Vierfacher Weltmeister nimmt's mit Humor

Unterhosen-Eklat in der Formel 1: Vettel protestiert in Puma-Boxershorts

Alexander Aulila

Online-Redaktion

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7.5.2022, 13:45 Uhr
Unterhosen-Eklat in der Formel 1: Vettel protestiert in Puma-Boxershorts

© IMAGO / Motorsport Images; Montage: nordbayern.de

Schnelle Autos zwischen Palmen und einem riesigen Football-Stadion: Der Große Preis von Miami verspricht, in dieser Saison eines der Highlights im Rennkalender zu werden. Den Glamour des Rennens im "Sunshine State" Florida karikierte am Freitag allerdings ausgerechnet einer der Superstars der Königsklasse des Motorsports. Im Mittelpunkt steht der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel - und graue Boxershorts eines fränkischen Textilherstellers.

Der Motorsport-Weltverband FIA schreibt den Fahrern jetzt nämlich genauer vor, was sie unter ihrem Rennanzug tragen dürfen. Die Unterwäsche der Piloten muss nämlich feuerfest sein, um den FIA-Normen zu entsprechen. Alle Fahrer mussten in einer schriftlichen Erklärung versichern, die neuen Regeln einzuhalten. Renndirektor Niels Wittich kündigte zudem an, die Einhaltung der Regeln stichprobenartig zu kontrollieren.

Ärger um Boxershorts und Schmuck

Für alte Hasen wie Vettel ein Affront: "Ich denke, dass es bis zu einem gewissen Grad um persönliche Freiheit geht, und wir sind alt genug, um unsere Entscheidungen außerhalb des Autos zu treffen, also sollten wir alt genug sein, Entscheidungen auch im Auto zu treffen", erklärt sich der Aston-Martin-Pilot. Vettel zog kurzerhand aus Protest Puma-Boxershorts über seinen Rennanzug und spazierte damit durch die Boxengasse. Ex-Fahrer und Sky-Experte Ralf Schumacher hat dafür kein Verständnis: "Ich finde es alles ein bisschen kindisch, ganz ehrlich". Vettel solle es eigentlich begrüßen, dass es hier um die Sicherheit ginge, betont Schumacher.

Im Fokus steht an diesem Wochenende aber auch der siebenfache Weltmeister Lewis Hamilton. Teil der FIA-Regeln ist auch, dass die Piloten unter dem Overall und Helm keinen Schmuck mehr tragen dürfen. Sollte es zu einem Unfall kommen, könnten Ringe, Ketten oder Piercings Hindernisse für die Ersthelfer und Ärzte sein. Diese Argumentation stößt bei Hamilton allerdings auf wenig Verständnis: "Ich bin seit 16 Jahren in diesem Sport und habe lange Schmuck getragen. Ich habe nur meine Ohrringe und mein Nasenpiercing". Im Vorfeld betonte der Vize-Weltmeister der vergangenen Saison noch, nicht einknicken zu wollen, stieg im ersten Training dann aber trotzdem ohne Ohrschmuck in seinen Mercedes. Für das Entfernen des Nasenrings hat ihm die FIA nun aber zwei Rennen Zeit eingeräumt, um ihn entfernen zu lassen. Der 37-Jährige selbst könne es gar nicht herausnehmen, stellte er klar.

Auch Lewis Hamilton protestierte - griff dafür aber in die Schmuckkiste.

Auch Lewis Hamilton protestierte - griff dafür aber in die Schmuckkiste. © Wilfredo Lee/AP/dpa

Mit drei Uhren im Fahrerlager

Vettel wittert hier sogar Schikane. "Es ist unnötig, dieses Thema aufzublasen. Das fühlt sich nach einer persönlichen Sache an, die auf Lewis abzielt", kommentiert der 34-Jährige die Regel. Hamilton selbst entschied sich auch zu einem Protest - und trug im Fahrerlager gleich drei Uhren, diverse Armbänder und Halsketten sowie acht Ringe. Immerhin für die Uhren hatte der eloquente Brite eine gute Erklärung parat: "Die sind auf drei unterschiedliche Zeitzonen eingestellt, nur für den Fall der Fälle".

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