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Freitag, 14.12.2018

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Abschied vom Großteil des Nürnberger Opern-Ensembles

Sie prägten das Gesicht und den Klang des Hauses - 24.07.2008

Ob als Mélisande, als Donna Elvira, Dorabella, Cherubino, Octavian, Carmen oder wie hier als Glucks Iphigenie (auf Aulis): Aufführungen mit der vielseitigen Mezzosopranistin Frances Pappas waren immer Ereignisse. © Gregor le Claire


Auf 14 Spielzeiten in Nürnberg kommt die charmante Anne Lünenbürger, deren Domäne das lyrische Mozartfach und natürlich insbesondere die Titelpartie in «La Traviata« waren. Sie verabschiedet sich vom Nürnberger Publikum am 27. Juli beim Klassik Open-Air, wird aber auch als freischaffende Künstlerin der Region nicht den Rücken kehren. So gastiert die Sopranistin am 25. Oktober in Neumarkt und wirkt am 22. November bei den Fürther Kirchenmusiktagen mit. Und ab 19. Oktober steht die gebürtige Pfälzerin bis in den Januar hinein als Salome auf der Bühne des Theaters Aachen.

Künstlerisch nahtlos

Als einer der wenigen, die wieder ein Festengagement eingehen wollen, hat sich Bernd Hofmann an das Staatstheater Wiesbaden verpflichten lassen. Genau zehn Jahre vertrat er das seriöse Bass-Fach von Daland über Sarastro bis zum Großinquisitor. Sein Übergang geht künstlerisch nahtlos vonstatten. In Nürnberg verabschiedet er sich als Komtur in «Don Giovanni«, und genau in dieser Rolle wird man Hofmann auch ab 7. September in Hessen erleben können.

Genauso lange wie Hofmann gehört die Kanadierin Frances Pappas dem Opernhaus an. Die stilgewandte wie wandlungsfähige Mezzosopranistin möchte sich künftig überwiegend in eigenen Projekten - die Leitung des Nürnberger Kammermusik-Festivals, selbst gestaltete Liedprogramme oder alternative Musiktheater-Produktionen - verwirklichen.

Venditti in Wien

Ebenfalls den freischaffenden Weg wird Pappas‘ Mezzo-Kollegin Tara Venditti gehen. Die impulsive Amerikanerin, seit 2004 in Nürnberg, freut sich besonders auf ihr Debüt im Wiener Theater an der Wien als Zaide in Rossinis «Il turco in Italia« unter der musikalischen Leitung Fabio Luisis.

Mit Song-Hu Liu verlässt ein weiterer Publikumsliebling Franken. Der vielsprachige und hochtalentierte Chinese möchte nach seinen sieben Nürnberger Jahren in seine asiatische Heimat zurückkehren und insbesondere als Gesangslehrer tätig werden. Vor allem sehnt sich der humorvolle Bariton «nach mehr Ruhe als bisher«.

Viele sind jetzt freischaffend tätig

Seit drei Spielzeiten wirkte Bass-Bariton Wieland Satter am Richard-Wagner-Platz. Er möchte künftig ebenso freischaffend tätig sein wie Bariton Sang Lee, der in sieben Jahren wichtige Partien verkörperte und immer mit seiner warm-timbrierten Stimme überzeugte.

Auch Sopranistin Anna Gabler wählt nach ihren drei Nürnberger Jahren den freiberuflichen Weg. Ihre nächsten Auftritten finden im Pariser Châtelet, auf Schloss Neuschwanstein («Lohengrin«) und in der Dresdner Semperoper («Cardillac«, «Freischütz«) statt.

Besonders durch ihre Gestaltung der Königin der Nacht, Puppe Olympia oder der Rosina wird man die Koloraturen von Marlene Mild in Erinnerung behalten, die Nürnberg ebenso verlässt wie Tenor Ricardo Stachura und Bassist Stephan Klemm. 

j.v.

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