Corona ließ Aufträge in Flugsparte einbrechen

Diehl rechnet auch 2021 mit roten Zahlen

Nicole Netter, Redakteurin Politik und Wirtschaft
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6.7.2021, 15:42 Uhr
Das Nürnberger Familienunternehmen Diehl besteht aus mehreren Teilbereichen - ein wichtiger Stabilisator in Krisenzeiten. 

© Felix Kästle, NNZ Das Nürnberger Familienunternehmen Diehl besteht aus mehreren Teilbereichen - ein wichtiger Stabilisator in Krisenzeiten. 

Leerer Himmel, ausgedünnte Auftragsbücher: Auf diese simple Formel lassen sich die Geschäftszahlen von Diehl herunterbrechen. 2020 ist der Umsatz des Nürnberger Mischkonzerns, der in der Region 3300 Mitarbeiter beschäftigt, um 18 Prozent auf 2,98 Milliarden Euro zurückgegangen. Für das Minus war die Flugzeug-Zuliefer-Sparte, in der der Umsatz um 41 Prozent schrumpfte, fast allein verantwortlich.

Kunden wie Boeing und Airbus, denen Diehl unter anderem Elektronik und Kabinen zuliefert, hätten ihre Order im Zuge der Pandemie und der damit verbundenen Reisebeschränkungen massiv heruntergefahren, sagt Diehl-Sprecher Michael Prymelski. Umso wichtiger sei auch in diesem Jahr gewesen, dass das Unternehmen mehrere Standbeine hat. Neben dem Luftfahrtbereich, in dem 1200 der zuvor 6000 Stellen abgebaut werden, verfügt Diehl noch über die Teilbereiche Metall, Metering, Controls und Defence.

Da der Rüstungsbereich laut Prymelski aufgrund langfristiger Vorbestellungen keine konjunkturelle Delle erfahren hat und auch die anderen drei Bereiche im zweiten und dritten Quartal 2020 stark waren, stehe das Unternehmen trotz eines Ergebnisses von minus 132,1 Millionen Euro (Vorjahr: plus 121,4 Millionen) "stabil da". Allerdings werde man die Auswirkungen des Corona-Jahres sowie die derzeitigen Lieferschwierigkeiten etwa bei Halbleitern und Kunststoff noch bis Mitte des Jahrzehnts spüren. Für das Geschäftsjahr 2021 rechnet Diehl noch mit roten Zahlen, vor allem aufgrund der Unwägbarkeiten im Bereich Aviation.

Trotz allem habe die Krise aber auch ihr Gutes gehabt, so Prymelski. Zum Beispiel könne Diehl Aviation Flugzeugkabinen bereits so ausstatten beziehungsweise umbauen, dass etwa Mülleimer, Toilettendeckel, Wasserhähne oder Fensterblenden ohne Berührung bedient werden können. Ein Geschäftsbereich, dem eine Viruskrise Aufwind geben könnte.

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