-0°

Freitag, 14.12.2018

|

Von Gostenhof aus erobert El Mago Masin die Bühnen

Ein Barde, auf den die Welt gewartet hat - 08.12.2009

Alles für die Katz? Nicht für Wolfgang Masin. © PR


Sein Markenzeichen ist eine eigene Mischung aus trockenem Humor, verrückten Einfällen und Musikalität. Wenn er auf die Bühne kommt, spricht er sehr ruhig und langsam. Mit fränkischer Gelassenheit erzählt er dabei haarsträubende Geschichten, die ihn selbst kaum zu verwundern scheinen. Das Publikum dafür umso mehr. Denn wer hätte ahnen können, dass der 29-Jährige gelegentlich aus Verzweiflung im Wald wohnt und dort weiße Hemden bügelt, oder dass es «von Tupperware jetzt einen Dildo gibt»?

«Jeden Monat eine neue Nummer»

Oft entstehen seine Lieder aus der Faszination für ein Wort. So erfand er zu dem Begriff «Kirschkernkopfkissen» ein ganzes Lied und obendrein eine imaginäre Freundin, über die er spleenige Details zu berichten weiß.

Musikalisch vor allem in Punkrock und Ska beheimatet, begann seine Bühnenerfahrung im Alter von 16 Jahren mit gecoverten Songs von Die Ärzte, unter die er gelegentlich eigene Stücke schmuggelte. Auf die verwunderte Frage von Ärzte-Fans, auf welcher Platte dieses oder jenes unbekannte Lied denn sei, antwortete er gewitzt: «Kennst du net, ist auf einer B-Seite.»

Doch längst spielt er nur noch Eigenes. Nach und nach wurden die Ansagen vor den Stücken immer länger. «Mir war gar nicht klar, dass ich eigentlich Kabarett mache», sagt der Sänger. Bei seinen Auftritten auf dem Bardentreffen entdeckte ihn schließlich der Lustigmacher Matthias Egersdörfer, der ihn einlud, bei seiner monatlich stattfindenden Comedy-Lounge teilzunehmen. «Dadurch war ich gezwungen, mir meine Ansagen viel genauer zu überlegen», erklärt Masin den Gewinn dieser Auftritte. «Außerdem wird man angehalten, jeden Monat eine neue Nummer drauf zu haben.»

Nicht nur angenehme Erfahrungen

Zwar absolvierte der Liedermacher eine Ausbildung an der «Berufsfachschule für Musik» in Sulzbach-Rosenberg und studierte im Anschluss zwei Jahre Jazzgitarre an der Nürnberger Hochschule, doch auf die Frage, wie er sich seinen jetzigen Erfolg erklärt, nennt er andere Parameter: «Spielen, spielen, spielen.»

Die Erfahrungen, die er bei Kneipenauftritten, Feiern und Konzerten sammelte, waren nicht nur angenehm. «Es ist kein gutes Gefühl, in einer Kneipe ein eigenes Lied zu singen und keiner hört zu», erinnert er sich an erste Schritte. Doch die Lehrjahre führten dazu, dass er heute weiß, was man machen muss, damit die Zuhörer ab der ersten Sekunde dabei sind – auch vor laufender Kamera.

Zahlreiche Auftritte 2010

«Bei meinem ersten Auftritt beim WDR war eigentlich alles wie immer», findet der Gitarrist, «nur wusste ich: das muss jetzt passen.» Und es passte. Demnächst geht es mit dem Quatsch-Comedy-Club sogar nach Hongkong.

Vor ihm liegt nun ein spannendes Jahr 2010 mit zahlreichen Auftritten solo oder mit seiner Band «Wildcamping», dem noch viele ähnliche Jahre folgen können, wenn es nach ihm geht. Und falls er dann doch irgendwann genug haben sollte vom Leben in Hotelzimmern, dann hat «El Mago Masin» noch einen Joker in der Tasche: Eine gut laufende Musikschule in Georgensgmünd, die er gegründet hat und weiterhin leitet.

Nächste Comedy-Lounge heute, Dienstag, um 20 Uhr in der Muggenhofer Straße 135. 

Elke Röder

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus dem Ressort: Kultur