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Morlock-Stadion: Das bekommen Spender im Gegenzug

Was passiert, wenn das Crowdfunding-Ziel nicht erreicht wird? - 27.03.2017 05:41 Uhr

Ein "Max-Morlock-Stadion" als Heimspiel-Stätte für den einst ruhmreichen Club: Das wünschen sich die Nürnberger Ultras schon seit zehn Jahren. © Sportfoto Zink


Zuerst die Fakten: Für drei Jahre hat die Consorsbank die Namensrechte am städtischen Fußballstadion erworben. Der Vertrag ist bereits unter Dach und Fach, Verlängerung nicht ausgeschlossen. Die Gesamtkosten beziffert das Unternehmen mit 3,2 Millionen Euro, ein Viertel davon sollen die Fans per Crowdfunding beisteuern (max-morlock-stadion-2017.de). Der Startschuss fällt am kommenden Freitag, 31. März, zum Heimspiel des 1.FC Nürnberg gegen den Karlsruher SC (18.30 Uhr, im Live-Ticker auf nordbayern.de). Sechs Wochen später, am 14. Mai, endet das Crowdfunding.

Die Stadt bekommt nicht das ganze Geld

Ob das 800.000-Euro-Ziel erreicht wird oder nicht – die Stadt Nürnberg bekommt nicht den ganzen Kuchen. Denn die genannten 3,2 Millionen Euro beinhalten auch die Kosten, die das Bankhaus für das Projekt Namensgebung veranschlagt hat. Das beginnt beim Aufwand für den Imagefilm, der am kommenden Freitag vorgestellt wird, und endet noch längst nicht mit den Abgaben für das Crowdfunding-Portal "Startnext", das ein Prozent der Spendensumme beansprucht.

Wobei das Crowdfunding bei Licht betrachtet ein Verkauf von Merchandising-Artikeln ist. Fan-Pins und "Max-Morlock"-Schals, ideenreich gestaltete Poster und ein extra designtes "Max Morlock"-T-Shirt erhält man im Gegenzug – je nach Höhe der "Spende". Wenn alles klappt, wird es sogar persönliche Namensplaketten an Sitzen im Stadionoval geben. Und nirgendwo taucht der Name der Bank auf, versprechen Rainer Hohenberger, Chef des eBusiness-Bereichs der Consorsbank, und Marketing-Leiterin Konelija Klisanic.

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Hier kommt der Club: Fans drehen Imagefilm im Stadion

Alles für das Max-Morlock-Stadion! Fast 100 Clubfans sind am Donnerstag einem Aufruf der Consorsbank gefolgt und ins Stadion marschiert, um an einem Imagefilm für den neuen Namen mitzuwirken.


Doch was etwa passiert, wenn das Crowdfunding weit weniger als 800.000 Euro erbrächte? "Wir sind zuversichtlich, dass wir es schaffen werden", beanwortet Hohenberger solche Fragen immer wieder. Und: "Ich glaube kaum, dass wir dann den Namen Consorsbank an das Stadion hängen werden." Gleichzeitig wäre das ein Zeichen dafür, dass die Club-Fans Max Morlock als Stadionnamen gar nicht wollen, meint Klisanic. In jedem Fall wäre dann der Name des Unternehmens mit einem eher unglücklichen Crowdfunding-Ausgang verknüpft – was vermuten lässt, dass der Zielbetrag in jedem Fall auf die eine oder andere Art erreicht werden wird.

Die Fans, die das Projekt Max-Morlock-Stadion finanziell unterstützen wollen, gehen kein Wagnis ein. Die Zusagen, die beim Crowdfunding auf der "Startnext"-Seite eingehen, werden erst dann verbindlich, wenn das 800 000-Euro-Ziel erreicht ist. Auch die Merchandising-Artikel (Pins ab zehn Euro, Poster ab 30 Euro, T-Shirts ab 50 Euro) werden nur dann ausgegeben.

Was die Ultras zu all dem meinen? Er sei hin- und hergerissen bekannte ein Mitglied der Gruppierung am Samstag beim Stammtisch. Das Sponsoring durch die Bank habe für ihn einen "faden Beigeschmack". Andere Lager unter den Club-Fans sehen das Projekt sehr viel optimisischer. Der Fan-Club Max Morlock hat bereits 1500 Euro für die Namensgebung gesammelt, teilte ein Vertreter in den Stuhlfauth-Stuben mit. Donnernder Applaus war die Folge.

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Als das Nürnberger Stadion einmal Victory-Stadium hieß

Das "Max-Morlock-Stadion", der oft geäußerte Wunsch vieler Club-Fans, ist Realität geworden. Die Arena des Altmeisters ist nun nach der Vereinsikone, die Deutschland 1954 in Bern zum Weltmeister machte und für den FCN über 22 Jahre lang Treffer an Treffer reihte, benannt. Doch wie hieß die Spielstätte der Rot-Schwarzen eigentlich früher? Auf jeden Fall vielversprechend: Ausgerechnet Victory-Stadium tauften sie die Amis nach dem Zweiten Weltkrieg.


 

Tilmann Grewe

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