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Thomas Sabo klagt an: "Irgendwann hört mal der Spaß auf"

Eigentümer der Ice Tigers beklagt verheerende Schiedsrichter-Entscheidungen - 09.04.2018 10:50 Uhr

"Die Mannschaft hätte es verdient gehabt, das sportlich zu entscheiden", so Thomas Sabo. © Sportfoto Zink / ThHa


NN: Herr Sabo, Sie standen ein weiteres Mal unten auf dem Eis und haben die Mannschaft in den Sommer verabschiedet. Wie schwer ist es Ihnen persönlich gefallen, dieses Aus zu akzeptieren?

Thomas Sabo: Ich habe das erste Mal nach einer Playoff-Serie wirklich geheult, weil ich mich selten hilfloser gefühlt habe als heute. Wir machen hier Profisport, für den wir uns wahnsinnig stark einsetzen und da hört irgendwann mal der Spaß auf.

NN: Sie spielen auf einige Entscheidungen an, die dieses Spiel - neutral formuliert - geprägt haben.

Sabo: Als erstes wollen wir immer ein guter Verlierer sein, das steht immer im Vordergrund. Darum noch einmal unsere Gratulation an Berlin. Aber wenn es zu einer solchen Eskalation kommt wie heute, dann fällt einem das schon verdammt schwer. Wir haben das Foul an Dane Fox angeschaut, das ist eine Körperverletzung, ganz klar. Da gibt es keine zwei Meinungen mehr. Wenn das die Schiedsrichter durchgehen lassen, statt fünf Minuten plus Spieldauer zu geben, dann stimmt etwas nicht. Es waren ja verheerende Entscheidungen in der ganzen Serie dabei. Da sollte sich die DEL mal zurückhalten und sich ihre E-Mails schenken, dass wir das nicht mehr kommentieren sollen.

NN: Hat es diese E-Mails auch in diesen Playoffs gegeben?

Sabo: Das kann ich nicht beurteilen, aber es hat sie immer wieder gegeben. Einen Schiedsrichter wie den Herrn Piechaczek pfeifen zu lassen, das grenzt fast schon an Geschäftsschädigung, würde man im kaufmännischen Bereich sagen.

NN: Dieses Spiel war nicht das einzige Spiel, das "eskaliert" ist. Was kann denn die DEL, von der Sie ja auch ein Teil sind, tun, um so etwas zukünftig zu verhindern?

Sabo: Es muss einfach geklärt werden, welche Schiedsrichter auf dem Eis sind und wie sie sich gegenüber Vereinen konstant verhalten. Bei genauerer Betrachtung wird man da bestimmt schlauer. Schlittschuhtor lässt grüßen.

"Das ist der größte Witz"

NN: Die Ice Tigers haben sich für die Champions Hockey League qualifiziert, sie sind zum dritten Mal in Folge unter den drei besten Mannschaften. Würden Sie trotz des Halbfinal-Aus ein positives Saisonfazit ziehen?

Sabo: Das Resümee habe ich schon nach dem Viertelfinale gezogen. Es wird natürlich gerne auf irgendwelchen Kabinengängen herumgehackt, aber durch dieses System liegen eben manchmal die Nerven blank. Als wir das Viertelfinale überstanden hatten, sind wir wieder merklich abgekühlt. Das ist schon seit Jahren so. Leider hat es wieder nicht für das Finale gereicht, so ist der Sport - aber der darf eben nicht von anderen entschieden werden, sondern von den Spielern auf dem Eis. Die Mannschaft hätte es verdient gehabt, das sportlich zu entscheiden. Das habe ich ihr gerade auch gesagt.

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Siegen oder fliegen - unter diesem Motto stand das sechste Spiel der Halbfinalserie der Thomas Sabo Ice Tigers gegen die Eisbären Berlin. Ein von beiden Seiten hart geführtes Match, in dem die Gäste zweimal eine Führung der Ice Tigers egalisierten, fand sein Fanal im letzten Drittel, als Berlin mit dem 3:2 allen Nürnberger Finalhoffnungen den Todesstoß versetzte.


NN: Es ist also gar nicht so, wie es immer unterstellt wird, dass sie nur die Meisterschaft wollen?

Sabo: Das ist der größte Witz. Ich persönlich habe das Wort Meisterschaft noch nie in den Mund genommen, da können Sie im Archiv nachschauen. Ich habe auch vor der Saison gesagt, dass die Champions League unser Ziel ist, weil das Nürnberg gut tut. Da entsteht ein vernünftiger Wettbewerb, es ist gut, dass man so etwas etabliert für unseren Sport. Das Ziel, Meister zu werden, werden Sie von mir nie hören.

NN: Das heißt, Thomas Sabo lässt sich auch nach einem Spiel wie heute den Spaß, die Freude und die Leidenschaft an den Ice Tigers nicht nehmen?

Sabo: Nein. Das schafft nicht einmal Herr Piechaczek, dafür haben wir viel zu tolle Fans. Vielen Dank noch an alle für die enorme Unterstützung in dieser Saison. 

Interview: Sebastian Böhm und Michael Fischer

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