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"Betriebswirtschaftlich notwendig": Faber-Castell baut Dutzende Stellen ab

Betroffen sind der Stammsitz in Stein sowie der Standort Geroldsgrün - 09.12.2020 11:43 Uhr

Insgesamt arbeiten weltweit knapp 8000 Mitarbeiter bei Faber-Castell.

12.12.2019 © Daniel Karmann


Vorstand und Geschäftsführung von Faber-Castell haben den Transformationsprozess "Think Future" in Gang gesetzt. Ziel ist nach Angaben des Steiner Unternehmens einerseits, sich noch besser an den Kundenbedürfnissen sowie an den Themen Nachhaltigkeit und Kreativität auszurichten; andererseits soll die Produktivität gesteigert und Kosten gesenkt werden. Eignerfamilie und Aufsichtsrat unterstützten diesen Prozess "vollumfänglich", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

"Mit ,Think Future' beginnen wir gemeinsam und konsequent einen nachhaltigen Veränderungsprozess. Die neuen Strukturen bringen uns noch näher an die Märkte, machen uns schneller und agiler und schaffen gleichzeitig die Grundlagen für eine neue Innovationkultur", sagt Stefan Leitz, Vorstandsvorsitzender der Faber-Castell-Gruppe. Das Unternehmen reagiere mit diesem Programm auf den strukturellen Wandel der Handelslandschaft und das veränderte Konsumentenverhalten sowie auf die wirtschaftliche Entwicklung, die durch monatelange Lockdowns im Bildungssektor und im Einzelhandel in Teilen Lateinamerikas, Asiens und Europas eingetreten sei.

Kündigungen nicht ausgeschlossen

Bitter für die Beschäftigten: Mit der Reorganisation des Unternehmens sei auch ein Abbau von rund 110 Stellen im Bereich der angestellten und gewerblichen Mitarbeiter an den Standorten Stein und Geroldsgrün (Oberfranken) verbunden.

„Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Sie ist jedoch betriebswirtschaftlich notwendig. Unser Ziel ist es jetzt, zeitnah und gemeinsam mit dem Betriebsrat eine für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen faire und gute Lösung zu finden, die auch unserer Verantwortung für das Gesamtunternehmen gerecht wird. Ich bin überzeugt davon, dass uns das gemeinsam auch gelingen wird", so Leitz. Betriebsbedingte Kündigungen könnten jedoch nicht ausgeschlossen werden, sagte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage unserer Redaktion.

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Insgesamt arbeiten weltweit knapp 8000 Mitarbeiter bei Faber-Castell, davon 1145 in Deutschland. Vom Stellenabbau betroffen ist nach Unternehmensangaben neben der FaberCastell AG und der A.W. Faber-Castell Vertrieb GmbH (Schreiben und Zeichnen) auch die Cosmetics GmbH.

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