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Warum Junge die Nürnberg Falcons nicht mehr coacht

Ex-Trainer sagt selbst: "Es ergibt Sinn, das so zu machen" - 06.09.2019 17:23 Uhr

Ralph Junge wird auch weiterhin bei den Falcons eine gewichtige Rolle spielen. © Sportfoto Zink/WoZi


Geplant hatte Ralph Junge diesen Schritt schon seit längerem. In mehreren Gesprächen ließ der bisherige Geschäftsführer, Sportdirektor und Chefcoach der Nürnberg Falcons durchblicken, dass er alle seine Ämter nicht auf Dauer gleichzeitig ausüben würde wollen. Irgendwann sollte Schluss sein mit dem Dasein als Cheftrainer, als Verantwortlichem für alles.

Am Freitag hat der 50-Jährige den Schritt nun auch vollzogen und ist nun nur noch Geschäftsführer, Sportdirektor und Assistenzcoach beim Basketball-Zweitligisten. Als Cheftrainer übernimmt nun der bisherige Assistent von Junge, Vytautas Buzas. "Es ergibt Sinn, das so zu machen", ist Junge sich sicher.

"Zu 97 Prozent noch selbst gemacht"

Gelegentlich leitete der ehemalige litauische Nationalspieler schon das Training, wenn Junge aufgrund von Terminen wie der Sponsorenakquise verhindert war. "Zu 97 Prozent habe ich das aber noch selbst gemacht“, sagt der künftige Assistent. Über den anstehenden Schritt ist die Mannschaft schon seit längerem informiert, Buzas hat die Trainingsleitung bereits in der Saisonvorbereitung übernommen. Junge und Buzas haben ein sehr gutes Verhältnis, in die tägliche, sportliche Arbeit bleibt Junge unverändert eingebunden.

Interessant an der Konstellation ist jedoch, dass der eigentliche Chef des Vereins nun dem Trainer assistiert. Wer wird das letzte Wort haben? "Im Coaching Vytautas das letzte Wort, keine Frage", antwortet Junge, ohne zu zögern. Zunächst wird er als Assistent immer dabei sein, das ist mit seinem Nachfolger auch so besprochen und von diesem gewünscht. Wie sich die Angelegenheit dann weiter entwickelt bleibt abzuwarten.

China-Reise abgesagt

„Vytautas ist jetzt im dritten Jahr hier und ich finde es ist jetzt der richtige Zeitpunkt“, erklärt Junge den Schritt. Seit 1998 stand er bislang als Verantwortlicher an der Seitenlinie. "Irgendwann ist es zu viel“, berichtet Junge. Seit er im Sommer 2014 nach Nürnberg kam, häuften sich die Ämter. Erst Trainer und Sportdirektor, dann nach dem Erhalt des Nürnberger Basketballs in der zweiten Liga auch Geschäftsführer. "Ich erhoffe mir weiter viel Arbeit“, erzählt er trotzdem. Zum Rumsitzen ist er nicht geeignet, gegen etwas mehr Freizeit hätte er trotzdem nichts.

Wer die Falcons aktuell in China wähnt, liegt nebenbei falsch. Eigentlich sollte eine Turnierreise ins Reich der Mitte stattfinden, doch der Wettbewerb wurde von der chinesischen Regierung abgesagt. Hintergründe dafür sind kaum zu erfahren. Die Falcons testen nun stattdessen am Samstag (16.30 Uhr) in Crailsheim gegen den Erstligisten Weißenfels. "Wir haben in den letzten Wochen gute Fortschritte gemacht, was wir jetzt unter Beweis stellen können“, so Buzas, der neue Chefcoach.

Florian Jennemann

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