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Neu-Pegnitzerin Karolina Lodyga spielt beim Franken-Tatort mit

Die Schauspielerin im Interview über die Dreharbeiten, Leichen und Fränkisch - 06.10.2015 15:30 Uhr

Am Freitag ist sie im ARD-Roadmovie "Heimat ist kein Ort" (20.15 Uhr) zu sehen, im Frühjahr 2016 dann im Franken-Tatort: Karolina Lodyga. © Foto: ARD


Frau Lodyga, Sie spielen im zweiten Franken-"Tatort" mit. Wie waren die Dreharbeiten?

Karolina Lodyga: Super. Und ganz entspannt. Es war schön, mit einem zehnjährigen Mädchen zu drehen, das meine Tochter spielt. Ich habe privat noch kein Kind, deshalb war das für mich ganz interessant. Aber auch eine Herausforderung. Ich spiele eine Putzfrau in einem Institut. Sie ist alleinerziehende Mutter.

Sind Sie in diesem "Tatort" verdächtig? Oder sind Sie nur Zeugin?

Lodyga: Oh Gott, das darf ich nicht sagen (lacht). Ich muss da sehr aufpassen.

Es heißt immer, eine Rolle im "Tatort" sei für einen deutschen Schauspieler eine Art Ritterschlag. Haben Sie das auch so empfunden?

Lodyga: Für mich ist es schon der dritte "Tatort". Aber ich bin sehr froh, dass ich diesmal keine Leiche spiele und nicht schon am Anfang sterbe. Das darf ich, glaube ich, schon verraten. Für mich ist es auch besonders toll, gerade beim Franken-"Tatort" mitzumachen, weil ich ja vor kurzem erst nach Oberfranken gezogen bin. Das macht die Sache sehr interessant.

Wie war die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Andreas Senn?

Lodyga: Ich kenne den Andreas schon länger, weil ich bereits meinen zweiten "Tatort" mit ihm gedreht habe. Damals mit Anna Loos in der Hauptrolle. Ich bin sehr froh, dass er mich noch mal angefragt hat und ich jetzt die Chance hatte, länger mit ihm zu arbeiten. Die Bilder, die ich auf der Abschlussfeier sehen durfte, wirkten sehr atmosphärisch, sehr konzentriert. Ich kann nur sagen: Ich glaube, es wird emotional.

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In der zweiten Franken-Tatort-Folge mit dem Titel "Das Recht sich zu sorgen", die im Frühjahr 2016 ausgestrahlt wird, beschäftigen gleich drei Fälle das neue Ermittlerteam. Einer davon wurde am Dienstag im Gasthaus Rockenbrunn in Röthenbach an der Pegnitz gedreht.


Sie reden im Film fränkisch?

Lodyga: Nein, mit polnischem Akzent. Ich komme ja ursprünglich aus Polen, habe dann lange in Berlin gewohnt. Wir haben zwar versucht, zum Polnischen auch noch das Fränkische reinzuschleusen. Aber das war in der Kürze der Zeit sehr riskant. Macht man da einen Fehler, wird es unglaubwürdig. Also haben wir’s gelassen.

Sie wohnen jetzt in Pegnitz. Sind Sie bereits begeisterte Fränkin?

Lodyga: Irgendwo schon, ja. Ich merke, dass Franken meinen polnischen Wurzeln sehr ähnlich ist. Schon allein das Essen. Ich fühle mich hier sehr heimisch. Die Luft, dieser Geruch von Wald, da denke ich immer an meine Kindheit zurück. Das ist wirklich ein schönes Gefühl.

Man kommt in Franken auch gut runter, man fühlt sich nicht mehr so gestresst und hat nicht mehr die ganze Zeit dieses schlechte Gewissen. Dieses "Oh mein Gott, wenn ich mich jetzt für eine Stunde hinlege, dann habe ich schon wieder nichts getan". Das hatte ich in Berlin. Die Stadt ist wie ein Rad: Alles dreht sich. Hier ist das irgendwie nicht so. Hier tankt man die Kraft, die man dann braucht, wenn man wieder drehen muss. Oder drehen darf, besser gesagt.

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Ein Kommissar mit maximalem Orientierungssinn, eine Polizistin mit gewöhnungsbedürftigem Unterfränkisch und ein wunderbares Lied: Der Franken-Tatort hatte so manch unlogischen Moment, dafür aber einen unschlagbar komischen Matthias Egersdörfer, endlose Nachtfahrten und vieles mehr zu bieten.


 

Interview: Andrea Herdegen

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