Donnerstag, 21.02.2019

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Krisengipfel in Hannover: Köllner will den "Turnaround"

Mindestens Petrak und Margreitter fehlen an der Leine - 07.02.2019 16:51 Uhr

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Armutszeugnis im Pokal: Der Club hat in Hamburg keine Chance!

Der FCN macht im DFB-Pokal eine mehr als traurige Figur. In der ersten Hälfte, in welcher Nürnberg maximal die ersten zehn Minuten mithält, hat der HSV Feldvorteile und Enrico Valentini die Gelb-Rote-Karte fast vor Augen. In Hälfte zwei wird's noch furchtbarer. Der Club kriegt offensiv nichts auf die Kette und ermöglicht mit unmöglichem Defensivverhalten den Hausherren die Führung. Erst in der Schlussphase wacht ein fantasieloser FCN auf. Doch es ist zu wenig, was der FCN fürs Weiterkommen anbietet. Viel zu wenig, um Worte zu finden. Auch in dieser Bildergalerie.


Es gibt Spieltags-Pressekonferenzen, die man ohne weiteres auslassen könnte. Immer dann, wenn alle Fragen sowieso nur noch auf dem Platz beantwortet werden können. Die Pressekonferenz des 1. FC Nürnberg am Donnerstag gehörte dazu. 

Der Club hat beim Pokal-Aus in Hamburg mit einem erschütternden Auftritt viele Fragen aufgeworfen. Gelingen im Bundesligaspiel beim Tabellenletzten Hannover 96 am Samstag (15.30 Uhr) keine überzeugenden Antworten, ist der Club selbst wieder Letzter – und ist die Saison nach menschlichem Ermessen gelaufen.

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Offenbarungseid beim HSV: Die Noten der Club-Profis

Mit dem ersten Torschuss in der Nachspielzeit verliert ein offensiv komplett harmloser Club in Hamburg. Zwar konnte der HSV auch nicht viele große Chancen verzeichnen, eine unaufmerksame Situation in der Nürnberger Defensive reicht aber allemal für einen verdienten Sieg der Hanseaten. Das sind die Noten der Club-Profis!


"Enttäuschend" nannte Michael Köllner noch einmal den Auftritt in Hamburg, "das hängt auch mir in den Klamotten". Für den Auftritt in Hannover braucht es das genaue Gegenteil davon. "Wer die Tabelle lesen kann", so der Trainer, "sieht, dass es um sehr, sehr viel geht." Auch für ihn natürlich, so oder so, der Trainer ist ein wichtiger Teil der Mannschaft, aber, auch das sagt Köllner: "Es geht um den Verein und nicht um mich" - es war die Antwort auf die Frage, wie er selbst mit diesem Druck umgehe, die Frage, inwieweit er dem Team noch helfen kann und umgekehrt – also das Team ihm – , beantwortete er so: "Die Mannschaft hat noch nie für mich gespielt, sondern für den Verein."


Man erlebt Köllner wie immer: unaufgeregt, höflich, weder gereizt noch nach außen hin wütend, er hat sich auf beinahe bewundernswerte Weise im Griff. Ob das auch für die Mannschaft noch gilt, ist die wichtigste auf dem Platz zu beantwortende Frage. Mutig, sagt Köllner, soll sie sein, "wieder eine aggressive Club-Mannschaft", gegen die vielen Zweifel, die bei beiden Kellerkindern mitspielen. Es könnte, vermutet Köllner, gerade beim Treffen des Achtzehnten mit dem Siebzehnten entscheidend sein, wie es gelingt, "die mentale Verfassung abzustreifen" und "Selbstbewusstsein und eine breite Brust zu zeigen."

Georg Margreitter wird dabei noch einmal fehlen, den Innenverteidiger plagen muskuläre Probleme, aus dem gleichen Grund fällt Außenverteidiger Kevin Goden länger aus, auch Virgil Misidjan plagen Adduktorenprobleme. Sein Einsatz ist ebenso fraglich wie der von Patrick Erras (wegen Magen-Darm-Problemen); wer den gesperrten Ondrej Petrak ersetzt, ist deshalb noch offen. 

So oder so: Wichtiger als die Aufstellung wird die Einstellung sein, "das in Hamburg gezeigte Gesicht können wir uns nicht mehr leisten", sagt Köllner, will sich aber "auch nicht endlos mit diesem Spiel aufhalten" und "alles für den Turnaround tun". Es ist vermutlich die letzte Chance. Alles weitere ab Samstag, 15.30 Uhr. 

 

  

Hans Böller

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