Treuer Torwart: Mathenia verlängert beim FCN bis 2024

21.5.2019, 16:39 Uhr
Spektakulär: Christian Mathenia war in einer oft unlustigen Club-Saison einer der wenigen Spieler, die beim FCN richtig Spaß machten.

Spektakulär: Christian Mathenia war in einer oft unlustigen Club-Saison einer der wenigen Spieler, die beim FCN richtig Spaß machten. © Sportfoto Zink / DaMa

Der kicker hatte es bereits am frühen Dienstagmorgen annonciert. Am Nachmittag folgte die Bestätigung des Vereins: Christian Mathenia hat seinen ohnehin bis 2021 gültigen Vertrag beim FCN verlängert. Und das nicht einfach so! Fünf Jahre noch beträgt die ausgedehnte Laufzeit von Mathenias Arbeitspapier fortan. Dass der Club seinem Super-Torwart einen entsprechenden Vertrag offerierte, spielte dem auch von Erstligisten umworbenen Keeper in die Karten: "Ich habe mich über das Angebot sehr gefreut, schließlich ist es nicht gewöhnlich, dass man sich so lange bindet. Da ich im Sommer zum ersten Mal Vater werde, freue ich mich über die Planungssicherheit“, lässt Mathenia, der mit einer Unterfränkin liiert ist, auf der vereineigenen Website ausrichten.

 

Für den Club, der bei seinem Ansinnen alsbald in Oberhaus zurückzukehren auf ein stabiles Gerüst bisheriger Leistungsträger setzen will, ist die langfristig angelegte Weiterbeschäftigung des in der abgelaufenen Saison so formstarken Schlussmanns ein echter Coup. Ein Erfolg auch für Sportvorstand Robert Palikuca, seit knapp einem Monat als Baumeister für die Neuausrichtung und Kaderplanung des FCN zuständig, von dem wahrscheinlich auch Signalwirkung ausgehen könnte. Dann, wenn es darum geht, neben Mathenia auch andere Spieler, die bei Nürnbergs Herz- und Schmerzverein herausstachen, für ein Engagement in Liga zwei und das Projekt Wiederaufstieg zu gewinnen.

Dass Mathenia in der zurückliegenden Spielzeit beim Club mit zum Großteil grandiosen Leistungen herausstach, muss eigentlich nicht extra erwähnt werden. Dabei musste sich der inzwischen 27-Jährige, der im vergangenen Sommer nach der Havarie des HSV seine Torwarttätigkeit beim Traum-und-Traumata-Club aus der Noris aufnahm, beim Altmeister zunächst hinten anstellen. Aufstiegstrainer Michael Köllner gab Fabian Bredlow den Vorzug und entschied sich nach einigen Patzern des zudem wenig Stabilität ausstrahlenden Aufstiegskeepers an der Torhüter-Hierarchie etwas zu ändern. Vom Heimspiel gegen Hoffenheim weg, als Mathenia mit da schon großartigen Paraden das Spiel zumindest eine Halbzeit offen hielt, streifte der gebürtige Mainzer - die aus dem Schalke-Spiel resultierende Verletzungspause ausgenommen - im Pflichtspielbetrieb für den FCN fortan durchgehend die Handschuhe über - und machte zwischen den Pfosten dabei meist eine famose Figur.

Brillanz und Bierruhe

Mathenia begeisterte mit sensationellen Paraden, seine Souveränität und Selbsverständlichkeit, mit denen der Keeper auch schwierigste Prüfungen löste, strahlten vor allem in Rückrunde auf seine zuvor doch oft wackligen Vorderleute aus, sodass sich der Club bis ins letzte Saisondrittel hinein lange Hoffnung machen durfte, seine Erstliga-Zugehörigkeit zu behaupten. Als besonderer Arbeitsnachweis in einer langen Liste formstarker Leistungen diente dabei sein Mega-Auftritt gegen den FC Bayern, als Klasse-Mathenia dem Klassenprimus aus München mit Brillanz und Bierruhe so einige Treffer verweigerte.

Dass sich Mathenia einen Verbleib in Franken trotz Abstieg vorstellen konnte, hatte dieser schon vor dem kicker-Bericht angedeutet. Nürnbergs Nummer 1 fühlt sich in Nürnberg wohl, wird dort wertgeschätzt und auch in Zukunft eine Führungsrolle am Neuen Zabo haben. So fehlte eigentlich nur noch die Bestätigung, dass aus Mathenias angeblichen Bekenntnis zum Club auch in einem angepassten Arbeitspapier fixierte Realität wird. Diese folgte - wie erwähnt - am Dienstagnachmittag. Nach einigen netten, vorgeschalteten Videoschnipseln auf Twitter.

Warum man sich beim FCN, dem auch der erfahrene Patric Klandt und der junge Österreicher Jonas Wendlinger als Torhüter treu bleiben, so über Mathenias Verbleib freut, machte Robert Palikuca just nach der Verkündigung des Fünf-Jahre-Coups deutlich: "Über die Jahre hat den 1. FC Nürnberg immer wieder die Konstanz im Tor ausgezeichnet. Wir sind sicher, dass Christian die Klasse hat, eine Ära zu prägen. Er ist nicht nur Leistungsträger auf dem Platz, sondern mit seiner Erfahrung und seinem Auftreten auch eine wichtige Stütze in der Kabine", erklärte und lobte der Sportvorstand der Rot-Schwarzen. Und ergänzte, dass Mathenia "verschiedene lukrative Anfragen von anderen Vereinen" vorliegen hatte, man seinen Vorzeigekeeper aber "von der vielversprechenden Perspektive beim FCN" überzeugen konnte. Wie diese Perspektive aussehen soll, deutet Mathenia auf der Club-Homepage selbst an. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir hier schon bald wieder einen gemeinsamen Grund zum Feiern haben werden."

 

+++ Dieser Artikel wurde um 16.39 Uhr um die offizielle Bestätigung des Mathenia-Verbleibs ergänzt +++

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