BioFach eSpecial: Über 1000 Aussteller sind dabei

28.1.2021, 17:58 Uhr
Dieses Jahr ist alles anders: Auch die Neuheitenschau der Messen BioFach und Vivaness finden digital statt. 

Dieses Jahr ist alles anders: Auch die Neuheitenschau der Messen BioFach und Vivaness finden digital statt.  © Günter Distler

"Als ich von dem eSpecial zum ersten Mal gehört habe, fehlte mir das Vorstellungsvermögen", sagt Petra Wolf, Mitglied der Geschäftsleitung der NürnbergMesse, während einer digitalen Pressekonferenz. Doch: "Es hat sich gezeigt, dass die Absage der normalen Messe richtig war."

Mittlerweile freut sich Wolf auf diese ungewöhnliche, in der Geschichte bisher einmalige Veranstaltung: "Das werden drei Tage voller Neuheiten, Trends, Kongressveranstaltungen und Wissenstransformation", kündigt sie an. Kunden können mit den Ausstellern in der virtuellen Welt in Kontakt treten. "Dadurch wird die Reichweite stark erhöht", wirbt Wolf. Ab 9. Februar können online bereits Termine vereinbart werden.


Horrorjahr für die NürnbergMesse


Angemeldet haben sich bisher 1251 Aussteller aus 81 Ländern, 600 Neuheiten werden präsentiert. Anmeldungen sind weiterhin möglich. "Wie viele am Ende dabei sind, können wir erst zum Start der Messe sagen", erklärt Wolf. Auch der Kongress findet mit rund 70 Terminen digital statt. Im Fokus stehe dabei ein "hochaktuelles Thema": Die Agrarwende - und wie sie von verschiedenen Bereichen besser vorangetrieben werden kann: "Shaping Transformation. Stronger, Together".

Wolf gibt aber auch zu bedenken: "Das Spüren und Erleben in den Messehallen ist durch nichts zu ersetzen." Das eSpecial sei eine Überbrückung in dieser schwierigen Zeit. "Nächstes Jahr werden wir uns wieder hier vor Ort treffen", ist Wolf optimistisch. Die Pandemie wird jedoch auch die BioFach und Vivaness langfristig verändern. "Die Zukunft der Messe wird eine Kombination aus vor Ort und digital sein", kündigt die Messefachfrau bereits an.

"Die Messe wird Geschichte schreiben"

"Die diesjährige Messe wird Geschichte schreiben, nicht nur wegen des ungewöhnlichen Formats", sagt Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandvorsitzender des Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), dem Spitzenverband der Bio-Branche. Der Bio-Bereich sei eine blühende, kreative, dynamische und wachsende Branche. "Das Wachstum ist erheblich", erklärt zu Löwenstein, dessen Verband jährlich zum Start der Messe aktuelle Zahlen veröffentlicht.

Klar ist bereits: Die Pandemie kurbelte das Wachstum in der Branche an. "Die Menschen machen sich zu Hause öfter mal ein gutes Bio-Rindfleisch, die Lieferdienste der Bio-Gemüsekisten Anbieter sind ausgebucht", beschreibt zu Löwenstein einige positive Auswirkungen. Aus seiner Sicht werde ein Umbau des Agrar- und Ernährungssystem immer wichtiger.

Louise Luttikholt, Geschäftsführerin der internationalen Vereinigung der Öko-Landbaubewegung IFOAM - Organics International, meint: "Die Pandemie hat den Menschen die Augen geöffnet. Corona macht deutlich, dass wir eine Transformation brauchen, um unser Erdsystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen." Eine Veränderung der Landwirtschaft werde auch eine Ernährungswende mit sich bringen.

Auch die Kosmetikbranche profitiert

Der Gesundheits- und Nachhaltigkeitsaspekt, der in der Bevölkerung laut Branchenkennern immer mehr zum Vorschein kommt, spielt jedoch nicht nur bei den Lebensmitteln eine große Rolle, auch die Bio-Kosmetikbranche profitiert davon. "Der Gesamtkosmetikmarkt ist gesättigt, im Bereich Naturkosmetik rechnen wir dagegen 2020 im Vergleich zu 2019 mit einem Umsatzplus zwischen 5,5 und 7 Prozent", freut sich Mirja Eckert, Inhaberin der Agentur TheNew und Inhaberin des Marktforschungstools „Naturkosmetik Konzepte“, das sie von Elfriede Dambacher übernommen hat.

Im Bereich des Naturkosmetikmarktes gab es in Deutschland vergangenes Jahr 1,3 Millionen Neukunden. Das Einkaufsverhalten habe sich, wie in vielen anderen Branchen, stark verändert. "Märkte, in denen man schnell und unkompliziert alles einkaufen kann, profitieren", stellt die Trendforscherin Mirja Eckert fest. Neben der stationären Einkaufsfläche gebe es eine "verlängerte Ladentheke im digitalen Raum".

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