Joe Kaeser verteidigt Konzernumbau bei Siemens

Anja Kummerow / Gregor le Claire

Nürnberger Zeitung / Nürnberger Nachrichten

29.8.2020, 13:30 Uhr

© Peter Kneffel, dpa

"Es gibt nichts Schlimmeres als ungefragte Ratschläge", sagte Siemens-Chef Joe Kaeser in einem großen Doppelinterview mit der "Nürnberger Zeitung" und den "Nürnberger Nachrichten", dessen ersten Teil die beiden Tageszeitungen in ihren aktuellen Wochenend-Ausgaben (Samstag, 29. August) veröffentlicht haben.

Seinem designierten Nachfolger Roland Busch, der ab Oktober die operative Verantwortung bei Siemens übernimmt, will Kaeser diese deshalb ersparen. "Wenn er um Rat bitte, werde ich ihm den geben. Und wenn nicht, werde ich mich einfach freuen, dass er seine Sache gut macht."

Kaeser versicherte, dass er ein "sehr gutes und klares" Verhältnis mit Busch habe. Die Frage, ob er selber gerne noch einmal als Vorstandsvorsitzender verlängert hätte, verneinte er. "Wir haben die Nachfolge durch Roland Busch lange und umsichtig geplant. Und es ist ein guter Plan."

Abspaltung von Siemens Healthineers und Siemens Energy richtig

Den Umbau von Siemens von einem integrierten Konzern zu einem Verbund mehrerer Teilkonzerne - intern durchaus nicht unumstritten - verteidigte Kaeser vehement. "Wenn ich das Wort Ikone höre, bin ich alarmiert. Ikonen hängt man sich an die Wand", sagte der Siemens-Chef. Deshalb sei es richtig gewesen, beispielsweise die Gesundheitssparte als Siemens Healthineers in ein eigenständiges Unternehmen auszugliedern. Das gleiche gelte für den bevorstehenden Börsengang von Siemens Energy. "Man muss sich den Blick auf das bewahren, was um einen herum passiert."

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