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Corona-Infektionen: Sprechen kann gefährlicher sein als Husten

Rechner zeigt, wie viele Aerosole ausgestoßen werden - 22.01.2021 17:56 Uhr

Nicht nur beim Husten oder wie hier beim Niesen werden Aerosole ausgestoßen. Auch beim Sprechen werden winzige Partikel in der Luft verteilt.

16.01.2018 © Jordan (dpa)


Wie hoch ist eigentlich das Risiko, sich beim Einkaufen mit dem Coronavirus anzustecken? Und wie wahrscheinlich ist das im Büro? Das verraten seit Kurzem einige Rechner im Internet, bei denen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Unter anderem gibt es so einen Kalkulator auf der Internetseite des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz.

Auch an der Universität Cambridge wurde ein derartiger Rechner entwickelt. Im Zusammenhang damit präsentierten der Strömungsmechaniker Pedro Magalhães de Oliveira und sein Team die Ergebnisse ihrer Forschung in der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society A". Eine Erkenntnis sticht dabei besonders heraus: Je nach Situation ist es nicht weniger gefährlich, mit einer infizierten Person zu sprechen, als mit ihr in einem Raum zu sein, wenn sie hustet.

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Der Grund dafür ist die Anzahl der Aerosole, die dabei ausgestoßen werden. Bei den Aerosolen handelt es sich um kleinste Partikel, die sich zum Beispiel im Raum verbreiten und durch die sich das Virus weiterverbreiten kann. Bei einer Simulation wurden bei einem kurzen Husten weniger Aerosole freigesetzt, als bei einer halben Minute sprechen. Ebenfalls sei das Sprechen ein "sehr wichtiger Punkt, der berücksichtigt werden muss", weil die dabei entstehenden Aerosol-Partikel laut de Oliviera viel feiner seien, als jene, die beim Husten ausgestoßen werden.

Der Abstand zu anderen Personen alleine sei zum Schutz vor Ansteckungen nicht ausreichend. Viel wichtiger sei ausreichendes Lüften, um das Infektionsrisiko bei langen Expositionszeiten gering zu halten. Und: Insgesamt brauche es eine Kombination der Hygiene-Maßnahmen, um das Infektionsrisiko - vor allem in geschlossenen Räumen - gering zu halten. "Man braucht Masken, den Abstand und eine gute Belüftung, damit sich die Partikel in Innenräumen nicht sammeln, sondern sicher entfernt werden können", so de Oliveira gegenüber der britischen Tageszeitung "The Guardian".

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Neben der Sprechlautstärke und der Belüftung des Raumes sind auch weitere Faktoren für das Risiko einer Infektion entscheiden: Beispielsweise die Größe des Raumes, die Aufenthaltsdauer darin und die getragenen Masken. All diese Variablen lassen sich bei den Risiko-Rechnern einstellen.

Cora Krüger Online-Redaktion E-Mail

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