Veranstaltungen auch in Neumarkt und Ansbach

Bundesweiter Aktionstag "Mietenstopp": Nürnberger Mieterbund lädt zur Radtour ein

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Politik und Wirtschaft

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9.10.2022, 06:00 Uhr
Aktionstag "Mietenstopp": Vergangenes Jahr machte der Mieterbund in Nürnberg eine Kundgebung, diesmal wird geradelt.

© Michael Matejka, NNZ Aktionstag "Mietenstopp": Vergangenes Jahr machte der Mieterbund in Nürnberg eine Kundgebung, diesmal wird geradelt.

Ein Gebäude eines großen Wohnungsunternehmens und eine Neubau-Baustelle - das ist der Fahrplan für eine "Alternative Radtour", die Gunther Geiler für den Aktionstag "Mietenstopp" am 8. Oktober vorschwebt. Der Chef des Deutschen Mieterbundes Nürnberg und Umgebung freut sich auf viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, denen er an den beiden Haltestellen wichtige Informationen an die Hand geben möchte. Startpunkt ist um 14 Uhr auf dem Jakobsplatz in Nürnberg.

Bei den zwei Stopps könnten Themen angesprochen werden, die sinnbildlich für die Probleme auf dem Wohnungsmarkt stünden: "Immer nur auf die steigenden Preise zu gucken, kommt zu kurz", sagt Geiler und verrät Hintergründe zu den gewählten Orten: Bei einem Vonovia-Gebäude in der Spenglerstraße soll die "Problematik des Handelns großer Wohnungskonzerne aufgezeigt werden", erläutert Geiler.

Bewohner wehren sich erfolgreich gegen Mieterhöhung

In dem Objekt sei versucht worden, über den Vorwand der energetischen Modernisierung Mieten anzuheben, sagt er weiter. "Fast alle Bewohner haben sich erfolgreich gewehrt und stehen dort als Ansprechpartner zur Verfügung."

Die zweite Station führt zum Neubauprojekt Seetor am Rande von Mögeldorf: "An den für solche Projekte aufgerufenen Preisen wird erläutert, weshalb Neubau - wenngleich als ein Baustein zur Lösung des Wohnungsproblems wichtig - nicht das Allheilmittel ist", sagt der Chef des Nürnberger Mieterbundes. Neubau spreche überwiegend zahlungskräftige Klientel an und eigne sich zum Beispiel nicht für den Sektor, in dem es aktuell brenne und Wohnungsnot herrsche.

Ehrliche Debatte zur Nachverdichtung gewünscht

Zugleich soll hier auch das Thema Nachverdichtung angesprochen werden. Diese sei zwar politisch erwünscht, fände aber bei Bürgerversammlungen eher keine Fürsprecher außer den Mieterbund - anders sei es nur hier in Mögeldorf gewesen. "Es gibt meistens keinen, der im Sinne der Mieter für Nachverdichtung argumentiert. Es heißt oft nur: Nachverdichtung ja, aber nicht bei uns." Doch wenn mehr Wohnungen gebaut werden, wird es zwangsläufig dichter. Geiler wünscht sich hier eine ehrliche Debatte.

In ganz Deutschland hat die Kampagne "Mietenstopp", in der sich der Deutsche Mieterbund, der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Paritätische Gesamtverband und mehrere Mieter-Initiativen zusammengeschlossen haben, zu Aktionen aufgerufen. In der Region beteiligen sich neben Nürnberg auch Ansbach mit einem Infostand an der Riviera (10 bis 13 Uhr) und Neumarkt.

Sofa-Gespräche in Neumarkt am 7. Oktober

In Neumarkt in der Oberpfalz macht der Deutsche Gewerkschaftsbund auf dem Rathausplatz bereits am 7. Oktober von 15 bis 17.30 Uhr auf das Thema aufmerksam. Unter dem Motto "Bezahlbares Wohnen in Neumarkt" werde es aufblasbare Sofas und Mitmachaktionen geben, "wo wir mit Bürgerinnen und Bürgern, aber auch mit Stadtratsvertretern ins Gespräch kommen", erzählt Regionssekretärin Katja Ertl vom Kreisverband Neumarkt. "Wir setzen uns dafür ein, dass die Kommunen bessere Kontrolle über den Grund und Boden in ihrer Gemeinde bekommen."

Diese bräuchten ein preislimitiertes Vorkaufsrecht und die finanziellen Ressourcen, um einen Bodenfonds auflegen zu können. Zudem müsse gewährleistet sein, so Ertl weiter, dass Flächen im kommunalen Besitz auf Dauer für eine soziale und ökologische Stadtentwicklung genutzt werden.

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