Lametta, Christbaumkugeln & Co.

Psychologen erklären: Wer jetzt schon für Weihnachten dekoriert, ist glücklicher

Stefan Besner

Online-Redaktion

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9.11.2022, 05:49 Uhr
Nostalgie hilft den Menschen, eine Verbindung zu ihrer persönlichen Vergangenheit herzustellen

© IMAGO Nostalgie hilft den Menschen, eine Verbindung zu ihrer persönlichen Vergangenheit herzustellen

Die bunten Blätter taumeln zu Boden. Der Glühwein hat längst wieder zu fließen begonnen. Im Dezember könnte es so kalt werden, wie seit 20 Jahren nicht mehr, vielleicht erwartet uns sogar eine weiße Weihnacht? Wer weiß... Die Grinche unter uns müssen jetzt sehr stark sein. Neben den Lebkuchen, die ja bereits gefühlt seit Juli in den Regalen stehen, nun auch noch das: Menschen, die ihr Zuhause beizeiten weihnachtlich dekorieren, sind glücklicher. Zu diesem Ergebnis kamen Psychologen.

Weihnachtliche Nostalgie vertreibt den Kummer der Alltäglichkeit

"In einer Welt voller Stress und Ängste suchen die Menschen den Kontakt zu Dingen, die sie glücklich machen und Weihnachtsdekoration weckt diese starken Emotionen aus der Kindheit.", erklärt der Psychoanalyst Steve Meckeown gegenüber Unilad. Die weihnachtliche Nostalgie vertreibt also den Kummer der Alltäglichkeit und je früher die Deko draußen ist, desto länger hält das Gefühl an, so Meckeowns Argument. Dem stimmt die Psychotherapeutin Amy Morin zu: "Die Weihnachtszeit weckt ein Gefühl der Nostalgie. Nostalgie hilft den Menschen, eine Verbindung zu ihrer persönlichen Vergangenheit herzustellen, und sie hilft ihnen, ihre Identität zu verstehen. Für viele ist das frühe Aufstellen der Weihnachtsdekoration eine Möglichkeit, sich wieder in ihre Kindheit zu versetzen."

Nun verknüpfen durchaus nicht alle Menschen ausschließlich positive Gefühle mit ihrer Kindheit, Weihnachten bildet da keine Ausnahme - trotzdem schmücken manche von ihnen bereits frühzeitig was das Zeug hält. Auch hierfür wird eine Erklärung geliefert: Überkompensation vergangener, schlechter Erfahrungen.

Weihnachtlich geschmückte Wohnungen wirken freundlicher

Überkompensation ist nur ein Grund, warum jemand seine Wohnung frühzeitig dekoriert und sich davon ein positives Gefühl erhofft. Artet das weihnachtliche Dekorieren nicht ins krankhafte aus, kann dies laut einer Studie, publiziert im Journal of Enviromental Psychology, tatsächlich dazu führen, dass man von Außenstehenden wohlwollender wahrgenommen wird. Teilnehmern der Studie wurden geschmückte und nicht geschmückte Häuser gezeigt. Ohne sie zu kennen, sollten die Probanden anschließend die Umgänglichkeit ihrer Bewohner beurteilen. Es stellte sich heraus, dass diejenigen mit Dekoration als "freundlicher und geselliger" eingeschätzt wurden.

Im Umkehrschluss lässt sich daraus ableiten, dass Menschen, die nach außen freundlicher wirken, zumeist auch freundliche behandelt werden. Lametta, Christbaumkugeln und Co. als symbolische Vorboten für das Fest der Liebe spiegeln also in gewisser Weise tatsächlich so etwas wie den Geist der vergangenen Weihnacht wieder.