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Landtagswahl 2023 in Bayern: Termin steht

Simone Madre
Simone Madre

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13.12.2022, 16:23 Uhr
2023 entscheidet sich, wie es für Ministerpräsident Markus Söder und die CSU weitergeht.

© Sven Hoppe, dpa 2023 entscheidet sich, wie es für Ministerpräsident Markus Söder und die CSU weitergeht.

Termin: Wann ist die nächste Landtagswahl in Bayern?

Seit dem 13. Dezember 2022 steht der Termin für die Landtagswahl 2023 fest. Gewählt wird am 8. Oktober 2023. Für diesen Termin hatte sich die bayerische Staatsregierung bereits einen Monat vorher ausgesprochen. Vor der endgültigen Festlegung gab es eine förmliche Anhörung der im Landtag vertretenen Parteien.

Laut der Bayerischen Verfassung muss die Wahl an einen Sonntag "frühestens 59 Monate, spätestens 62 Monate" nach der vorausgehenden Landtagswahl stattfinden. Damit war ein Wahltermin zwischen 17. September und 10. Dezember 2023 möglich. In der Praxis lagen die Wahltermine seit 1978 stets zwischen Mitte September und Mitte Oktober.

So wird bei der Landtagswahl in Bayern gewählt

Bei der Landtagswahl in Bayern wird alle fünf Jahren das Parlament neu gewählt, das mindestens 180 Plätze umfasst. Wie bei der Bundestagswahl gibt es eine Erst- und Zweitstimme - mit einem wichtigen Unterschied: Hier sind beide Stimmen für die prozentuale Verteilung der Sitze entscheidend. Stimmberechtigt sind Erwachsene, die seit mindestens drei Monaten in Bayern leben.

  • Mit der Erststimme wählt man einen Kandidaten aus dem eigenen Stimmkreis. Nürnberg besteht beispielsweise aus vier Stimmkreisen, im Stimmkreis Fürth sind auch Oberasbach, Stein und Zirndorf enthalten. Wer die meisten Stimmen erhält, bekommt einen Platz im Parlament.
  • Mit der Zweitstimme wählt man eine Person aus einer Wahlkreisliste. Mittelfranken, Oberfranken und die Oberpfalz bilden jeweils einen eigenen Wahlkreis.

Zuerst wird nach der Wahl geprüft, welche Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überwunden haben. Erzielt eine Partei weniger Stimmen, zieht sie nicht in das bayerische Parlament ein. Anschließend wird bestimmt, wer über die Erststimme einzieht. Für alle weiteren Plätze wird die Gesamtsumme der Erst- und Zweitstimmen addiert, die eine Partei oder Wählergruppe erreicht hat. Wenn danach beispielsweise feststeht, dass eine Partei noch zehn weitere Plätze besetzen darf, werden die zehn Bewerber mit den meisten Zweitstimmen in das Parlament aufgenommen. Erreicht eine Wählergruppe in einem Wahlkreis über die Erstimmen mehr Plätze, als ihr prozentual zustehen, darf sie diese Plätze im Parlament trotzdem besetzen - man spricht dann von Überhangmandaten. Zum Ausgleich gibt es für die anderen Parteien Ausgleichsmandate.

Landtagswahl in Bayern 2023: Aktuelle Umfrage-Ergebnisse

Meinungsforschungsinstitute befragen die Menschen in Bayern immer wieder dazu, welche Partei sie wählen würden, wenn die Landtagswahl am nächsten Sonntag wäre. Die Ergebnisse der Umfragen zeigen Entwicklungen und Tendenzen, sind so weit vor der Wahl aber wenig aussagekräftig. Zuletzt hat das Institut Forsa im Auftrag der CSU rund 1100 Personen befragt (17. bis 25. Oktober 2022). 41 Prozent der Befragten gaben die CSU an, 18 Prozent die Grünen und 11 Prozent die Freien Wähler. Die SPD wurden von zehn Prozent der Befragten genannt, die AfD von acht, die FPD von drei und die Linke von zwei Prozent. Die anderen Parteien vereinten sieben Prozent der Stimmen auf sich.

Wie war das Wahlergebnis bei der Landtagswahl 2018?

2018 gaben gut 72 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab: Das Ergebnis verglichen zur Wahl 2013:

  • 37,2 für die CSU (-10,5 Prozent)
  • 17,6 Prozent für die Grünen (+9,0 Prozent)
  • 11,6 Prozent für die Freien Wähler (+2,6 Prozent)
  • 10,2 Prozent für die AfD (+10,2 Prozent)
  • 9,7 Prozent für die SPD (-10,9 Prozent)
  • 5,1 Prozent für die FPD (+1,8 Prozent)
  • 3.2 Prozent für die Linke (+1,1 Prozent)
  • 1,8 Prozent für die Bayernpartei (-0,4 Prozent)
  • 0,6 Prozent für die ÖDP (-0,4 Prozent)
  • 2,2 Prozent für sonstige Parteien (-2,4 Prozent)

Das war für die Grünen und die Freien Wähler jeweils das bisher beste Ergebnis bei einer bayerischen Landtagswahl. Gleichzeitig strich die CSU den schlechtesten Wert seit 1950 und die SPD das schlechteste Ergebnis seit 1893 ein. Die AfD zog erstmals ein und die FDP schaffte den Wiedereinstieg, nachdem sie 2013 ausgeschieden war.

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