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Neue Whatsapp-Regeln: Gibt es Änderungen für EU-Bürger?

Viele Nutzer haben sich bereits Alternativen heruntergeladen - 14.01.2021 12:43 Uhr

Neue Nutzungsbedingungen erlauben dem Messenger Whatsapp die Weitergabe von Daten an den Mutterkonzern Facebook.

13.01.2021 © imago stock&people via www.imago-images.de, imago images/Ralph Peters


Über die neuen Nutzungsbedingungen informiert ein Pop-Up-Fenster in der App. Bis zum 8. Februar haben die Nutzer Zeit, den Änderungen zuzustimmen. Für die EU und den Rest der Welt gibt es allerdings unterschiedliche Regelungen, da die Datenschutzverordnungen in der EU einige Besonderheiten aufweisen.

In den Sozialen Medien rufen bereits viele dazu auf, den Messengerdienst zu wechseln. Alternativen wie Telegram und Signal verzeichnen in den vergangenen Tagen tatsächlich einen starken Zuwachs. Telegram-Chef Pawel Durow erklärte am Mittwoch auf seiner Plattform, in der ersten Januarwoche habe Telegram die Marke von 500 Millionen monatlich aktiven Nutzern überschritten. Innerhalb von 72 Stunden habe es über 25 Millionen Neuregistrierungen gegeben. Auch die Messenger-App Signal wird derzeit besonders häufig heruntergeladen. Unter anderem twitterte Tesla-Chef Elon Musk: "Nutzt Signal".


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Whatsapp ist momentan mit knapp zwei Milliarden Nutzern der erfolgreichste Messengerdienst. Mit den neuen Datenschutzbestimmungen könnten weitere User zu Alternativen abwandern. Whatsapp versichert, dass sich für EU-Bürger durch die Neuerung nichts ändern wird - das stimmt allerdings nur halb.

Um persönliche Chats müssen sich Whatsapp-Nutzer vorerst nicht sorgen, da die Threads durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sicher sind, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) bereits berichtete. Es ginge generell eher um allgemeinere Informationen wie das Smartphonemodell, den Standort oder die Aktivitätszeit. Somit könnte herausgefunden werden, wann und wie lange jemand auf Whatsapp kommuniziert.

Warum Facebook an eben diese Daten kommen will, lässt sich derzeit nur mutmaßen. So könnte personalisierte Werbung oder eine Verzahnung der Messengerdienste Gründe dafür sein.

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Inwieweit das nun aber in Europa eintritt ist fraglich. Denn für die Europäische Union gibt es andere Nutzungsbedingungen als für den Rest der Welt. Schon zum jetzigen Zeitpunkt fließen außerhalb der EU deutlich mehr Daten von Whatsapp an Facebook. Der Hauptgrund, weshalb der Messengerdienst mit europäischen Nutzern anders umgehen muss, ist die seit 2016 geltende Datenschutzverordnung. Ohne die Opt-out-Funktion ist die Weitergabe von Daten nicht möglich.

Unterschied zwischen der EU und dem Rest der Welt

Der Unterschied zwischen den neuen Whatsapp-Nutzungsbedingungen für die EU und den Rest der Welt ist also: Außerhalb der EU müssen Nutzer bis zum 8. Februar der Datenweitergabe an Facebook zustimmen, um den Messenger weiter nutzen zu können. Künftig dürfen sämtliche erhobene Daten auch für Werbezwecke verwendet werden. In der EU-Version wurde der zugehörige Passus herausgestrichen, wie das RND mitteilt.

Es gibt allerdings einen Haken: In den neuen Bestimmungen gibt es Hinweise auf einen Datenaustausch zwischen Facebook und Whatsapp, "damit sie uns dabei helfen können, unsere Dienste zu betreiben, bereitzustellen, zu verbessern, zu verstehen, anzupassen, zu unterstützen und zu vermarkten", heißt es dort zum Beispiel. Weiter wird angeführt, dass die Daten "nicht für eigene Zwecke der Facebook-Unternehmen" verwendet werden dürfen. Was das allerdings konkret heißt, wird nicht ausgeführt.


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Außerdem würden Whatsapp und andere Facebook-Unternehmen Informationen austauschen, "um die Sicherheit und Integrität aller Produkte von Facebook-Unternehmen zu fördern". Auch hier ist unklar, inwieweit das Unternehmen in die Daten der Nutzer eingreifen will.

So versichert Whatsapp zwar auf der einen Seite, dass sich für User in Europa nichts ändert, dennoch müssen sie bis zum 8. Februar zumindest zweifelhaften Passagen wie diesen zustimmen, um den Messengerdienst weiterhin nutzen zu können.

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