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Leoni-Chef Kamper: "Wir müssen uns dramatisch verändern"

Welche Standorte vom Stellenabbau betroffen sein werden, ist noch offen - 18.03.2019 18:17 Uhr

Der Nürnberger Automobilzulieferer und Kabelproduzent Leoni hat enttäuschende Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 veröffentlicht. © Stefan Hippel, NN


Sechseinhalb Monate, nachdem Kamper den Vorstandsvorsitz bei den Nürnbergern übernommen hat, präsentierte er das Programm "Value 21". Ab sofort gilt bei Leoni ein Einstellungsstopp, Gehaltserhöhungen für außertarifliche und leitende Angestellte werden aufgeschoben, Reisen restriktiver genehmigt. Vor allem aber sollen in den nächsten zwei Jahren bis zu 2000 Stellen in der Verwaltung gestrichen werden, davon 500 in Hochlohnländern.

Welche Standorte davon genau betroffen sein werden, ist noch offen. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern beginnen laut Kamper erst jetzt und könnten für Deutschland bis ins dritte Quartal dauern. Für den Holländer aber ist klar: "Wir müssen alle unsere Strukturen hinterfragen und können davon leider keinen Standort ausnehmen. Wir müssen uns dramatisch verändern."

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Unsere Bilderstrecke zeigt die größten Arbeitgeber der Region. Sie beschäftigen derzeit etwa 127.000 Mitarbeiter unter anderem an den Standorten Nürnberg, Fürth, Erlangen, Ansbach, Zirndorf, Heroldsberg und Herzogenaurach. Nicht berücksichtigt sind öffentliche Einrichtungen wie Kommunen oder Kliniken.


Leoni beschäftigt weltweit 92.000 Mitarbeiter. Von "Value 21" betroffen sein könnten in der Region unter anderem die Zentrale in Nürnberg sowie das Kabelwerk in Roth. Arbeitnehmervertreter kündigten Gesprächsbereitschaft an.

Als Hauptübel hat Kamper die fehlende Transparenz im Unternehmen ausgemacht. Fehlentwicklungen würden daher zu spät erkannt - mit teils teuren Folgen. Das Motto heiße künftig daher: Cash, not growth - Einnahmen vor Umsatz. Man wolle das Wachstumstempo reduzieren und Komplexität herausnehmen.

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