Wasserball: Drei Nürnberger in Nationalmannschaft

Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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17.11.2020, 07:03 Uhr
Wasserball: Drei Nürnberger in Nationalmannschaft

© Foto: Roland Fengler

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten aus dem Nürnberger Sport. Marc Steinberger kann sogar zwei davon erzählen. Seit vielen Jahren kümmert sich Steinberger sehr intensiv um die jungen Wasserballer der Barracudas, einer Kooperation aus dem Post-SV und dem FCN Schwimmen. Jedes Jahr haben sie sich gemeinsam ein bisschen weiterentwickelt, haben neue Erfolge gefeiert – in den vergangenen Wochen ist die Entwicklung auf einem vorläufigen Höhepunkt angekommen.

Erst wurde die U12 der Barracudas nach Erfolgen auf bayerischer und süddeutscher Ebene in Stuttgart sehr überraschend Deutscher Vizemeister, kurz darauf wurden in Dima Vasilev, Albert Luthardt und Dima Leichter erstmals drei Nürnberger Spieler für die Jugend-Nationalmannschaft nominiert. "Wir wussten, dass sie die Möglichkeit haben, es in die Nationalmannschaft zu schaffen", sagt Steinberger, der zwei von drei Spielern seit Jahren als Trainer begleitet. "Die Frage war, ob sie es auch schaffen. Denn reines Talent reicht im Normalfall nicht aus."

Morgens im Wasser

An den Rohdiamanten hat Steinberger mit den anderen Trainern der Barracudas sehr viel geschliffen, "wir haben sechs- bis neunmal pro Woche trainiert und sind auf ein sehr hohes Niveau gegangen, um sie auf diesem Weg zu unterstützen", erzählt er. Oftmals waren die Jugendlichen schon morgens vor der Schule im Wasser, nach dem Unterricht ging es weiter mit dem Training.

An einer Sportschule wie der Bertolt-Brecht-Schule ließe sich dieser hohe sportliche Anspruch noch ein bisschen besser mit dem schulischen Anspruch verbinden, bislang ist Wasserball aber nicht als Sport an der BBS anerkannt. "Es braucht Nationalsportler, um an der BBS aufgenommen zu werden, aber es ist schwer, Nationalspieler ohne diese Unterstützung zu formen", sagt Steinberger. "Die Nominierung ist also ein weiterer Schritt in die richtige Richtung."

Mit der Aufnahme an die "Eliteschule des Sports" könnten die Schüler beispielsweise die Oberstufe von zwei auf drei Jahre strecken, "das wäre wichtig, um die Sportler hier halten zu können, weil sie alles besser unter einen Hut bringen können", sagt Steinberger.

"Das ist das klare Ziel"

Die Entscheidung darüber liegt beim Deutschen Olympischen Sportbund, dem die erfolgreiche Arbeit in Nürnberg sicher nicht verborgen geblieben sind. Landesstützpunkt ist die Stadt bereits, Marc Steinberger koordiniert die Arbeit, steht aber trotzdem noch viel am Beckenrand. In Nemanja Antic haben sie zudem einen sehr erfahrenen Nationaltrainer – alles kleine Erfolge der vergangenen Jahre, die zum jetzigen großen Erfolg beigetragen haben.

Doch es soll nur ein erster Schritt sein. Perspektivisch sollen auch in der Herren-Nationalmannschaft Menschen durch das Wasser pflügen, die in Nürnberg großgeworden sind. "Das ist das klare Ziel", sagt Steinberger, "und die Entwicklung zeigt genau das an." Bislang konnten Dima Vasilev (Jahrgang 2006), der in Nürnberg für die U14 spielt, sowie Albert Luthardt und der aus Weiden an den Stützpunkt gewechselte Dima Leichter (beide Jahrgang 2004) noch nicht für den "Nationalkader 2" spielen – die Pandemie macht natürlich auch vor dem Wasserball nicht Halt.

Ansonsten kommen sie bei den Barracudas aber ganz gut zurecht mit der schwierigen Situation. Die Sportler des Landeskaders dürfen weiterhin gemeinsam trainieren, wenngleich natürlich viel Verwaltungsarbeit anfällt, bevor es ins Wasser geht. "Wir setzen auf strenge Nachverfolgung", sagt Steinberger, bislang sind alle gesund geblieben.

20 neue Mitglieder haben sie in diesem Jahr verzeichnet, weil sie sehr präsent sind an den Schulen. Wenn die Pandemie vorbei ist, soll es weitergehen mit den guten Nachrichten. Das nächste Ziel: Die Männer sollen in die zweite Liga aufsteigen.

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