Nach Impfempfehlung für 12- bis 17-Jährige

Frist endet: Müssen Eltern künftig die Tests ihrer Kinder zahlen?

22.9.2021, 10:19 Uhr
Bei Personen zwischen 12- und 17-Jahren soll es bezüglich der kostenpflichtigen Tests zunächst eine Übergangsphase bis Ende des Jahres geben.

Bei Personen zwischen 12- und 17-Jahren soll es bezüglich der kostenpflichtigen Tests zunächst eine Übergangsphase bis Ende des Jahres geben. © Sebastian Gollnow, dpa

Der Abend im Kino, das Workout im Fitnessstudio, der Besuch bei Familienangehörigen im Altersheim, das neue Styling beim Friseur: Für sämtliche Aktivitäten in Innenräumen gilt seit dem 23. August verpflichtend ab einer Inzidenz über der 35er-Marke die 3G-Regel. Am 2. September wurde die 3G-Pflicht noch ausgeweitet, unter anderem auf Veranstaltungen, Hochschulen und Bibliotheken.

Damit braucht es oft den Nachweis einer vollständigen Impfung, einer Genesung oder ein negativen Test-Ergebnisses, das bei Schnelltests maximal 24 Stunden und bei PCR-Tests maximal 48 Stunden alt sein darf. Diese Regel gilt auch für Einreisen nach Deutschland – unabhängig vom Land, unabhängig vom Transportmittel.

Anfang Oktober sollen in Bayern auch Discotheken wieder öffnen dürfen. Hier reicht aber kein Schnelltest, stattdessen ist ein PCR-Test verpflichtend. Wenn die Stufe Gelb in Bayern erreicht wird, sollen überall statt Schnelltests nur noch PCR-Tests anerkannt werden.

Ausnahmen: Manchmal ist kein Test notwendig

Die Testpflicht gilt in Bayern aber nicht überall: Im Einzelhandel, in Privaträumen, in Gottesdiensten, im Personennahverkehr und bei Veranstaltungen unter freiem Himmel mit bis zu 1000 Besuchern sind keine Nachweise nötig. Ausnahmen gibt es auch für den Beruf und für gemeinnützige ehrenamtliche Tätigkeiten.

Die Entscheidung für das Ende des kostenfreien Tests im Oktober begründet die Bundesregierung wie folgt: "Da mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden kann, wird der Bund das Angebot kostenloser Bürgertests für alle mit Wirkung vom 11. Oktober 2021 beenden."

Alle Details zur Regelung sind noch nicht klar. Bereits vor Wochen wurde kommuniziert, dass weiterhin kostenlose Tests für Menschen bereitstehen sollen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können oder für die es keine Impfempfehlung gibt (darunter Schwangere). Ebenso soll man sich bei Symptomen kostenlos testen lassen dürfen - und wenn man kürzlich Kontakt zu Infizierten hatte.

Übergangsphase bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren

In der Verordnung wird bei Minderjährigen zwischen den Kindern unter 12 Jahren, für die noch keine Impfempfehlung vorliegt, und der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen, die sich seit Kurzem impfen lassen können, unterschieden. Für die erste Gruppe, deren Mitgleider zur von der Verordnung ausgenommenen "vulnerablen Personen" zählen, werden die Kosten von Tests weiterhin übernommen. So ist es im Entwurf laut dem Mitteldeutschen Rundfunk geplant.

Für die Älteren gilt wohl eine Übergangsfrist: Nach neuesten Überlegungen im Gesundheitsministerium, so berichtet es der Mitteldeutsche Rundfunk, gilt diese Phase bis Ende Dezember, ehe dann auch die Tests für 12- bis 17-Jährige kostenpflichtig werden. Die Tests an Schulen bleiben aber kostenfrei.

Auch Corona-Tests in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen sollen für Besucher und Personal weiterhin kostenlos sein. Gleiches gilt Personen, die an klinischen Studien zur Wirksam­keit von Impfstoffen teilnehmen.

Ab Oktober: Was sind die Kosten für einen PCR-Test oder Schnelltest?

Apropos "Kosten": Wie viel werden die Tests dann eigentlich kosten? Eine eindeutige und allgemein gültige Antwort auf diese Frage gibt es noch nicht – und wird es wohl auch nie geben, denn die Anbieter werden die Preise selbst festlegen und sich dabei nicht an einem Preisdeckel orientieren müssen.

Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am 17. August auf Nachfrage von Bayern 1 mitteilte, "können die bisherigen Vergütungshöhen als Basis für Schätzungen herangezogen werden". Laut der aktuellen Fassung der Testverordnung werden für Schnelltests derzeit 11,50 Euro und für PCR-Tests 43,56 Euro erstattet.

Ministerien rechnen mit Kosten zwischen 10 und 15 Euro, Apotheken sehen die Obergrenze indes bei 20 Euro pro Test. Die Apotheken Kolibri, Schloss und am Ulmenweg in Erlangen schätzen die Schnelltestkosten künftig auf zwischen 15 und 20 Euro. Wolfgang Galster, der Betreiber der Apotheken St. Mauritius in Röttenbach und Aischpark in Höchstadt sowie der Teststation an den Erlanger Arcaden, geht von zehn bis 20 Euro aus, je nach Einkaufspreisen. Yusuf Aslan, der in Nürnberg drei Testzentren betreibt, rechnet mit etwa 20 Euro pro Schnelltest, damit er das Angebot weiter aufrechterhalten kann.

Deutliche höhere Preise rufen Anbieter ab, die bereits jetzt Geld für Testungen verlangen: Zwei verschiedene Testzentren am Airport Nürnberg berechnen für Antigen-Schnelltests je 35 Euro und für PCR-Tests – je nach Wartezeit auf das Ergebnis – zwischen 59 Euro und 149 Euro.

Dieser Artikel wurde am 11. August veröffentlicht und am 16. sowie am 22. September aktualisiert.