12°

Samstag, 10.04.2021

|

zum Thema

Nach RIP-Absage: Droht ein weiterer Sommer ohne Festivals?

Die meisten Festival-Veranstalter sind sehr pessimistisch - 12.03.2021 16:12 Uhr

Was damals noch nicht zu ahnen war: Rock im Park im Jahr 2019 sollte der letzte Festivaljahrgang vor einer langen Pause sein.

12.03.2021 © Daniel Karmann


Außerdem wirkt die Absage von Rock im Park wie ein Menetekel für eine Branche, die von den zaghaften Lockerungen der Corona-Bestimmungen praktisch nicht berührt wird.


Unser Kommentar zu den Konsequenzen der RIP-Absage


Während der am 4. März verkündete Stufenplan der Regierung die Öffnung von Kultureinrichtungen wie Museen und Theatern unter gewissen Bedingungen ermöglicht, soll über die „Entscheidung über die weiteren Bereiche Kultur, Gastronomie, Veranstaltungen, Reisen und Hotels“ erst am 22. März gesprochen werden.

Bilderstrecke zum Thema

Die Lieblingsbilder unserer User: Rock im Park, wir lieben dich!

Wenn das Lieblings-Rockfestival der Franken heuer schon ausfallen muss, dann lasst uns wenigstens gemeinsam in Erinnerungen schwelgen. Viele Nutzer folgten unserem Aufruf und teilten ihre emotionalsten, schönsten und witzigsten Festival-Fotos mit uns.


„Nach wie vor wird von der Politik verkannt, dass Veranstaltungen oft Vorlaufzeiten von einigen Monaten bis hin zu einem Jahr oder länger haben“, kritisiert das Forum Veranstaltungswirtschaft das Vorgehen der Regierung. „Ein Öffnungsplan bis Ostern oder Pfingsten ist daher keine Perspektive.“

Unter den Veranstaltern macht sich allmählich Resignation breit. „Wir haben auch nichts erwartet“, meint Guido Glöckler vom Concertbüro Franken zu den Gipfelbeschlüssen. Angesichts stagnierender Inzidenzzahlen ist der Spielraum für Lockerungen begrenzt.


Open Air Festivals 2021 in der Region: Was findet statt?


Umgekehrt können die Agenturen aber unmöglich warten, bis die Coronazahlen des Sommers absehbar sind. Zwei Wochen vorher alles umzuwerfen, so das Concertbüro, sei bei großen Konzerten nicht möglich.

Festival mit Abstand?

Das Forum Veranstaltungswirtschaft fordert daher, Veranstaltungen mit Hygienekonzept bei einer Inzidenz von unter 200 grundsätzlich wieder zu erlauben. Mit Blick auf das Infektionsgeschehen der Region solle lediglich die Strenge der Regeln angepasst und die Teilnehmerzahl minimiert werden, um enge Kontakte zu reduzieren.


So wild und schön war Rock im Park 2019


Nicht alle Agenturen halten das für realistisch. „Abstand ist bei Festivals einfach nicht machbar“, erklärt Florian Gebauer vom Herzogenauracher Elektro-Festival Open Beatz. Neben der Durchsetzung solcher Regeln sei auch die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben.

„Jede Veranstaltung ist so ausgelegt, dass man eine gewisse Anzahl an Zuschauern braucht, um auf die schwarze Null zu kommen.“ Bei einem Festival wie Open Beatz mit Kosten von mehreren Millionen Euro brauche man über eine Veranstaltung mit weniger als 10.000 Teilnehmenden überhaupt nicht nachzudenken.

Bilderstrecke zum Thema

Veranstaltungen 2021: Absagen und Verlegungen im Überblick

Auch 2021 fallen Großveranstaltungen in Franken und der Oberpfalz der Corona-Pandemie zum Opfer. Einige sind schon abgesagt, manche Veranstalter warten noch mit ihrer Entscheidung. Wir geben einen Überblick über den Stand der Dinge.


Auch der Einsatz von Schnelltests würde nicht weiterhelfen, heißt es beim Concertbüro Franken. Um bei einem Festival mit mehr als 5000 Zuschauern alle zu testen, müsse man mindestens zwei große Bierzelte mit je über 30 Kabinen aufstellen, Quarantäne-Bereiche einrichten und geschultes Personal engagieren.


Abrocken trotz Corona: Unser fiktiver Liveblog zu Rock im Park 2020


Allein den Platz zu finden wäre schwierig. Vor allem aber würden dabei Kosten von mehreren 100.000 Euro entstehen. Bei mehrtägigen Veranstaltungen komme hinzu, dass die Aussagekraft eines negativen Schnelltests spätestens am zweiten Tag kaum noch gegeben sei.

Kaum offizielle Absagen

Trotz der Skepsis wollen viele Veranstalter nicht offiziell absagen. „Im Moment können wir gar nichts sagen. Wir warten auf Informationen, ob wir dürfen“, heißt es bei „werk:b events“ zu den Festivals am Flughafen Nürnberg.

Man will die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben. Die Anfang März beschlossenen Lockerungen könnten „der erste Schritt Richtung Kulturrettung sein, auf die viele Veranstalter und Kulturschaffende warten“, so Alex Härtel von der Agentur Silverdust – daher plane man für das Dinkelsbühler Metal-Festival Summer Breeze noch mit allen möglichen Szenarien.

Problem Gutscheinlösung

Hinter dem Zögern stehen auch rechtliche Fragen. Zur Entlastung der Kulturbranche wurde im April 2020 eine Gutscheinregelung eingeführt: um zu verhindern, dass Veranstalter aufgrund der Rückerstattung von Ticketpreisen in die Insolvenz rutschen. Allerdings ist diese befristet bis Ende 2021.

Wer seine Veranstaltung auf 2022 verschiebt, bevor feststeht, ob diese tatsächlich verboten sein wird, muss also viel Geld für die Rückerstattung aufbringen. Dass die Gutscheinlösung verlängert wird, sei wahrscheinlich, so Florian Gebauer. Doch solange das nicht beschlossen ist, bleibt den Veranstaltern nichts anderes übrig als abzuwarten.


Sie möchten täglich kompakt zur Corona-Pandemie informiert sein? In unserem Newsletter "Unter Quarantäne" erfahren Sie alles Wichtige dazu. Hier kostenlos bestellen. Montags bis freitags um 17 Uhr in Ihrem Mailpostfach.

Vielen Dank! Wir freuen uns, dass Sie sich für unseren Newsletter interessieren.

Jetzt fehlt nur noch ein kleiner Schritt: Aus Sicherheitsgründen bitten wir Sie, Ihre Anmeldung zum Newsletter zu bestätigen. So gehen wir sicher, dass Sie sich selbst angemeldet haben und schließen einen Missbrauch durch Dritte aus.

In Ihrem E-Mail-Postfach finden Sie eine E-Mail (an: ) von uns mit einem Link, den Sie am besten sofort mit einem Klick bestätigen. Bitte sehen Sie in Ihrem Spam-Ordner nach, falls Sie in Ihrem Posteingang keine Bestätigungsmail finden. Sollten Sie gar nichts von uns erhalten, melden Sie sich bitte am besten kurz per E-Mail bei uns: newsletter@nordbayern.de

Offenbar wurde der Newsletter bereits für diese Mailadresse bestellt. Falls Sie keine Bestätigungsmail erhalten haben, wenden Sie sich bitte an newsletter@nordbayern.de

Sie haben den Newsletter bereits erfolgreich für diese Mailadresse abonniert. Falls Sie diesen nicht erhalten sollten, wenden Sie sich bitte an newsletter@nordbayern.de.


Jana Vogel Redaktion Kultur/ Leben E-Mail

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus dem Ressort: Kultur