewesen. "Ich habe gesagt, dass wir nicht wissen, wie es aussieht im Sommer", betonte Hrgota, das gelte "für alle im Kader, wir haben viele Spieler, die keinen Vertrag haben". Dazu gehört unter anderem sein ehemaliger Sturmpartner Havard Nielsen, aber auch sein langjähriger Kollege Sascha Burchert.

Eines aber wollte Branimir Hrgota in diesen traurigen Minuten noch loswerden. "Ich liebe diesen Verein", sagte er. "Das hat man denke ich auch gesehen, denn ich habe immer alles versucht."

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