Was war da denn los? 

Tausende von Anfragen: Hotline von bayerischer Behörde bricht zusammen - Bürger verunsichert

André Ammer
André Ammer

Region und Bayern

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Die Hotline des Landesamtes für Statistik (LfSt) brach am Donnerstag angesichts unzähliger Anrufe von verunsicherten Bürgern zusammen. Dieses Symbolbild zeigt die Mitarbeiterin eines Callcenters und hat mit den aktuellen Vorfällen im LfSt nichts zu tun.

Die Hotline des Landesamtes für Statistik (LfSt) brach am Donnerstag angesichts unzähliger Anrufe von verunsicherten Bürgern zusammen. Dieses Symbolbild zeigt die Mitarbeiterin eines Callcenters und hat mit den aktuellen Vorfällen im LfSt nichts zu tun. © Hans Prinsen/colourbox.de

Etwa eine Million Schreiben hat das in Fürth beheimatete Landesamt in den vergangenen Tagen an Haus- und Wohnungseigentümer beziehungsweise -verwalter in Bayern versandt und damit einige Unruhe ausgelöst. Viele Adressaten hatten nämlich den Eindruck, dass diese Vorbefragung nur online möglich sei.

Und das brachte unter anderem Johann Zielbauer (Name geändert) aus Nürnberg auf die Palme. „Ich habe keinen Computer und werde mir nur wegen so was auch keinen anschaffen“, schimpft der 72-Jährige, der im Stadtteil Großgründlach ein Reihenhaus besitzt und stundenlang vergeblich versuchte, einen Ansprechpartner der Statistikbehörde ans Telefon zu kriegen.

Der Nürnberger Hauseigentümer ist nicht der einzige, der sich deswegen bei der Redaktion unserer Zeitung meldete. Mehrere Leserinnen und Leser beschwerten sich über die scheinbar einzige Möglichkeit, die gewünschten Daten zu übermitteln. Doch dem ist nicht so. „Wer nicht online reagiert, bekommt automatisch Mitte/Ende Oktober einen Papierfragebogen mit einem Erinnerungsschreiben zugeschickt“, erklärt Franziska Strauch von der Pressestelle des LfSt.

Das Dumme ist nur, dass diese Option in den aktuellen Unterlagen nicht erwähnt wird. „Ich habe mich gefragt, wie ich das jetzt machen soll. Nicht jeder hat ja Kinder oder Enkel, die sich mit so etwas auskennen“, sagt Johann Zielbauer.

"Das wird künftig anders laufen“

Beim Absender hat sich inzwischen die Erkenntnis durchgesetzt, dass diese Aktion nicht optimal gelaufen ist. „Wir bedauern das außerordentlich und ziehen unsere Lehren daraus. Künftig wird das sicherlich anders laufen“, sagt Behördensprecher Michael Blabst, der von mehreren tausend Anrufen innerhalb weniger Stunden berichtet.


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Zwar hatte das Landesamt umgehend auf den Ansturm von Bürgeranfragen am Donnerstag reagiert und den 30- bis 40-köpfigen Mitarbeiterpool für die Hotline aufgestockt, aber irgendwann ging nichts mehr. Stundenlang bekamen die Anrufer nur noch eine Bandansage zu hören.

Auch am Freitag war das Aufkommen von Anrufen noch hoch, doch die Hotline war wieder erreichbar. Franziska Strauch weist dennoch darauf hin, dass kein Anlass zur Eile besteht. Für das Ausfüllen des Fragebogens - ob nun online oder in Papierform - hätten die Bürgerinnen und Bürger alle Zeit der Welt.

Daten müssen laut EU-Richtlinie erhoben werden

Hintergrund der aktuell laufenden Befragung ist eine Richtlinie der EU, die alle Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, den Wohnungsbestand und die Wohnsituation der Bevölkerung zu erheben. Die Ergebnisse dieser Gebäude- und Wohnungszählung dienen insbesondere als Entscheidungsgrundlage für wohnungspolitische und raumplanerische Maßnahmen.

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