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Patricia Kelly kommt zum Weihnachtskonzert nach Nürnberg

Mitglied der musikalischen Großfamilie im NN-Interview - 22.11.2017 17:35 Uhr

Mit ihren Geschwistern tourt Patricia Kelly durch die großen Arenen Europas. Daneben ist sie auch als Solo-Künstlerin unterwegs. © Foto: Peter Becher


Welche Musik erwartet die Besucher bei Ihrem Konzert?

Patricia Kelly: Weihnachtslieder, aber keine kitschigen, sondern traditionelle, handgemachte. Darunter auch viele deutsche. Und ein paar spanische Lieder sind dabei. Ich bin ja in Spanien geboren. Dort geht man Weihnachten etwas fröhlicher an.

Macht es Ihnen mehr Spaß, mit der Großfamilie Musik zu machen — oder solo?

Kelly: Das ist eine schwierige Frage, denn in meiner Brust schlagen zwei Herzen. Mit meinen Geschwistern auf der Bühne zu stehen, liebe ich. Auch wenn es mal anstrengend sein kann. Wir füllen gerade wieder die größten Arenen, gehen im Frühjahr auf Europa-Tournee. Das sind unbezahlbare Momente. Alleine hat man dafür mehr künstlerische Freiheiten. Ich will einfach beides!

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Sie haben elf Geschwister. Wären Sie manchmal gerne Einzelkind gewesen?

Kelly: Nein, niemals! Ich drehe durch, wenn ich alleine bin. Ich bin so konditioniert. Klar hab ich auch mal gedacht, ich werde verrückt in der Familie. Aber viele meiner Geschwister sind auch meine besten Freunde, das ist ein großes Geschenk. Mein Mann ist Einzelkind. Der beneidet mich darum. Aber meine Geschwister sind inzwischen auch seine Freunde. Mit manchen versteht er sich besser als ich (lacht).

Gibt es dann niemals Momente, in denen Sie mal alleine sind?

Kelly: Doch. Zweimal im Jahr gehe ich ins Kloster. Ich bin gläubige Christin. Da komme ich zur Ruhe, lasse meinen Gedanken ihren Lauf. Ich kann sehr gut mit Stille umgehen. Ich brauche keine ständige Ablenkung. Bei uns zu Hause läuft nie das Radio oder der Fernseher.

Sie sind bald mit Ihrer Familie in der Sendung "Sechs Mütter", einer Reality-Doku, zu sehen. Was hat Sie bewogen mitzumachen?

Kelly: Ich habe meine Kinder immer aus der Öffentlichkeit herausgehalten. Ich wollte, dass sie normal aufwachsen. Bei uns zu Hause war noch nie eine Kamera. Jetzt merke ich aber gerade beim Jüngeren, dass auch Interesse an Öffentlichkeit da ist. Da denke ich, besser gehe ich den Weg mit ihnen. Und ich habe eine Folge gesehen mit Ute Lemper. Das hat mich so gerührt. Es ist authentisch, nicht gescriptet. Man kann anderen Müttern zeigen: Guckt, wir machen auch normale Sachen, haben auch unsere Probleme.

Karriere und Kinder zu verbinden, ist Ihnen das immer leichtgefallen?

Kelly: Nö. Ich glaube, das geht allen Frauen so, die Kinder haben. Es ist ein Spagat. Und ich hatte Momente, in denen ich den Job hinwerfen wollte. Als ich im Tourbus nach einem Konzert mit einem Kleinkind im Bett lag, das Zähne bekam, habe ich gedacht: "Das ist crazy!" Als sie klein waren, habe ich natürlich die Musik total runtergeschraubt. Jetzt sind die beiden im Gymnasium. Ich habe nun wieder mehr Zeit und bin froh, dass ich damals nicht alles aufgegeben habe.

Ihr jüngerer Sohn Ignatius möchte auch eine Musik-Karriere starten, ist bei "The Voice Kids" aufgetreten. Haben Sie ihn darin gleich bestärkt?

Kelly: Erst mal war ich sehr dagegen. Ich habe zwei Jahre lang versucht, ihn davon abzubringen. Denn er war ein Spitzenschüler, sehr gut in Mathematik. Ich dachte, er wird wie der Papa und macht einen ordentlichen Beruf (lacht). Aber er ist besessen von Musik. Mittlerweile unterstütze ich ihn. Aber das Abi muss er durchziehen, da haben wir einen Deal.

Sie haben vor acht Jahren eine Brustkrebs-Erkrankung überstanden. Was hat Ihnen in der Zeit am meisten Kraft gegeben?

Kelly: Mein Glaube, mein Mann, meine Familie und die besten Freunde. Seitdem weiß ich, was im Leben Prioritäten sind. Mein Mann, mit dem ich seit 19 Jahren zusammen bin, hat mich besonders getragen. Ich glaube, es gibt Zeiten, in denen man tragen muss, und Zeiten, in denen man selbst getragen werden muss.

Zum Schluss noch ein banaleres Thema: Weihnachten — wie verbringen Sie das Fest?

Kelly: Früher habe ich immer alle eingeladen, meine Geschwister, die Freunde. Heute mag ich es gerne ruhiger. Ich freue mich, wenn wir im kleinen Kreis zu Hause zusammenkommen, mein Mann, meine Söhne und meine Schwiegermutter, die ich sehr liebe. Vielleicht gehen wir auch wieder zu den Müttern Theresa und helfen, den Obdachlosen Essen zu geben, oder spielen für sie Musik.

ZPatricia Kelly "Blessed Christmas", 21. Dezember, Kirche Allerheiligen, 19 Uhr. Tickets unter reservix.de oder Café Mocca Lisa, Graudenzer Straße 34. 

Annette Röckl

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