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Wer Dialekt spricht, bekommt 20 Prozent weniger Gehalt

Differenz ist "mit dem geschlechtsspezifischen Lohngefälle vergleichbar" - 15.02.2020 18:15 Uhr

"Allmächd, des ist fei gscheid bläid!", mit Blick auf eine kürzlich veröffentlichte Studie von drei Ökonomen dürfte dieser Satz nun etlichen Franken auf der Zunge liegen. Wer einen Dialekt spricht, soll einer Studie zufolge nämlich rund 20 Prozent weniger verdienen, als Hochdeutsch sprechende Kollegen, das wollen die Wirtschaftsforscher Jeffrey Grogger, Andreas Steinmayr und Joachim Winter herausgefunden haben. Das Ergebnis ihrer Studie mit dem Titel "The Wage Penalty of Regional Accents", wurde kürzlich vom National Bureau of Economic Research in den USA veröffentlicht.

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Für ihre Studie nutzen die Wirtschaftswissenschaftler, wie zuerst die Welt berichtete, Daten des sogenannten Sozio-ökonomischen panels (SOEP), einer repräsentativen Befragung von Privathaushalten in Deutschland. Von den insgesamt 950 befragten Teilnehmern zeigten 42 Prozent keine sprachliche Färbung, 45 Prozent eine leichte und zwölf Prozent eine mittlere bis starke.


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Letztere wurden für die Untersuchung als Dialektsprecher definiert. "Alle unsere Schätzungen zeigen, dass das Sprechen mit einem ausgeprägten regionalen Akzent die Löhne um einen Betrag reduziert, der mit dem geschlechtsspezifischen Lohngefälle vergleichbar ist", schreiben die Wissenschaftler in ihrer Untersuchung.

Dialektsprecher weniger gebildet?

Natürlich könne das geringere Einkommen der Gruppe auch auf andere Ursachen als den Dialekt zurückzuführen sein, so wie etwa geringere kognitive Fähigkeiten oder eine geringere Bildung. Daher haben die Autoren der Studie die Daten mithilfe von ökonomischen Modellen um diese möglichen Einflussfaktoren bereinigt, heißt es dem Bericht zufolge. Am Ende blieb dann ein Abschlag von rund 20 Prozent beim Gehalt - doch woher rührt das? Bereits eine Befragung durch das Institut für deutsche Sprache hatte vor zehn Jahren gezeigt, dass die Deutschen generell Mundartsprecher zwar für freundlicher und temperamentvoller, gleichzeitig aber auch für weniger gebildet halten.

Diese Vorurteile könnten also dazu führen, dass Dialektsprecher seltener beruflich aufsteigen. Die Forscher vermuten aber auch Diskriminierung der Kollegen als Grund, oder dass Mundartsprecher seltener Berufe wählen, bei denen häufiger direkter persönlicher Kontakt notwendig ist. Fraglich ist jedoch in wieweit sich durch die Studie, mit einer relativ geringen Teilnehmerzahl von 950 Probanden, Schlüsse auf die Gesamtbevölkerung ziehen lassen. Außerdem wurden in der Untersuchung manche Entwicklungen in den Dialektgebieten nicht ausreichend berücksichtigt. So sprechen in vielen Teilen Süddeutschlands beispielsweise seit Jahren immer weniger Menschen Dialekt, so die Welt.

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