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Schwach gegen Stuttgart: So schlecht war der Club

Fahrig, fehlerhaft, ohne Biss: Kerks Nürnberger enttäuschen gegen den VfB - 11.11.2018 20:33 Uhr

Und auf einmal ist die Stuttgarter Brust breit: Der VfB war am Samstag obenauf, Kerks Nürnberg blieben derweil am Boden. © Sportfoto Zink / WoZi


Dass sich der eigentlich durchaus mitteilungsbedürftige Club-Coach auf seiner Facebook-Seite in der grundsätzlichen Bewertung des Spiels am Sonntag so knapp hielt, überraschte nicht. Dass der VfB verdient gewonnen und sein FCN verdient verloren hatte - im Ergebnis bedeutet das natürlich das Gleiche -, hatte der Mann aus Fuchsmühl in der gleichen Klarheit bereits am Samstag gesagt, nach dem auch aus statistischer Sicht sehr ernüchternden Spiel seines Teams.

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Ideenlos daheim: Das Club-Zeugnis nach der Stuttgart-Schlappe!

Der 1. FC Nürnberg begann forsch und erspielte sich gute Möglichkeiten. Doch der couragierte Auftritt hielt nicht lange an. Bei den Franken schlichen sich unnötige Fehler ein, die Gäste-Coach Markus Weinzierl nicht nur erste Tore bescherten, sondern auch zum Premierensieg beim neuen Arbeitgeber verhalfen. Sie waren an der Reihe: Sie bewerteten die Profis den FCN mit Schulnoten von 1 bis 6. Hier ist die Auswertung!


Vorneweg sei gestellt, was an einem ansonsten ziemlich betrüblichen November-Tag in Nürnberg dem zumindest blanken Zahlenwerk nach positiv war aus Sicht des Club. Gegen in den Wochen davor chaotische Cannstätter wäre dem FCN mit einem Heimsieg im Kampf um den Klassenerhalt ein echter Coup - inklusive Acht-Punkte-Vorsprung vor dem VfB - gelungen...

Dass die Köllner-Jungs mehr Pässe spielten (408) und von diesen 306 an den jeweiligen Teamkollegen brachten, überrascht allerdings. Die Weinzierl-Elf, die knapp 13.000 Fans im rot-schwarzen Stadionachteck unterstützen, wartete eigentlich mit der reiferen und ruhigeren Spielanlage auf, wirkte ballsicherer und war - obwohl ihr zuletzt Fitnessdefizite nachgesagt wurden - meist auch auf der Höhe des Geschehens.

Hätte man im Nachklapp gleichsam erwarten dürfen, dass die Schwaben, die nach Nürnbergs achtbaren Angriffsanstrengungen jeweils zu Beginn der ersten und zweiten Hälfte, ein Plus in Sachen Ballbesitz verbuchen würden, sieht die Statistik auch hier leichte Vorteile auf Seiten des Altmeisters (51:49 Prozent). Das war‘s dann aber schon. Die Partie und der beinahe logische Spielausgang gegen Stuttgart sprechen eh eine andere Sprache.

"Wir haben uns dann häufig schlecht positioniert" 

Der FCN startete im Max-Morlock-Stadion zwar mit viel Vehemenz in die Partie. Allerdings blieb diese schwungvolle Momentaufnahme eine, die nur vier, fünf, sechs oder sieben Minuten anhielt. "Wir haben uns dann aber häufig schlecht positioniert. Das Tempo ist verloren gegangen und wir kamen immer seltener in die letzte Linie", erklärte Nürnbergs Coach noch am Samstag, was anschließend an einen erfrischenden Vortrag in der Anfangsphase geschah.

"Weder in der Aggressivität noch im grundsätzlichen Spiel mit eigenem Ballbesitz haben wir unsere Topform erreichen können", ergänzte der Club-Trainer am Sonntag, was mit zunehmender Dauer der Partie schon am Vortag ersichtlich war. Der Aufsteiger, der sich in jeder Auseinandersetzung in Deutschlands Eliteklasse strecken muss, um Zählbares zu erreichen, hatte über weite Strecken massive Probleme im Aufbau, agierte ohne rechte Inspiration aus der Mittelfeldzentrale heraus und zeigte sich bei seinen Bemühungen um ein schnelles Umschaltspiel meist fahrig, fehlerhaft und unpräzise.

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Trotz Choreo und Courage: FCN kommt gegen VfB nicht in Fahrt

0:2 stand auf der Anzeigetafel nach 90 Minuten. Es war wahrlich nicht das Spiel des FCN, der in den ersten Minuten durchaus andeutete, warum man in der Tabelle vor den kriselnden Gästen aus Schwaben stand. Doch leichtsinnige Fehler, Traumtore und eine zu harmlose Offensive verhinderten einen wichtigen Punktgewinn vor heimischer Kulisse - an der es mit Sicherheit nicht gelegen hat.


"Wenn wir keine Tore schießen, können wir auch nicht gewinnen", legte Stoßstürmer Adam Zrelak im Anschluss den Finger in eine weitere rot-schwarze, auch eigene Wunde. Der Slowake war nach einer Hereingabe des bei den Hausherren anfangs auffälligen Misidjan in der 22. Minute im Hereinrutschen selbst der Führung nahe.

Nur Kerks Schuss gefährdet den Cannstatt-Kasten  

Vorwürfe durfte Nürnbergs gegen Frankfurt und Rostock unlängst noch erfolgreicher Angreifer auch in einer anderen Kategorie an die eigene Adresse richten: "Wir waren zu passiv", sagte Zrelak nach Anpfiff über das in vorderster Front beginnende Pressingverhalten, dass er der Club-Stürmer selbstkritisch als unzureichend bezeichnete. Stuttgart konnte zusehends sein eigenes, durchaus gefälliges Spiel nach vorne entwickeln und münzte die daraus resultierenden Vorteile in 15:10 Torschüssen um. Die beste Chance für den Club darf man - abseits vom in der Nachspielzeit aberkannten Treffer von Matheus Pereira - dabei wohl Sebastian Kerk zurechnen. Der im Nachgang vielgescholtene Feuerkopf des FCN war es der kurz nach der Pause für einen kurzzeitig erneut auf die Führung brennenden Club mit einem statten Schuss Stuttgart-Schlussmann Ron-Robert Zieler prüfte.

Schlampig statt 0:0 

Ein zudem entscheidendes, von den Fans nach der Partie gebrandmarktes Manko im Spiel der Mannschaft war, dass diese letztlich auch in den Zweikämpfen dem VfB unterlegen war, was auch in der entsprechenden Quote (44:56 Prozent) ihren Ausdruck findet. Gegen den Club sprach in den entscheidenden Momenten auch, dass man - wie auch Köllner nach Abpfiff festhielt - zu viele Standards gegen sich zuließ. Bei allen in dieser Auseinandersetzung gezeigten Defiziten im Spiel nach vorne, müsse man halt auch einfach einmal "ein 0:0 zu Hause heimbringen".

Da der Club jedoch zweimal - beim 0:1 in Person von Bauer, beim 0:2 in Form von Mathenia - beim ersten Kontakt nach einer der insgesamt neun Stuttgarter Ecken und anschließend im Rückraum schlecht verteidigte, stand am Ende eine verdiente Niederlage. Der FCN ist - wie auch Köllner nach der Stuttgart-Schlappe zur Kenntnis gab - nun aufgefordert, die Punkte, die man "zu Hause liegengelassen hat, an einem Ort zurückholt, wo vielleicht keiner mit uns rechnet".

Und jetzt Schalke! 

Der Coach meinte damit wohl Nürnbergs Gastspiel bei befreundeten Schalkern, das nach der Länderspielpause auf dem Programm steht. Eine gewaltige Leistungssteigerung dürfte für das Erreichen dieses Plans erforderlich sein. 

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Ein schleppendes Spiel mit enttäuschendem Ende. Wie schon so oft verschenkt der Club seine Punkte an den Tabellen-Letzten.


   

apö

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