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Pro-Palästina-Demos: Der Antisemitismus ist unsäglich und untragbar

Hass gegen Juden grassiert in Deutschland - 16.05.2021 14:00 Uhr


Zwischen Tel Aviv und dem Gazastreifen fliegen Raketen, auf beiden Seiten sterben Menschen. In Israel baut sich als Folge des Konflikts eine Front zwischen der arabischen und der jüdischen Bevölkerung auf. Die ohnehin fragile Nachbarschaft zwischen Arabern und Juden droht dort in einen Bürgerkrieg umzuschlagen. Diese Zwischenbilanz wäre erschreckend genug. Doch es kommt noch gefährlicher: Als Folge des Krieges im Nahen Osten hat sich in Deutschland eine weitere Frontlinie formiert. Sie äußert sich in ungezügeltem Antisemitismus.


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Unter dem Deckmantel scheinbar friedlicher Motive finden Hassdemonstrationen statt, werden israelische Fahnen verbrannt und die jüdischen Mitbürger auf das Übelste beleidigt und verunglimpft.

Es ist erschreckend und unfassbar zugleich, wie sich ein dumpfer Antisemitismus Bahn bricht. Der Mob formiert sich auch vor Synagogen, er versetzt die Jüdinnen und Juden in Deutschland in Angst und Schrecken. Eine Schande für unser Land!

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Längst mussten die ohnehin schon strengen Sicherheitskontrollen vor Israelitischen Kultusgemeinden (IKG) verschärft werden. Jo-Achim Hamburger, Vorsitzender der IKG Nürnberg, bringt es auf den Punkt: „Es gibt einen Israel-bezogenen Antisemitismus in Deutschland.“ Ein alarmierender Befund – als ob alle hier lebenden Juden automatisch Vertreter der Regierungspolitik Israels wären! Tatsächlich zielen die Kritiker von Premier Netanjahu (dessen Politik natürlich kritisiert werden darf) mit ihrem Groll auf die hier lebenden Juden. Und sie verwechseln Kritik mit Angriffen, statt zu Argumenten greifen sie zu Brandbeschleunigern. Und diese Menschen missbrauchen unser Demonstrationsrecht auf das Übelste.

Beschämende Bilder

Auch die Stadt Nürnberg sollte sehr genau hinsehen: Antisemitisch eingestellten Menschen darf keine Bühne geboten werden. Szenen, wie sie kürzlich in Gelsenkirchen zu beobachten waren, müssen jeden Demokraten beschämen. Ausgerechnet in dem Land, das unter der Nazi-Herrschaft alle Juden töten wollte, müssen jüdische Mitbürger ein Dreivierteljahrhundert nach Ende des Holocaust um ihre Unversehrtheit fürchten.


Kritik an Demos: Israelitische Kultusgemeinde schreibt offenen Brief


Es ist höchste Zeit, dass die Anständigen im Lande zum Aufstand gegen die Hetzer aufrufen. Den Schutz unserer Mitbürger ausschließlich den Sicherheitsbehörden zu überlassen, wäre fahrlässig. Wir alle sind gefordert, Solidarität zu zeigen. Die Kommunen, indem sie Kundgebungen vor der Genehmigung genau unter die Lupe nehmen, die Bürger, weil unser solidarisches Miteinander bedroht ist. Genau das ist das Ziel vieler Proteste, die unter dem Deckmantel der Israelkritik veranstaltet werden. Deutschland hat mit dem Bodensatz rechtsextremer Antisemiten schon alle Hände voll zu tun, nun erfordert auch der Kampf gegen Israel-bezogenen Antisemitismus unsere volle Aufmerksamkeit.

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