Rassismus-Vorwürfe gegen Sänger

Rassismus-Beauftragte zu Pantera-Auftritt bei Rock im Park: "Für uns nicht hinnehmbar"

Isabella Fischer
Isabella Fischer

Leben

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12.1.2023, 09:21 Uhr
 Trotz der anhaltenden Kritik wird Pantera-Sänger Phil Anselmo im Juni bei Rock im Park auftreten.

© Foto: imago images/Fotoarena; Stefan Hippel  Trotz der anhaltenden Kritik wird Pantera-Sänger Phil Anselmo im Juni bei Rock im Park auftreten.

Die Kommentare in den Sozialen Netzwerken ebben nicht ab. Der geplante Auftritt der Metal-Band Pantera bei Rock im Park Anfang Juni wird weiter heftig diskutiert (wir berichteten mehrfach). Der Hintergrund: Sänger Phil Anselmo zeigte 2016 auf einem Konzert in den USA den Hitlergruß und schrie "White Power" ins Publikum. Er entschuldigte sich im Nachgang für sein Verhalten. Dennoch war es nicht das erste Mal, dass Anselmo mit rassistischen und fremdenfeindlichen Parolen auf sich aufmerksam machte.

Anfang der Woche meldeten sich die Veranstalter des Festivals, die Argo Konzerte GmbH, schließlich zur Kritik. In Gesprächen, die im Vorfeld mit der Band geführt wurden, sei den Veranstaltern versichert worden, "dass Phil Anselmos Verhalten von 2016 in keinem Fall die Ansichten der Band widerspiegelt und er sein Auftreten aufrichtig und tief bereut", heißt es in dem Statement, das auf den Social-Media-Kanälen von Argo veröffentlicht wurde.

Das Statement empfinden viele als unzureichend. "Mehr 0815 geht nicht, oder?", fragt ein User auf Instagram. "Gerade jetzt ist es wichtig, Kante gegen rechts zu zeigen" oder "Das ist unanständig und nicht aufrichtig" sind weitere Reaktionen im Netz. Auch in Nürnberg stößt das Statement der Veranstalter auf wenig Verständnis. "Das ist für uns sehr ernüchternd. Einen Hitlergruß und "White Power"-Ruf zu verharmlosen und kleinzureden ist für uns nicht hinnehmbar", sagt Reka Lörincz, Sprecherin gegen Rassismus und Rechtsextremismus der Grünen im Stadtrat.

Welche Einflussmöglichkeiten die Stadt Nürnberg auf den geplanten Auftritt der Band bei Rock im Park hat und was Grüne, SPD und die Allianz gegen Rechtsextremismus von der Stadtspitze fordern, erfahren Sie in unserem Hintergrundartikel auf NN.de.

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