Alleinstellungsmerkmal verloren?

"R.I.P. Taubertalfeeling": Riesen-Zoff um neue Camping-Regeln

Benjamin Jungblut
Benjamin Jungblut

Redakteur

E-Mail zur Autorenseite

24.6.2022, 12:22 Uhr
Neue Regeln für das Taubertal-Festival sorgen bei vielen Fans für Unmut.

© Hans von Draminski Neue Regeln für das Taubertal-Festival sorgen bei vielen Fans für Unmut.

Seit Donnerstag finden sich auf der Homepage des Taubertal-Festivals neue Informationen zur diesjährigen Ausgabe. Damit steht fest: in diesem Jahr wird sich für die Besucher einiges ändern – und gerade für die Camper nicht nur zum Guten.

So soll der ehemals frei zugängliche Campingbereich des Taubertal-Festivals 2022 umzäunt werden. Autos müssen künftig auf einem separaten Parkplatz stehen, quasi als "Lärmpuffer" zum angrenzenden Ort. Zudem soll es eine Nachtruhe von 24 bis 7 Uhr geben, Aggregate und Musikanlagen werden verboten.

Die kreativen Großcamps, die den besonderen Charme des Festivals mit ausgemacht haben, müssen vorher angemeldet werden. Pro umgebautem Großfahrzeug auf der Campingfläche werden 80 Euro fällig, jede Strompauschale mit einem Schukoststecker schlägt mit 40 Euro zu Buche. Außerdem wird ein Platzpfand von 300 Euro für alle Camps mit Sonderfahrzeugen erhoben. Laut den Veranstaltern seien die Änderungen dringend nötig, um das Festival sicher in die Zukunft zu bringen. Dazu gehöre auch ein Konzept, welches sicherstellt, dass auch kurzfristige Auflagen und Anforderungen "vor allem im Zusammenhang mit Seuchen, Epidemien oder Terror" umgesetzt werden können.

Im Netz stoßen die Änderungen auf wenig Verständnis. Auf Facebook häufen sich negative Kommentare: "…ihr könnt euch auf viel Ärger einstellen. Und viele Besucher, die nicht mehr kommen werden. Taubertal-Festival sollte taubertal sein und nicht ein neuer Abklatsch von RiP, RaR oder SoSi... Sprachlos!!!". Für viele geht mit den Änderungen ein Alleinstellungsmerkmal des Festivals verloren: "R.I.P. Taubertalfeeling - Willkommen, 'das kann ich überall haben'-Feeling". Auch die zusätzlichen Kosten für Stellplätze sorgen für Ärger: "Wir würden mit unserem VW Bus am Sonntag für einen Tag (auf Montag) Campen wollen - bisher war das auch kein Problem, aber jetzt ist die Frage - muss ich tatsächlich für eine Nacht eine WoMo Plakette für 40 Euro kaufen?".

Zudem wird der Kommunikationsstil der Veranstalter kritisiert: "Wie kann es sein dass ihr still und heimlich eure Campingplatzordnung ändert ohne das offen zu kommunizieren?!?! So kann man übrigens ein Festival auch uninteressant machen.. Camping war das beste am ganzen Festival". Inzwischen hat der Veranstalter auf die Kritik reagiert - und wirbt um Verständnis. Hier können Sie nachlesen, wie die neuen Maßnahmen begründet werden.

Verwandte Themen