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Sicherer unterwegs: ISA warnt, wenn der Fahrer zu schnell ist

Intelligente Geschwindigkeitsanpassung wird in Neuwagen ab 2022 Pflicht - 08.08.2020 05:55 Uhr

Ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent soll schon bald den Fahrern helfen, die Tempolimits einzuhalten.

© Foto: Ole Spata/dpa


2022 schlägt die Stunde für einen großen Schritt: "Einer der spannendsten Aspekte ist der Intelligente Geschwindigkeitsassistent, der den Fahrern hilft, die Tempolimits einzuhalten", sagte der Brite Matthew Baldwin, der bei der EU-Kommission als Koordinator für Verkehrssicherheit und nachhaltige Mobilität tätig ist, vor wenigen Tagen in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Das Zauberwort heißt ISA, eine Abkürzung für Intelligent Speed Adaption (intelligente Geschwindigkeitsregelung).


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"ISA wird in allen Neuwagenmodellen von 2022 an verpflichtend integriert und muss bis 2024 in alle Neuwagen eingebaut werden". Die Software kombiniert die Bilder einer eingebauten Front-Kamera, die die Tempolimit-Schilder erkennt, mit dem digitalen Navigationssystem und der Motorüberwachung. Ursprünglich war sogar von einer Zwangsbremsung die Rede, doch diesen Plan hat man mit Blick auf dann riskante Überholmanöver aufgegeben. Tatsächlich dürfte die ISA den Fahrer zunächst optisch und akustisch warnen, wenn er zu schnell unterwegs ist – ehe dann die Motorleistung gedrosselt wird. Der Fahrzeuglenker kann das System abschalten, beim nächsten Start ist es wieder aktiv.

"Meilenstein" mit Datenschutz-Problematik

Da alle diese Fahrmanöver auf der ebenfalls bald vorgeschriebenen Blackbox (Fahrtenschreiber) für die Unfallforschung festgehalten werden, gab es zunächst Kritik wegen möglicher Verstöße gegen den Datenschutz. Nun werden die Daten des Autos verschlüsselt.

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Antonio Avenoso, Direktor des Europäischen Verkehrssicherheitsrates (ETSC), sprach bereits von einem "Meilenstein", der nur mit der Einführung der Anschnallgurte zu vergleichen sei. Die zusätzlichen Kosten für den Einbau scheinen noch unklar zu sein. Die EU-Kommission sprach zunächst von Beträgen bis zu höchstens 80 Euro, Experten rechnen mit bis zu 500 Euro. Eine Breitenwirkung dürfte aber auf sich warten lassen. Denn eine Nachrüstung älterer Fahrzeugtypen ist technisch wohl nicht möglich.

Assistenzsysteme können menschliches Versagen auffangen

Schon vor drei Jahren kam die Diskussion in Gang, als die Brüsseler EU-Kommission bilanzierte, dass auf den Straßen der Gemeinschaft jedes Jahr rund 25.300 Menschen ums Leben kommen und weitere 140.000 zum Teil schwer verletzt werden.


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Bei 90 Prozent der Unfälle, so die Behörde, versagt der Fahrer. In der Folge entstand der Plan, die Fahrzeuge – Lkw wie Pkw – durch Assistenzsysteme sicherer zu machen. Seit 2018 müssen alle Autos mit eCall, einem automatischen Notrufsystem, ausgerüstet sein, um im Fall eines Crashs schnell die Retter herbeizurufen. 2020 kamen weitere technische Hilfen dazu.


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DETLEF DREWES

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