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Fränkische Jobs in Gefahr? Wieder Schicksalstage bei Siemens

Umbau geht weiter: Konzern kommt unter Joe Kaeser weiter nicht zur Ruhe - 07.05.2019 05:36 Uhr

Das Geschäft mit den Gasturbinen bei Siemens läuft weiter durchwachsen. © Siemens


Es geht um den Energiesektor, speziell um die lahmende Kraftwerkssparte, bei der Kaeser allmählich die Geduld zu verlieren scheint. Im Herbst vergangenen Jahres hatten sich Arbeitnehmer und Konzernspitze auf einen Kompromiss zur Lösung der Probleme in der Kraftwerkssparte geeinigt, die jetzt nach einer internen Umorganisation zum Bereich "Gas & Power" gehört. Das Problem der Sparte: Weltweit werden im Bereich der großen Turbinen zur Stromerzeugung viermal so viele Aggregate gebaut, wie der Markt benötigt, entsprechend mörderisch ist der Wettbewerb. Siemens als einer der großen globalen Anbieter fuhr zeitweise sogar Verluste ein.

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Über 40.000 Mitarbeiter beschäftigt Siemens in Nordbayern. Damit ist das Unternehmen der größte private Arbeitgeber der Region. Aktuell wird der Konzern von Vorstandschef Joe Kaeser mal wieder umgebaut - doch das ist beileibe nicht das erste Mal, dass sich Siemens in seiner Geschichte neu aufstellt.


Konzernchef Kaeser setzte in den Verhandlungen Einsparungen in Deutschland in Höhe von 270 Millionen Euro durch, dafür streicht Siemens in dem Bereich statt der ursprünglich geplanten 3400 "nur" 2900 Stellen in Deutschland. Die von Schließung bedrohten Standorte wie Görlitz oder Berlin sollen erhalten bleiben. Für Erlangen bedeutet der Kompromiss den Verlust von 500 Arbeitsplätzen.

Verschiedene Alternativen im Gespräch

Doch Kaeser reicht das nicht. Am heutigen Dienstag tagt der Siemens-Aufsichtsrat. Und wie aus München zu hören ist, sollen dort möglicherweise schon heute die finalen Entscheidungen über die Zukunft des Sektors fallen.

Verschiedene Alternativen sind im Gespräch. So wird im Unternehmen und in den Medien über den Verkauf von Teilen an einen chinesischen Investor spekuliert. Daneben gilt einigen wenigen auch ein Börsengang als denkbare Lösung – wobei sich die Frage stellt, ob Kaeser angesichts der Probleme der Kraftwerkssparte überhaupt einen annehmbaren Preis erzielen könnte. Als weitaus realistischer schätzen Beobachter die vom Manager Magazin schon im März angedeutete Lösung ein, das Energiegeschäft – als Minimalziel die Kraftwerkssparte, wie es damals hieß – in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Konkurrenten Mitsubishi Heavy Industries einzubringen, wobei Kaeser dem Vernehmen nach eine Minderheitsrolle für Siemens anstrebt, weil er nur so den aus seiner Sicht enttäuschenden Bereich aus der Bilanz heraushalten kann, die dann entsprechend makellos wäre.

Ob es so kommt scheint allerdings noch nicht entschieden zu sein. Insbesondere die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, so heißt es, wollen die Sparte im Konzern halten.

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Klaus Wonneberger

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