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Loewe-Insolvenz: Teil der Fertigung wird verkauft

Die Abwicklung des oberfränkischen TV-Herstellers geht voran - 26.11.2019 20:17 Uhr

Die Produkte der einstigen Premiummarke Loewe waren nicht mehr gefragt - nun wird das Unternehmen aufgeteilt. © Rainer Jensen


Im Fall des insolventen Fernsehgeräte-Herstellers Loewe aus dem oberfränkischen Kronach ist eine erste Teileinigung erzielt worden. Das sagte Insolvenzverwalter Rüdiger Weiß am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses. Die Zukunft der wesentlichen Unternehmensteile wie des Markennamens und der Fernsehgerätefertigung ist aber weiter offen. Die Gläubiger hätten sich für den Verkauf der sogenannten EMS-Fertigung entschieden, wo Loewe früher technologische Auftragsarbeiten für Fremdfirmen vorgenommen hatte. Wer der Erwerber sein wird und zu welchem Preis der Unternehmensteil verkauft werden soll, sagte Weiß nicht. Darüber sei zunächst Stillschweigen vereinbart worden.

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Die EMS-Fertigung ist nur ein kleinerer Teil des Loewe-Gesamtkomplexes. Der Erwerber habe bis zu 20 Arbeitsplätze in Aussicht gestellt, gehe aber in dieser Hinsicht keine Verpflichtung ein, sagte Weiß. Unklar ist weiterhin die Zukunft der Marke und der Fertigungsanlagen für die Fernsehproduktion. Hier müssten die Interessenten ihre Angebote nachschärfen, sagte der Insolvenzverwalter. Unter den Interessenten für den Rest des Unternehmens seien Bewerber, die eine Gesamtlösung anstreben, die auch eine Fortführung der Produktion am Standort Kronach vorsehe und Interessenten, die eher an der Marke Loewe interessiert sind. Diese liegt derzeit verpfändet in den Händen des britischen Finanzinvestors Riverrock. Er hoffe auf eine Lösung noch vor Weihnachten, sagte Weiß.

Nur noch 29 Mitarbeiter

Nach Angaben aus dem Büro des CSU-Bundestagsabgeordneten Hans Michelbach gibt es seitens der bayerischen Staatsregierung grundsätzliche Bereitschaft, Gespräche über Landeshilfen für einen Investor zu führen. Michelbach sei dafür am 5. Dezember in München. Derzeit sind auf dem Gelände des einst renommierten TV-Herstellers Loewe nur noch rund 15 Mitarbeiter mit Abwicklungsarbeiten beschäftigt, 14 weitere seien in einer Servicegesellschaft untergebracht. Loewe hatte bereits 2013 Insolvenz angemeldet, kam dann vorübergehend wieder auf die Beine und musste im Mai 2019 erneut zum Insolvenzgericht. Im Juli wurden alle noch verbliebenen mehr als 400 Mitarbeiter - mit Ausnahme eines Abwicklungsteams - freigestellt.

Zu den Bietern gehört unter anderem der chinesische TV-Hersteller Hisense, einst einer der größten Lieferanten für Loewe und bereits bei der Insolvenz 2013 im Kreis der Interessenten. Ein anderer Interessent soll aus Polen kommen. Ein Interessent aus der Automobil-Zulieferbranche hat dem Vernehmen nach Pläne, in Kronach bis zu 500 Arbeitsplätze zu schaffen, verworfen.

dpa

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