Montag, 17.12.2018

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Verbindung von Gräfenberg- und Rangaubahn in weiter Ferne

Nürnberg hält eine Verbindung der beiden Bahnen für zu teuer - 09.07.2015 06:00 Uhr

Bisher ist am Fürther Hauptbahnhof Schluss für die Rangaubahn, die von Cadolzburg über Zirndorf hierherkommt. Mit Hilfe der alten Ringbahntrasse könnte die Fahrt bis zum Nürnberger Nordostbahnhof weitergehen. © Archivfoto: Thomas Scherer


Angedacht war, den noch vorhandenen Abschnitt der mehr als 100 Jahre alten Ringbahntrasse zwischen dem Fürther Hauptbahnhof und dem Nürnberger Nordostbahnhof zu reaktivieren. Fahrgäste könnten dann etwa von Cadolzburg in den Nürnberger Norden fahren, ohne umzusteigen.

Anders als der Landkreis, der eine Verlängerung der Rangaubahn bis zum Nürnberger Hauptbahnhof bevorzugt, hatte der Bauausschuss der Stadt Fürth Ende 2013 das Vorhaben begrüßt. Kommunal- und Landespolitiker der Grünen machten sich in einer gemeinsamen Initiative dafür stark.

Nachdem ein erstes Gutachten die Bahnstrecke 2011 als lohnende Maßnahme eingestuft hatte (Kosten-Nutzen-Faktor 1,57), kam im vergangenen Jahr ein zweites Gutachten zum gegensätzlichen Ergebnis (Faktor -0,22). In den zurückliegenden Monaten hat die Nürnberger Stadtverwaltung die Berechnungen überprüft und verglichen.

Rahmenbedingungen haben sich geändert

Das Ergebnis: Die Rahmenbedingungen haben sich geändert, die Strecke scheine nicht wirtschaftlich, heißt es in der Vorlage für den Verkehrsausschuss. Allerdings werde man die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) bitten, sich dafür einzusetzen, dass die Flächen für die potenziellen Haltepunkte der Verbindung nicht verkauft werden, um die Pläne zu einem späteren Zeitpunkt eventuell noch umsetzen zu können.

Harald Riedel, Fraktionschef der Fürther Grünen, ist diese „Bitte“ zu wenig: „Das muss eine explizite Forderung sein, alles für eine spätere Inbetriebnahme zu sichern, also die vorhandene Infrastruktur und die nötigen Flächen zwingend zu erhalten.

Nicht, dass wir den gleichen Fall wie bei der Bibertbahn haben.“ Wie berichtet, plant Nürnberg, einen Teil der Bibertbahnstrecke zu entwidmen; die restliche Trasse auf Landkreis-Grund wäre dann vom Schienennetz des Großraums abgekoppelt und damit nutzlos.

Zusammen mit Markus Ganserer, Verkehrsexperte der Landtagsgrünen, fordert Riedel eine Offenlegung der Analysen „in vollem Umfang“. Die Erfahrungen mit dem umstrittenen S-Bahn-Schwenk, den die Bahn im Knoblauchsland plant, zeigten, dass „man sich Gutachten sehr, sehr genau anschauen muss“, so Riedel.

Auf Druck der Stadt Fürth sei in puncto Schwenk nachuntersucht worden, der Kosten-Nutzen-Faktor der vom Rathaus favorisierten Bestandstrasse stieg von 0,87 auf 0,97 (ab dem Wert eins sind Vorhaben förderfähig).

"Verkehrlich absolut sinnvoll"

Bemerkenswert sei zudem, so Riedel, dass auch das zweite Gutachten die Verknüpfung von Rangau- und Gräfenbergbahn rein „verkehrlich für absolut sinnvoll“ auswies. Die Grünen erachten die Strecke weiter für eine „ganz wichtige Verbindung“. Zumal, da sich entlang der Strecke ja „etwas tut“, wie Riedel zu bedenken gibt: „Auf AEG entsteht der neue Hochschulstandort, die Ringbahntrasse führt direkt daran vorbei."

Es gehe aus dem Bericht für den Nürnberger Verkehrsausschuss nicht hervor, ob dies bei der Überprüfung berücksichtigt wurde. In Kombination mit der Stadt-Umland-Bahn, die Nürnberg und Erlangen verbinden soll, könnten Studenten bequem von AEG zum Südgelände der Uni gelangen.

Viele Fragen seien noch ungeklärt. Unter anderem diese: Der Freistaat bekomme vom Bund "Regionalisierungsmittel", von denen gegenwärtig 400 Millionen Euro nicht genutzt würden, so Riedel. Da wäre doch Geld für dieses Projekt vorhanden, meint er.

  

Claudia Ziob

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