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Wenn Kinder in die Schuldenfalle tappen: Das können Sie tun

Nicht immer können die Eltern direkt wieder alles ausbaden - 06.07.2020 06:00 Uhr

„Wir wollen bei derartigen Problemen eine leicht erreichbare Anlaufstelle sein“, sagt Eva Marenda von der Einrichtung Jugend Information, die zum Kreisjugendring Nürnberg-Stadt gehört. „Wir sind auf das Thema bei unserer Rechtsberatung gekommen, die es regelmäßig im Jugendtreff Luise gibt: Immer wieder ging es da auch um Schulden und Geldprobleme.“ Und die Leiterin der Jugend Information erklärt: „Das Thema Schulden kann man nicht nebenbei besprechen - da muss man schon tiefer einsteigen. Es braucht einen Plan, um aus dieser Situation wieder raus zu kommen.“ Eva Marenda, die seit 2009 die Jugend Information leitet, hat sich hier einen erfahrenen Partner gesucht. Das Institut für Soziale und Kulturelle Arbeit (ISKA), das unter anderem auch eine Schuldner- und Insolvenzberatung organisiert, wird die Hilfe nun auch in der „Luise - The Cultfactory“ anbieten. Unterstützt wird das Vorhaben auch vom städtischen Amt für Existenzsicherung.

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Ein unangenehmes Thema

Unkompliziert soll das kostenlose Angebot „my.cash - Die Jugendschuldnerberatung“ sein: Und so wurde der Jugendtreff als Veranstaltungsort gewählt, die monatliche Beratung gibt es bewusst erst in den Abendstunden. Damit soll der niederschwellige Zugang gewährt bleiben. Schüler, Auszubildende, Studenten oder Jobanfänger: Junge Menschen im Alter bis zu 26 Jahren sind willkommen. „Wir achten auf den Datenschutz. Vertraulichkeit ist gewährleistet“, betont Michael Weinhold, der bei der ISKA die Schuldner- und Insolvenzberatung leitet. Er weiß, dass viele das Thema Schulden von sich schieben: „Das ist unangenehm und hat mit Scheitern zu tun.“ Gerade junge Menschen tappen aber schnell in die Schuldenfalle. Ein Grund dafür ist, dass folgenreiche Umbrüche zu dieser Lebensphase dazu gehören: „Es ist alles etwas fragiler.

 

 

Der Auszug von daheim, ein Abbruch der Ausbildung und damit kein regelmäßiges Einkommen: In solchen Situationen bricht schnell das Geld weg.“ Einige sind leichtsinnig und unterschreiben einen teuren Vertrag fürs Fitnessstudio oder für ein sündhaft teures Handy: „Die jungen Leute sind teilweise sehr naiv.“ Und manch einer ist mit dem Gesetz in Konflikt geraten und muss deswegen auch finanziell mit Folgen rechnen: „Die verstehen diese Schreiben im Amtsdeutsch, diese juristisch geprägte Sprache gar nicht. Da braucht es dann quasi einen Decodierer, einen Übersetzer.“

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Und was bietet die Jugendschuldnerberatung? „Wichtig ist eine grobe Analyse der Situation. Wir haben den professionellen Blick“, sagt Weinhold. Welche Verträge bereiten Sorgen und sind diese überhaupt rechtswirksam? Kann man kleinere Forderungen über einen Vergleich regeln? Kann man die Schulden in Raten abzahlen? Sollte man bestimmte Verträge kündigen — und wie formuliert man das? Antworten gibt es vom Experten. Und es geht darum, Perspektiven ins Auge zu fassen und an die Zukunft zu denken. „Wir fragen: Was ist geplant? Wo willst du hin?“

Das Expertenteam berät jeden dritten Mittwoch im Monat von 17 bis 19 Uhr in der „Luise - The Cultfactory“, Scharrerstraße 15. In den Ferien und an Feiertagen entfällt das Angebot. Die nächsten Termine sind am 15. Juli und 16. September. Wegen der Coronakrise ist derzeit eine Anmeldung erforderlich per WhatsApp unter 0163/341 29 10 oder per E-Mail unter info@jugendinformation-nuernberg.de.

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