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Lockerungen trotz Lockdown: Diese Corona-Regeln gelten ab Montag

Bund und Länder haben Bedingungen für Öffnungen festgelegt - 04.03.2021 06:23 Uhr

Nach zähen, fast zehnstündigen Verhandlungen präsentierte die Kanzlerin bei einer nächtlichen Pressekonferenz die Ergebnisse.

04.03.2021 © MARKUS SCHREIBER, AFP


Die dritte Welle schwebte über der Pressekonferenz. "Sie rollt", sagt Markus Söder. In Europa, warnt Kanzlerin Angela Merkel, die bei der Verkündung der neuen Maßnahmen nur wenige Meter neben Bayerns Ministerpräsidenten saß, gebe es dramatische Beispiele. "Diese Gefahr besteht auch für uns."

Geschäfte öffnen, Kontaktbeschränkungen werden gelockert

Trotz aller Mahnungen: Deutschland geht weiter auf Öffnungskurs. Nach einer fast zehnstündigen Debatte einigten sich Bund und Länder auf einen Plan, der insgesamt fünf Stufen umfasst. Was möglich ist, entscheidet sich vor allem anhand der Sieben-Tage-Inzidenz.

Alle neuen Regeln im Überblick:

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Kontakte, Handel und Tests: Das ist der neue Lockdown-Plan für Deutschland

Nach monatelangem Corona-Lockdown haben Bund und Länder beim Corona-Gipfel weitere Öffnungsschritte beschlossen, teils regional abgestuft und abhängig von den jeweiligen Sieben-Tage-Inzidenzen. Die Folgen für Gastronomie, Hotels und andere Lebensbereiche erfahren Sie in unserer Bildergalerie.


Der erste Öffnungsschritt ist bereits teilweise vollzogen worden - abhängig vom jeweiligen Bundesland. Ab 1. März wurden in mehreren Bundesländern Grundschulen und Kitas mit Einschränkungen wieder geöffnet, auch Friseure dürfen wieder Arbeiten. Was in Bayern seit dem 1. März gelockert wurde, können Sie hier nachlesen.

Zoobesuch mit Terminvergabe möglich

Die zweite Stufe gilt unabhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz ab 8. März. Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte dürfen bundesweit abhängig von der Verkaufsfläche wieder Kunden empfangen (ein Kunde pro zehn Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter, darüber hinaus ein weiterer Kunde für jede weiteren 20 Quadratmeter). Fahr- und Flugschulen dürfen wieder unterrichten - allerdings nur mit tagesaktuellem negativen Schnelltest.

Der dritte Öffnungsschritt kann ebenfalls ab 8. März vollzogen werden - ist aber abhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz. Hier wird unterschieden, ob die Inzidenz zwischen 50 und 100 oder unter 50 liegt. Bei Werten zwischen 50 und 100 soll Shopping im Einzelhandel mit vorheriger Terminvereinbarung - "Click and Meet" - möglich sein (ein Kunde pro 40 Quadratmeter). Museen, Galerien, Zoos, botanischen Gärten und Gedenkstätten dürfen ebenfalls mit Terminbuchung öffnen. Individualsport an der frischen Luft mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten ist dann auch wieder möglich. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 dann ist kontaktloser Außen-Sport mit maximal zehn Personen möglich.

Terminvereinbarungen bei Museen, Zoos, Galerien, botanischen Gärten, Gedenkstätten und im Einzelhandel sind bei einer Inzidenz unter 50 nicht nötig. Weitere Lockerungen in der nächsten Stufe sind nach jeweils zwei Wochen, frühestens am 22. März, möglich.

Die von der Bund-Länder-Runde beschlossenen Öffnungsschritte. Der erste Öffnungsschritt beinhaltet die Öffnung der Grundschulen und Kitas mit Einschränkungen sowie die seit Wochenbeginn wieder bundesweit arbeitenden Friseure.

04.03.2021 © Tina Huber


Der vierte Öffnungsschritt, der frühestens ab 22. März gelten könnte, sieht Öffnungen unter anderem in der Gastronomie vor. Restaurants könnten dann auf Außenflächen wieder bewirten - aber nur, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz bis dahin stabil unter 50 liegt. Liegt sie zwischen 50 und 100 ist ebenfalls eine Öffnung des Außenbereichs möglich, aber nur mit Terminbuchung im Vorfeld. Zudem müssen in diesem Fall Gäste einen tagesaktuellen, negativen Corona-Schnelltest vorweisen. Auch Kinos, Theater, Konzert- und Opernhäuser sowie der kontaktfreie Sport sollen dann wieder konkrete Perspektiven bekommen.


Kostenlose Schnelltests ab 8. März


Bleibt die Sieben-Tage-Inzidenz erneut zwei Wochen lang zwischen 50 und 100, kann der fünfte Öffnungsschritt vollzogen werden. Frühestens ab 5. April darf der Einzelhandel dann auch Kunden ohne Terminvereinbarung bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 empfangen. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz zwei Wochen unter 50, sind im fünften Schritt auch Sport mit Kontakt im Innenraum und Freizeitveranstaltungen im Außenbereich mit maximal 50 Teilnehmenden möglich.

Merkel hatte zunächst immer wieder auf schärfere Inzidenzwerte gepocht, während der zehrenden Schalte, die zwischenzeitlich unterbrochen werden musste, aber eingelenkt. Durchgesetzt hat sich die Kanzlerin bei der sogenannten "Notbremse". Sie sieht vor, dass eine Region, die an drei aufeinanderfolgenden Tagen bei den Grenzwerten über 100 liegt, deutlich schärfere Maßnahmen ergreifen muss. Dann gilt wieder das, was bislang auch galt – der Einzelhandel muss schließen, private Kontakte werden eingeschränkt. Der Stufenplan, das betonte auch Söder, sei "keine Einbahnstraße".

"Er passt auf eine DIN-A4-Seite", sagt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller über den Stufenplan. Das System sei ein "relativ klares", das "jeder verstehe". Genau das sei der Anspruch der Bund-Länder-Schalte gewesen – Hoffnung und Perspektive. Oder wie es Bundeskanzlerin Merkel sagt: "Der Frühling 2021 wird anders sein als der Frühling vor einem Jahr."

Der Live-Ticker zur Bund-Länder-Konferenz zum Nachlesen:

tl, jru

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