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FAQ zur Corona-Impfung: Das müssen Sie wissen

Etwa sieben Prozent der Personen in Deutschland sind vollständig geimpft - 25.04.2021 14:58 Uhr

In Deutschland wird seit 27. Dezember 2020 geimpft - sieben Prozent der Bevölkerung sind bereits vollständig geimpft.

15.04.2021 © Hans-Joachim Winckler, NN


Insgesamt sind deutschlandweit bereits 20 Millionen mit der ersten Dosis geimpft worden, also ungefähr jeder fünfte. Vollständig geimpft sind Stand 23. April nur sieben Prozent. Seit der zweiten Aprilwoche wird auch bei Hausärzten flächendeckend geimpft - aktuell bekommen Ärzte und Ärztinnen etwa 30 bis 40 Impfdosen pro Woche zur Verfügung gestellt. Außerdem stellt Gesundheitsminster Jens Spahn die Aufhebung der Priosierung voraussichtlich im Juni in Aussicht.

Das beschleunigt den Fortschritt der verabreichten Impfungen und wirft gleichzeitig Fragen auf. Gelten die gleichen Regeln wie bei anderen Impfungen? Wer überwacht die Impfreaktionen? Worauf muss dringend geachtet werden? Die Antworten auf Ihre Fragen finden Sie hier.


Freiheiten für Geimpfte: Ungerechtigkeiten muss man aushalten


Laut Robert-Koch-Institut (RKI) haben alle verfügbaren Impfstoffe eine gute Wirksamkeit gegen Covid-19. Momentan sind in Deutschland folgende Impfstoffe zugelassen: Biontech/Pfitzer, Astrazeneca, Moderna und Johnson&Johnson. Die Corona-Impfung schützt nicht nur die geimpfte Person, sondern verhindert möglicherweise auch, dass die geimpfte Person andere ansteckt. Eine Impfung schließt nicht aus, dass die Krankheit ausbricht, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer.

Personen, die bekannte Allergien auf Inhaltsstoffe eines Vakzins haben, werden nicht geimpft. Das unterscheidet sich nicht von anderen Impfungen. Für Kinder gibt es bislang noch keine Möglichkeit sich impfen zu lassen, genauso wie für schwangere und stillende Frauen. Grund dafür sind fehlende Daten.

Was ist vor der Impfung wichtig?

Zu anderen planbaren Impfungen soll ein Mindestabstand von 14 Tagen vor und nach jeder Covid-19-Impfung eingehalten werden, empfiehlt das RKI. Wichtig ist außerdem, dass der Arzt oder die Ärztin über eventuelle Komplikationen, wie Ohnmacht, die bei vergangenen Impfungen aufgetreten sind, informiert wird. Außerdem sind Allergien anzugeben. Den Impfstoff kann man sich im Vorfeld nicht aussuchen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt das Vakzin des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca nur noch an Personen über 60 zu verimpfen. In Rücksprache mit dem Hausarzt oder der Hausärztin ist allerdings auch die Verabreichung an jüngere Personen möglich.

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Darf ich vor und nach der Impfung Schmerzmittel einnehmen?

Vor der Impfung empfiehlt das RKI keine prophylaktische Einnahme von schmerz- oder fiebersenkenden Schmerzmitteln wie Paracetamol oder Ibuprofen. Allerdings gibt es derzeit auch noch keine Beweise dafür, dass die Einnahme dieser Medikamente den Impferfolg beeinflusst.

Auch für die Einnahme von Schmerzmitteln nach der Impfung gibt es noch keine zuverlässigen Daten, um sichere Aussagen zu treffen. Da die Covid-19-Impfung allerdings teilweise stärkere Nebenwirkungen aufweisen kann, schreibt das RKI auch, dass Menschen mit hoher Empfindlichkeit leichte Schmerzmittel bekommen können.


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Darf ich mich impfen lassen, wenn ich erkältet bin?

"Wer an einer akuten Krankheit mit Fieber (38,5 Grad oder höher) leidet, soll erst nach Genesung geimpft werden. Eine Erkältung oder gering erhöhte Temperatur (unter 38,5 °C) ist jedoch kein Grund, die Impfung zu verschieben", heißt es im offiziellen Aufklärungsmerkblatt zur Schutzimpfung gegen Covid-19.

Der Hausarzt und Vorsitzende des Bremer Hausarztverbandes Hans-Michael Mühlenfeld, sagte hingegen dem Bayerischen Rundfunk, dass er bereits bei erhöhter Temperatur von einer Impfung absieht, da das Immunsystem bei einem fieberhaften Infekt bereits aktiviert ist und den Infekt bekämpft.

Darf ich nach der Impfung Alkohol trinken?

Das RKI hält auf diese Frage keine konkrete Antwort bereit. Einige Experten empfehlen drei Tage nach der Impfung auf Alkohol zu verzichten, da Alkohol die Immunantwort des Körpers schwächen und somit die Wirksamkeit des Impfstoffes mindern könnte.

Können sich Frauen mit Kinderwunsch impfen lassen?

Ja, auch Frauen mit Kinderwunsch können sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Die verfügbare Impfstoffe wurden an Erwachsenen - auch Frauen mit Kinderwunsch - getestet und für sicher und wirksam befunden. Für schwangere und stillende Frauen wird die Impfung derzeit - genauso wie für Kinder unter 19 beziehungsweise 16 Jahren - nicht empfohlen, da keine belastbaren Daten vorliegen.


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Welche Impfreaktionen können auftreten? Langzeitnebenwirkungen möglich?

Die Erfahrungen mit vielen Impfstoffen über viele Jahre haben gezeigt, dass die meisten Nebenwirkungen kurze Zeit nach der Impfung auftreten. Die Impfstoffe werden auch nach der Zulassung regelmäßig vom Paul-Ehrlich-Institut überprüft. Zu den häufigsten Impfreaktionen zählen Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Spannungsgefühl, erhöhte Temperatur sowie generelles Krankheitsgefühl. Spätestens nach drei Tagen sollten die Beschwerden aufhören.

Was ist nach der Impfung wichtig?

Besondere Schonung nach der Impfung ist nicht nötig. Extreme sportliche Belastung nach der Impfung ist nicht ratsam, da das Immunsystem bereits arbeitet. Ein eindeutige Empfehlung des RKI gibt es allerdings nicht.


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