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Erlanger wollen weiter baden gehen

Initiativen auf dem Weg zu Bürgerentscheid — Ab 2014 Eigentum der Stadtwerke - 15.05.2013 07:00 Uhr

Wenn das Hallenbad im Frankenhof geschlossen wird, wird es eng im Bäderbetrieb der Stadt, befürchten Schwimmfreunde, die sich mit einem Bürgerbegehren für zwei Hallenbäder in Erlangen stark machen. © Stadtwerke


Sie streben einen Bürgerentscheid an, der dann durchgeführt wird, wenn knapp 4000 Erlanger das Bürgerbegehren unterstützen. Im Moment sind sie auf dem besten Weg dahin.

Es stehen Veränderungen an: Anfang 2014 sollen das Freibad West und das Röthelheimbad vom bisherigen Eigentümer - der Stadt - auf die Stadtwerke übertragen werden. Bisher wurden sie von den Stadtwerken im Auftrag der Stadt betrieben. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hat jetzt über das Vorgehen bei der geplanten Eigentumsübertragung beraten. Heute wollen Stadtwerke-Vorstand Matthias Exner und Wirtschaftsreferent Konrad Beugel im nicht öffentlichen Teil des Stadtrats darüber informieren.

Veränderungen wird es aber auch bei den Bädern selbst geben. Die bevorstehende Sanierung des Freibads West hat bereits eine erste planerische Phase durchlaufen. Bei den Entwurfsvorschlägen wird der spätere mögliche Bau eines Hallenbades auf dem Areal berücksichtigt. Dafür könnte man sich entscheiden, wenn das Hallenbad im Frankenhof dicht gemacht wird. Noch im Dezember hatte es geheißen, dass der Betrieb spätestens im Mai 2014 endgültig eingestellt wird, weil eine umfangreiche Kernsanierung zu teuer sei. Zwischen neun und zehn Millionen Euro wurden dafür veranschlagt. Zuletzt war dann im Sportausschuss die Rede davon, dass im Herbst ein neues Gutachten in Auftrag gegeben werden soll.

Für die Initiatoren des Bürgerbegehrens ist eine erneute Prüfung des Frankenhofbades ein Schritt in die richtige Richtung. Sie sind überzeugt davon, dass Erlangen zwei Hallenbäder braucht und fordern deshalb, dass die Stadt alle Möglichkeiten ausschöpft, um das Hallenbad im Frankenhof (Eigentümer sind die Stadtwerke) so lange zu erhalten, bis ein neues Hallenbad — mit Saunabereich — errichtet worden ist.

Sanierung im Frankenhofbad

„Unseren Recherchen zufolge könnte das Frankenhofbad für eine knappe Million Euro so renoviert werden, dass es noch etliche Jahre genutzt werden kann“, sagt Lucie Büchert-Fohrer. „Damit wäre genügend Zeit, ein neues Bad zu errichten.“ Kosten von neun Millionen Euro würden hingegen nur bei einer Sanierung aufkommen, bei der „quasi ein neues Bad“ entstünde. Die letzte große Renovierung des 50 Jahre alten Bades liege ziemlich lange zurück, bemängeln die Initiatoren des Bürgerbegehrens. Sie sei 1986 erfolgt und habe damals 420.000 Mark gekostet.

Die Stadtwerke haben den Initiatoren inzwischen eine Besichtigung des Bades ermöglicht. Sie hätten sich davon überzeugen können, dass „vieles im Argen liegt“, wie Klaus Weiner vom Bürgerbegehren sagt. Die Filteranlage allerdings sei in hervorragendem Zustand.

Gedanken über mögliche Kosteneinsparungen haben die engagierten Bürger sich mittlerweile ebenfalls gemacht. So sei es besser, die stark verrosteten Rohrleitungen komplett zu erneuern statt sie zu flicken. In der Folge könne man bei den Pumpen, die ebenfalls marode sind, wieder Geld einsparen: Man könne auf heutige Standardgrößen zurückgreifen, statt sie passend zum alten Rohrsystem eigens anfertigen zu lassen. Und beispielsweise eine mobile Scherenarbeitsbühne könne helfen, bei den regelmäßigen Wartungsarbeiten der Betondecke Kosten und Zeit einzusparen.

Eines steht für die Initiatoren des Bürgerbegehrens jedenfalls fest: Es dürfe nicht sein, dass eine Stadt wie Erlangen nur noch ein Hallenbad habe. Genau für diesen Fall machen jedoch die Stadtwerke und das Sportamt bereits Pläne, haben sie erfahren. Schulschwimmsport, Schwimmkurse, Babygruppen, Tauchschulen, Frauenschwimmen — all das sei derzeit noch im Frankenhofbad untergebracht. Wenn all dies ins Röthelheimbad ausweichen soll, so befürchten sie, drohe dort die weitgehende, wenn nicht sogar komplette Schließung für die Öffentlichkeit.

„Den Leuten wird inzwischen klar, dass diese Gefahr besteht“, sagt Lucie Büchert-Fohrer. 2500 Bürger unterstützen mittlerweile bereits die Forderung nach einem Bürgerentscheid mit ihrer Unterschrift. Zahlreiche Listen sind noch im Umlauf. „Wichtig ist es, deutlich und mit Druckbuchstaben zu schreiben, um dem Wahlamt die Arbeit zu erleichtern“, sagt Lucie Büchert-Fohrer. Angegeben werden müsse auch die vollständige Adresse, da die Stimmen sonst ungültig seien. Helfer können von den Initiatoren weitere Listen bekommen. Sie sind unter Telefon (09131) 206461 erreichbar. Die Listen müssen bis Ende Juni an sie zurückgeschickt werden. 

Eva Kettler

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