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Tag der Arbeit am 1. Mai: Das ist seine Geschichte und Bedeutung

Simone Madre
Simone Madre

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17.5.2022, 18:00 Uhr
Der 1. Mai ist in Deutschland ein Feiertag.

© picture alliance / dpa Der 1. Mai ist in Deutschland ein Feiertag.

Der 1. Maifeiertag: Der 1. Mai hat sich vor allem als Tag der Arbeiterbewegung und der Gewerkschaften deutschland- und europaweit seit über 100 Jahren etabliert. Seit wann der 1. Mai gesetzlicher Feiertag ist, alle Infos zum Tag der Arbeit, zu Maifesten rund um den Maibaum und zu den Mai-Demonstrationen, lesen Sie hier.

Wo der 1. Mai ein gesetzlicher Feiertag ist

In der Bundesrepublik Deutschland ist der 1. Mai ein gesetzlicher Feiertag. Die Bezeichnungen für den Maifeiertag regeln allerdings die Gesetze der Länder: In Nordrhein-Westfalen firmiert der 1. Mai beispielsweise unter der Bezeichnung "Tag des Friedens und der Völkerversöhnung". Auch am 1. Mai 2023 gilt damit der Feiertagsstatus. Im Jahr 2023 fällt der Tag auf einem Montag.

Seit wann ist der 1. Mai gesetzlicher Feiertag?

Erstmalig und einmalig war der 1. Mai im Jahr 1919 ein gesetzlich geschützter Feiertag. Die Mitglieder der Weimarer Nationalversammlung hatten sich darauf geeinigt, den 1. Mai dem Gedanken des internationalen Arbeiterschutzes zu weihen. Für eine dauerhafte Einführung als Feiertag fand sich jedoch keine Mehrheit, nur einige Länder wie Lübeck führten ihn fort. In Bayern war der 1. Mai nach 1919 kein gesetzlicher Feiertag.

Erst vom 1. Mai 1933 an gilt er durchgängig als gesetzlicher Feiertag, von den Nationalsozialisten unter dem Titel "Tag der nationalen Arbeit" geführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg bestätigte der Alliierte Kontrollrat den 1. Mai als Maifeiertag. Seitdem wird der freie Tag mit Lohnfortzahlung in Deutschland für Kundgebungen und Veranstaltungen als Protest- und Gedenktag für die Arbeiterbewegung genutzt.

Warum der 1. Mai ein Feiertag ist

In Deutschland ist der 1. Mai seit Oktober 1890 als Tag der Arbeiterbewegung offiziell anerkannt. 1889 hatten Arbeiterparteien und Gewerkschaften auf dem Internationalen Arbeiterkongress in Paris zu weltweiten Demonstrationen für bessere Arbeitsbedingungen von Arbeitern am 1. Mai aufgerufen.

Dem vorausgegangen war ein Streik der Arbeiter in den Vereinigten Staaten und speziell in Chicago am 1. Mai 1886, der zum sogenannten "Haymarket Riot" am 3. Mai mit gewalttätigen Auseinandersetzungen, Verhaftungen und Toten geführt hatte. Gestreikt wurde für die Einführung eines 8-Stunden-Tags. Üblich waren damals 12 Arbeitsstunden pro Tag.

Nach einem einjährigen Feiertagsstatus in der Weimarer Republik 1919 - in einigen Ländern länger - galt der 1. Mai dann seit 1933 als offizieller gesetzlicher Feiertag in Deutschland. Die Nationalsozialisten nutzten den "Tag der nationalen Arbeit", um die Arbeiterbewegung zu entmachten und die Gewerkschaften gleichzuschalten. 1934 wurde der Maifeiertag zu einem "Nationalen Feiertag des deutschen Volkes" erklärt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Feiertagstatus bestätigt und das Gedenken oder der Protest für die Arbeiterrechte sehr unterschiedlich begangen: Im Osten fanden am Maifeiertag staatlich organisierte Paraden statt, im Westen wurde der 1. Mai von Seiten der Gewerkschaften für politische Kundgebungen genutzt.

Ist der 1. Mai weltweit ein Feiertag?

In vielen Ländern ist der 1. Mai ein Feiertag und wird als "Kampftag" für die Arbeitnehmerrechte genutzt. In Österreich, Belgien, Teilen der Schweiz und Liechtenstein ist der Maifeiertag ein gesetzlicher Feiertag. In den USA, Kanada oder Australien wird das Gedenken an die Arbeiterrechte teilweise an anderen Tagen begangen. Der Labor Day in den Vereinigten Staaten wird beispielsweise im September gefeiert.

Haben die Geschäfte am 1. Mai geöffnet?

Die Geschäfte bleiben in Deutschland am Maifeiertag in der Regel geschlossen. In Bayern dürfen an Feiertagen Bäckereien drei Stunden lang öffnen, Blumenläden zwei Stunden lang. Tankstellen und Geschäfte in Bahnhöfen und Flughäfen dürfen beliebig öffnen. In den anderen Bundesländern gibt es eigene Ladenschlussgesetze, dort können die Regelungen also abweichen.

Warum gibt es Demonstrationen am 1. Mai?

Gewerkschaften und Arbeiterparteien riefen 1889, drei Jahre nach dem "Haymarket Riot" in Chicago, im Rahmen des Internationalen Arbeiterkongresses zum Gedenken an die Opfer und zu einer internationalen Demonstration auf. Gefordert wurden bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. In Deutschland finden seit 1890 am 1. Mai Maispaziergänge, Streiks und Demonstrationen für die Rechte der Arbeiter statt. Seit Oktober 1890 wird der 1. Mai als Tag der Arbeiterbewegung offiziell anerkannt.

Maifest und Maibaum sowie 1. Mai-Demo mit Kundgebungen und Ausschreitungen

Viele Städte und Gemeinden begehen das Maifest mit dem traditionellen Aufstellen eines Maibaumes und einem Maifest mit Musik und Tanz. Üblich sind am Maifeiertag historisch bedingt auch Veranstaltungen und Massenkundgebungen am Tag der Arbeit von Seiten der Gewerkschaften, des DGB und anderen politischen Gruppen. Seit den 1980er Jahren kommt es dabei regelmäßig zu Ausschreitungen in der, in den letzten Jahren teilweise auch zu Straßenschlachten in Berlin, Hamburg oder Leipzig.

Weitere Informationen zu Feiertagen in der Bundesrepublik finden Sie unter Feiertage 2023.

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