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Freitag, 27.11.2020

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Dormitz: Nach Brückensanierung sind jetzt die Schleichwege dran

Nach Monaten der Überbelastung beseitigt die Gemeinde Neunkirchen Schäden - 13.11.2020 15:49 Uhr

Das Bankett zwischen Rosenbach und Neunkirchen wird noch rechtzeitig vor Wintereinbruch saniert.

12.11.2020 © Foto: Christoph Benesch


 Das alte, 100 Jahre alte Bauwerk war abgerissen und durch ein breiteres, widerstandsfähigeres ersetzt worden.

Auch der Bürgermeister von Uttenreuth hatte mit seinen Bürgerinnen und Bürgern am Ortseingang Röthanger im Nordosten mit der Vollsperrung in Dormitz zu kämpfen: Die meisten Autofahrer nutzten nicht etwa die deutlich weitläufigere Umfahrung, die das staatliche Bauamt ausgeschildert hatte und die einen Umweg von mehr als 13 Kilometern bedeutet hätte. Nein, sie fuhren über Schleichwege durch den kleinen Ort Rosenbach, über Marloffstein, über Weiher – oder eben direkt über den Röthanger in die Uttenreuther Siedlung Richtung Erlangen.

Tiefe Schlaglöcher nach wenigen Wochen

Neben dem Ärger für Anwohner, vor deren Fenstern plötzlich zur Rush hour wochenlang Blecklawinen vorbeiwälzten, nutzten sich die Gemeindeverbindungsstraßen ab, die für dieses Verkehrsaufkommen gar nicht ausgelegt sind. Die Wege sind eng, das Bankett besteht lediglich aus Schotter und Erde. Nach wenigen Wochen des Überstrapazierens war bereits der Asphalt an einigen Stellen ausgefahren, tiefe Schlaglöcher säumen seither die Straße und vor allem das Bankett. Auch wenn seit Mitte Oktober die Ortsdurchfahrt Dormitz wieder freigegeben wurde.

Vollsperrungen bis 2023

"Das tiefe, ausgefahrene Bankett ist gefährlich", sagt Martin Walz, der Bürgermeister von Neunkirchen. "Die Zeit der Umfahrung hat gezeigt, dass wir reagieren müssen", findet Frederic Ruth, sein Uttenreuther Amtskollege.

„Das Bankett ist zerstört“: Wer die Kosten dafür übernimmt, ist noch offen.

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Denn die nächsten Sperrungen warten schon: Spätestens 2022 geht die Sanierung der Gräfenberger Straße, der Ortsdurchfahrt und Hauptpendlerstrecke durch Uttenreuth, abschnittsweise los. Bis 2023 kommen hier immer wieder Vollsperrungen mit Umfahrungen auf die Autofahrer zu. "Hier", sagt Ruth, "sind wir dabei, gemeinsam tragfähige Konzepte zu erstellen." Vor allem sind das Umfahrungsrouten, die unter der Verkehrslast nicht zusammenbrechen, die Anwohner so wenig wie möglich belasten und gleichzeitig das höchste Maß an Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger gewährleisten.

Schleichwege haben vor dem Winter Priorität

Wie diese Konzepte im Detail aussehen werden, ist noch nicht bekannt. Vor allem, wenn die rund 300 Meter lange Strecke zwischen Polizeiinspektion Land und der Fahrradwerkstatt auf Höhe der Einmündung Esperstraße saniert wird, dürfte es interessant werden.

Priorität hat nun vor dem Wintereinbruch allerdings die Verkehrssicherheit der ramponierten Schleichwege. "Zwischen 50.000 und 60.000 Euro", so Martin Walz, gibt die Gemeinde Neunkirchen dafür aus, das Bankett durch eine externe Firma zwischen Erleinhofer Straße und Rosenbach sowie von dort Richtung Uttenreuth, Weiher und Marloffstein zu sanieren. "Zwei, drei Wochen", so Walz, soll das dauern. Die Strecke von Neunkirchen nach Rosenbach ist bereits seit Tagen deshalb gesperrt.

Hoffen auf Kostenbeteiligung

Bei den Kosten hatte Walz angekündigt, das staatliche Bauamt beteiligen zu wollen – immerhin habe dies in den Augen des Bürgermeisters eine unrealistische Umfahrung eingerichtet. "Da gingen Theorie und Praxis weit auseinander", so Walz. Das sieht das Bauamt naturgemäß anders und pocht darauf, seine Pflicht mit der Ausschilderung getan zu haben. "Wir gehen nun mit der Sanierung in Vorleistung", so Walz, der hofft, im Nachgang noch eine Kostenbeteiligung aus Bamberg zu erreichen. "Das Abwarten können wir uns nicht leisten, es ist für Motorradfahrer und Autos zu gefährlich. Geschweige denn, wenn die Straße im Winter auffriert durch das Wasser, das durch die Schlaglöcher den Asphalt unterspült."

Uttenreuth führt neues Schild ein

Frederic Ruth indessen hat in der vergangenen Gemeinderatssitzung mit seinen Räten fünf Punkte für den Röthanger beschlossen: Es wird durchgängig Tempo 30 eingeführt, die bislang nur provisorischen, rot-weißen Verkehrsinseln bleiben bestehen und die Gemeinde schließt sich der kommunalen Verkehrsüberwachung an, um Geschwindigkeitsmessungen durchführen zu lassen. "Des Weiteren hat ein Anwohner eine zweite digitale Geschwindigkeitsanzeige gespendet, die ortsauswärts aufgestellt werden soll."

Am Röthanger gilt bald: Fahrräder dürfen nicht überholt werden.

12.11.2020 © Screenshot: NN


Die letzte Maßnahme ist eine Neuheit: Auf der gesamten Strecke soll Überholverbot für einspurige Verkehrsteilnehmer gelten, sprich: Auch Fahrräder dürfen nicht überholt werden. Hierfür gibt es in der Straßenverkehrsordnung ein neues Schild, das die Gemeinde bestellt hat und aufstellen wird. "In spätestens drei Wochen", so Ruth, "soll all das bereits gelten." Mehr als rechtzeitig also, bevor die nächste Sperrung ansteht.

CHRISTOPH BENESCH

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