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Zeit für kollektives Gruseln

Kino für Hartgesottene: Die Fantasy Filmfest Nights im Cinecittà - 17.03.2015 20:13 Uhr

Dürfte nicht so lustig sein, wie’s aussieht: Szene aus „The Guest“. © Foto: Festival


Interessant verspricht dieses Jahr vor allem „A Girl Walks Home Alone At Night“ zu werden. In dem in Schwarz-Weiß auf Farsi (!) gedrehten Midnight Movie spielt die iranisch-stämmige Amerikanerin Ana Lily Amirpour durch, was passieren kann, wenn auf einer nächtlichen Straße in einer fiktiven Stadt eine Vampirdame mit Kopftuch in einen als Vampir verkleideten Kleinkriminellen auf Ecstasy rennt . . .

Neues gibt es auch von der einstigen Hoffnung des US-Independentkinos, Kevin Smith („Clerks“, „Dogma“). Sein jünster Streich „Tusk“ nimmt den Zuschauer mit nach Kanada, wo ein erfolgreicher Podcaster namens Wallace (Justin Long) einen alten Knacker interviewt, der Ernest Hemingway angeblich persönlich gekannt hat und jede Menge tolle Geschichten über den alten Schwerenöter auf Lager haben soll. Wallace lauscht andächtig, bis er irgendwann ohnmächtig vom Stuhl kippt — und sich plötzlich in den Händen eines ausgemachten Psychopathen wiederfindet.

Ein Wiedersehen gibt es bei den Fantasy Filmfest Nights (FFFN) mit Jörg Buttgereit und Andreas Marschall. Erstgenannter avancierte Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre mit „Der Todesking“ und den beiden „Nekromantik“-Filmen kurzzeitig zum deutschen Underground-Horrorpapst, während sich Marschall zur selben Zeit einen Namen als Coverzeichner für teutonische Heavy Metal-Größen wie Kreator, Blind Guardian und Running Wild machte. Zusammen mit Michal Kosakowski legen die zwei nun die finstere Gemeinschaftsarbeit „German Angst“ vor. Der Titel ist Programm.

Banderas gegen Roboter

Szene aus Automata - Roboter. © Verleih


Vom Ruhrpott in den Süden: Antonio Banderas kann man als Held in der spanisch-bulgarischen Koproduktion „Automata“ erleben. Als Versicherungsagent spürt er in einer staubigen, postapokalyptischen Technokratie Fehlfunktionen von Androiden nach. „Blade Runner“ lässt grüßen!

„The Guest“ ist hingegen eine weitere Variation des amerikanischen Kriegstraumas. Wie aus heiterem Himmel steht eines Tages bei den Petersons ein Kamerad ihres nie aus Afghanistan zurückgekehrten Sohns in der Tür — und hat sich schon im nächsten Augenblick häuslich bei der Familie in der Kleinstadt-Idylle eingenistet. Außerdem bei den FFFN 2015: Gepflegter Slasher-Alarm im Pfadfinderlager („Cub“), Mordspuren, die in schwüle Sümpfe führen („Marshland“) und natürlich das obligatorische Zombie-Apokalypse-Massaker („Wyrmwood“).

www.fantasyfilmfest.com 

STEFAN GNAD

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