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Infektionsrisiko Mittagspause: So schützen Kantinen die Firmenmitarbeiter

In den Firmen der Region heißt es: Weniger Sitzplätze, Maskenpflicht und keine Selbstbedienung - 24.10.2020 06:00 Uhr

Einfach dicht mit allen Kollegen beisammen sitzen, das ist aktuell nicht erlaubt. 

23.10.2020 © Christin Klose, dpa-mag


Currywurst ja, aber mit Abstand, so sieht es aktuell in den Unternehmenskantinen vieler fränkischer Betriebe aus. Denn um auch beim Mittagessen die Mitarbeiter vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, gibt es beim Essen einige Regeln der bayerischen Staatsregierung sowie der Unternehmen selbst zu beachten.

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Nur noch ein Drittel der Plätze gibt es zum Beispiel in der Kantine der Sparkasse am Lorenzer Platz. Nur so kann der obligatorische Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Tischen und Plätzen eingehalten werden. Lange Schlangen vor der Essensausgabe entstehen laut Sparkasse dennoch nicht, denn wie in vielen Firmen sind auch hier einige der rund 850 Mitarbeiter aus den Hauptstellen im Homeoffice. Doch das ist nicht der einzige Grund, berichtet ein Sprecher: "Der Abstand scheint auch die Gespräche zwischen den Kollegen zu verkürzen, meint unser Kantinenbetreiber, denn offenbar sitzen die Angestellten weniger lange zusammen als noch vor Corona."

Bei der Datev hat man für das Mittagessen in der Kantine direkt Zeitfenster eingeführt. "Wer in einem der Casinos essen möchte, muss sich hierfür über das Buchungstool anmelden und kann zwischen vier Zeitfenstern und zwei Menüs wählen", erklärt eine Sprecherin. So will das Unternehmen sicherstellen, dass trotz der stark reduzierten Sitzplätze alle Mitarbeiter essen können. Wie in allen Kantinen gilt bis zum Platz absolute Maskenpflicht. "Gezahlt wird bargeldlos mit dem Mitarbeiterausweis."


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Eine Vorbestellung des Essens war übergangsweise auch in den Häusern des Fraunhofer-Instituts nötig. Da dort aber aktuell nur eine Person pro Büroraum anwesend sein soll, lassen sich die Besuchszahlen in der Kantine nun auch so gut bewältigen. Ansonsten "gelten dort Einbahn-Regelungen, Absperrbänder, Markierungen auf dem Boden und Plakate weisen auf die Abstände hin". Dass die Kantine nach dem Lockdown dort wieder geöffnet ist, kommt dabei nicht nur den Mitarbeitern zu Gute, merkt ein Sprecher des Institut an. "Unsere Kantinen sind verpachtet. Der Betrieb hilft also, Betriebe am Laufen zu halten."

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In der Unternehmenszentrale von Adidas in Herzogenaurach ist die Kantine zwar geöffnet, "angesichts der aktuellen Entwicklungen in der Region werden wir ab der kommenden Woche die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Herzogenaurach wieder deutlich reduzieren und auch den Kantinenbetrieb entsprechend zurückfahren", schreibt eine Sprecherin auf Anfrage. Derzeit dürfen von den rund 5400 Beschäftigten maximal 50 Prozent in den Büros arbeiten. In den Kantinen gilt ein Hygienekonzept, das unter anderem Zutrittsbeschränkungen und eine Einbahnstraßenregelung vorsieht, um Gegenverkehr und Menschenansammlungen zu vermeiden.

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Bei Siemens versorgte man nach dem ersten Lockdown im März die Mitarbeiter zunächst mit Lunchtüten. Ab Juli ging die Verpflegung mit warmen Mahlzeiten wieder los - natürlich unter den bekannten Hygieneregeln. Die stark verringerte Sitzanzahl wird dort über die Anzahl der Tablets gesteuert. Selbstbedienungstheken gibt es aktuell nicht, Salate, Desserts und Beilagen sind vorportioniert und abgepackt, um auch hier eine Ansteckung zu vermeiden.

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Zusätzlich zu den normalen Sitzplätzen im 1,5-Meter-Abstand hat der Konzern in der Kantine Sitzplätze für Risikogruppen eingeführt, die drei Meter von anderen entfernt sind. Größere Probleme schafft das trotz der rund 9000 Mitarbeiter nicht. Denn je nach Standort ist in den Häusern lediglich eine Belegung zwischen 20 und 40 Prozent der Mitarbeiter zugelassen. "Generell gilt: Wer kann, soll auch vom Homeoffice aus arbeiten", so ein Sprecher.

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